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24. Januar 2017

Neujahrsempfang Deutsche Bank in Stuttgart: Neue Offenheit

Mehrere hundert Unternehmer, Privatkunden und Mitarbeiter kamen am 23. Januar 2017 zum Neujahrsempfang der Deutschen Bank in Stuttgart in die Alte Reithalle im Hotel Maritim. Die kurzen Reden von Andreas Torner, Sprecher der Geschäftsleitung Baden-Württemberg, und Dr. Marcus Schenck, Mitglied des Vorstands und CFO, waren geprägt von Offenheit und Bescheidenheit.

Natürlich wurde auch auf Erfolge verwiesen. So berichtete Torner, dass die geschäftliche Entwicklung in der Region positiv gewesen sei. Man könne sich über eine Milliarde Euro Zuwachs im Wealth Management freuen und über einen Zuwachs von drei Prozent im Kreditvolumen für Firmenkunden. „Die Region trägt signifikant zum Wachstum bei“, sagte Torner. Auch bestehe bei den Firmenkunden eine erhöhte Nachfrage nach Absicherungsinstrumenten und die Privatkunden würden das niedrige Zinsniveau nutzen.

Sorgen über Protektionismus

Schenck ging anfangs auf die politische Lage ein, die weitere Unsicherheiten mit sich bringe. Die weltweite Gewalt eskaliere. Mit dem Attentat von Berlin sei sie auch in Deutschland angekommen, sagte er. Der Brexit und Donald Trump würden die Sorgen vor Protektionismus weiter wachsen lassen. „Wir glauben nach wie vor, dass Themen wie Globalisierung, freier Handel und eine offene Gesellschaft diskutiert und den Menschen erklärt werden müssen“, sagte Schenck. „Die Wahlen werden zeigen, ob es gelungen ist, die Menschen mitzunehmen.“

Es gebe aber auch einen positiven Trump-Effekt. Investitionen, Steuersenkungen und eine lockerere Zinspolitik würden für einen Aufschwung in den USA sorgen. Für die Weltwirtschaft gehe man von einem Wachstum von 1,2 Prozent aus. In Europa komme es darauf an, ob die EZB ihren geldpolitischen Ansatz ändere. China sei erfreulich stabil.

Deutschland: Hochburg der Stabilität

„Für Deutschland bin ich sehr zuversichtlich“, sagte der CFO. „Es ist eine Hochburg an Stabilität und das einzige Land, das sich mit den USA auf Augenhöhe befindet. Wir haben faktisch Vollbeschäftigung. Unsere Vorteile sind der Mittelstand mit seinen zahlreichen Familienunternehmen, eine solide Wirtschafts- und Haushaltspolitik sowie – trotz aller Kritik – eine unglaublich effektive Verwaltung im Vergleich mit anderen Ländern.“ Man dürfe überdies nicht vergessen, dass Deutschland am meisten von der europäischen Integration und dem Euro profitiere. „Insgesamt gehe ich davon aus, dass 2017 am Ende ein gutes Jahr sein wird“, so Schenck weiter. „Es wird vielleicht öfter einmal ruckeln und wir werden die Gurte anlegen müssen.“

Altlasten geregelt

Die Deutsche Bank wolle die Grundlagen dafür legen, eine langfristig erfolgreiche Bank zu sein. „Wir werden die Altlasten hinter uns lassen“, versprach Schenck. „Wir sind alle sehr erleichtert über die Einigung mit den amerikanischen Behörden. Es stimmt: Wir sind zwischen 2005 und 2007 allzu lax mit den Regeln der Due Diligence umgegangen. Wir bezahlen dafür 3,1 Milliarden Dollar Buße und 4,1 Milliarden Dollar an Hausbesitzer, Immobilienkäufer und Gemeinden. Das tut weh und es tut uns leid. Mit dieser Regelung haben wir jedoch einen Unsicherheitsfaktor beseitigt.“

Schenck gab zu, dass das letzte Quartal sehr schwierig war, freute sich aber, dass sich dabei eine Charakteristik der Deutschen Bank erneut gezeigt habe: „Unsere enorm hohe Widerstandsfähigkeit hat dafür gesorgt, dass 2016 trotzdem besser war als 2015. Die Kosten gehen runter, der Zugang zu den Kapitalmärkten ist wieder voll da und das Kundengeschäft war merklich besser.“ 2017 wolle man nicht mehr in der Verteidigung stehen, sondern wieder Tore schießen. „Schon 1870 bei der Gründung unserer Bank bildete der deutsche Markt mit seinen Firmenkunden den Kern unseres Geschäfts. Diese Stärken wollen wir ausbauen“, bekräftigte Schenck. Die Deutsche Bank habe 20 Millionen Privatkunden und rund eine Million Firmenkunden. Diese schätzten sowohl das internationale Netzwerk der Bank als auch deren Kapitalmarkt-Expertise. „Darauf sind wir stolz, denn beides ist wichtig für die Realwirtschaft und für Regierungen. Wir sind eine Bank, die auch in Krisenzeiten immer dabei ist.“

Dank an Kunden und Mitarbeiter

Die Deutsche Bank könne sich über stabile und intensive Kundenbeziehungen freuen und müsse sich vor dem Wettbewerb nicht verstecken, sagte Schenck. Es habe ihn und seine Kollegen glücklich und dankbar gemacht, dass viele Kunden in der Krise signalisiert hätten: „Wir stehen zu euch.“ Auch den Mitarbeitern sprach Schenck seinen Dank aus: „2016 war ein extrem schwieriges Jahr. Die Mitarbeiter haben sich trotz schlechter Presse voller Energie in ihre Aufgaben gestürzt. Danke! Ihr wart großartig!“ rief der CFO den anwesenden Mitarbeitern zu. (-ap)