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16. Januar 2017

KfW-Studie: Mittelstand braucht ausländische Arbeitskräfte

Deutschlands Mittelständler profitieren einer Studie zufolge von der Zuwanderung. Drei von vier mittelständischen Unternehmen beschäftigen ausländische Mitarbeiter, wie aus der am Montag veröffentlichten Untersuchung der staatseigenen Förderbank KfW hervorgeht. Der Großteil von ihnen stammt demnach aus EU-Ländern. Etwa 250 000 Flüchtlinge fanden in den vergangenen fünf Jahren eine Beschäftigung bei kleineren und mittleren Firmen – meist als Auszubildende, Praktikanten oder Aushilfen. Arbeitsverträge für Fachkräfte waren dagegen deutlich seltener (etwa 49.000).

Die Integration von Geflüchteten in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt sei eine zentrale Herausforderung der kommenden Jahre, erläuterte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner laut Mitteilung. Grundsätzlich braucht Deutschland der KfW zufolge wegen des knapper werdenden Arbeitskräfteangebots Beschäftigte aus anderen Ländern: „Deutschland profitiert seit Jahrzehnten von der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und ist auch in Zukunft darauf angewiesen, denn der demografische Ausblick ist ungünstig.“ Bis zum Jahr 2021 plant rund die Hälfte aller Mittelständler, gezielt ausländische Mitarbeiter zu rekrutieren, wie aus der Studie auf Basis des KfW-Mittelstandspanels hervorgeht. „Der Rückzug in den Nationalstaat würde also vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen treffen, die keine Ausweichmöglichkeiten für ihre Produktion haben“, warnte Zeuner. Aktuell sind mehr als drei Millionen Ausländer in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Besonders häufig werden sie im Handel eingestellt. (dpa)