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3. Juni 2017

Stabwechsel mit besten Zahlen bei Hannover Finanz

Auf ihrer Jahrespressekonferenz am 30. Mai in Frankfurt gab die auf den Mittelstand spezialisierte Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz nicht nur die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt, sondern auch einen Wechsel an der Spitze. Vorstandssprecher Andreas Schober übergibt nach 29 Jahren erfolgreicher Tätigkeit den Stab an den designierten Vorstandssprecher Goetz Hertz-Eichenrode.

Nach 21 Jahren im Vorstand der Hannover Finanz, davon acht Jahre als Vorstandssprecher, gibt der 63-jährige Andreas Schober den Stab für das operative Geschäft der Gruppe am 1. November 2017 an den 40-jährigen Goetz Hertz-Eichenrode weiter und ist von den Gesellschaftern der Beteiligungsgesellschaft – unter anderen Hannover Rück und M.M. Warburg – in den Beirat gewählt worden. Schober verabschiedet sich mit einer Rekordausschüttung.

Bestes Jahr der Firmengeschichte

„2016 ist das bisher beste Jahr in der Firmengeschichte“, sagte Hertz-Eichenrode. Er sieht die Gruppe auch für das laufende Geschäftsjahr sehr gut aufgestellt: „Andreas Schober konnte aufgrund seiner Erfahrungen aus Industrie und Unternehmensberatungen für unsere Gesellschaft immer ausgewogene Entscheidungen treffen und unsere Deal Teams durch wertvolle Hinweise führen. Er hat zahlreiche Investments in mittelständische Unternehmen zu Wachstum und Erfolg geführt. Mit seinem Namen sind große Transaktionen verbunden. In diesem Jahr war es der im März vollzogene Verkauf des Sensorik-Spezialisten Astyx an den Automobilzulieferer ZF und 2016 die Veräußerung der Firma Raith nach 14 Jahren Haltedauer sowie in der Vergangenheit die Beteiligungen an der Eschenbach Optik und der Mobilcom. Wir freuen uns, dass wir auch zukünftig durch seine Beiratsfunktion von seinem Wissen profitieren werden. Für 2017 erwarten wir erneut ein ertragsstarkes Jahr.“

Seit 2009 hat die Beteiligungsgesellschaft ihr Portfolio kontinuierlich verjüngt. Dabei ist der Betrag pro Neuinvestition auch 2016 wieder gestiegen. „Unser Ziel, größere Transaktionen durchzuführen, haben wir auch im letzten Jahr erfolgreich weiterverfolgen können. Insgesamt hat die Hannover Finanz den Wert ihres Portfolios wieder erheblich gesteigert“, beschrieb Hertz-Eichenrode die Entwicklung des Portfolios. Bei 37 Unternehmen erhöhte sich die Summe der Investitionen 2016 in alle Beteiligungen zusammengenommen auf 348 Millionen Euro (Vorjahr: 38 Unternehmen/ 327 Millionen Euro).

Insgesamt fünf erfolgreiche Veräußerungen konnte die Beteiligungsgesellschaft im verkaufsstarken Jahr 2016 realisieren und Veräußerungsgewinne von 117 Millionen Euro (Vorjahr: 77 Millionen Euro) verzeichnen. Die laufenden Portfolioerträge liegen bei 20 Millionen Euro (Vorjahr: 17 Millionen Euro). Die Gruppe konnte 2016 erneut ein herausragendes Gruppenergebnis erzielen und die Rekordsumme von 97 Millionen Euro (Vorjahr: über 67 Millionen Euro) an ihre Investoren ausschütten. Dazu gehören hauptsächlich Versicherungen und Pensionsfonds, die von der bisher höchsten Summe in der Firmengeschichte profitieren. „Wir erwarten, dass sich auch die Neuengagements der letzten Jahre positiv entwickeln und unsere Investoren weiterhin langfristig profitieren werden“, betonte Hertz-Eichenrode.

Neue Partnerstruktur etabliert

Etabliert hat sich 2017 auch die vor zwei Jahren eingeführte Partnerstruktur mit aktuell acht Partnern. „Wir haben ein interdisziplinäres und flexibles Team. Die zusätzliche Ebene, die wir durch die Partnerstruktur geschaffen haben, trägt alle Entscheidungen gemeinsam mit dem Vorstand auf Augenhöhe verantwortlich mit. Berater und mittelständische Unternehmen können sich direkt an unsere Partner mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen aus Industrie und Wirtschaft wenden“, so Hertz-Eichenrode, der künftig gemeinsam mit Co-Vorstand Jürgen von Wendorff die Gruppe führen wird. Der 50-jährige von Wendorff, von Haus aus Wirtschaftsingenieur mit Industrieerfahrung, ist gleichzeitig im Vorstand des Branchenverbandes BVK und dort für den Mittelstand zuständig.

Gemeinsam mit dem Vorstand ist die Management-Ebene mit 28 Prozent an der Hannover Finanz GmbH beteiligt. „Jeder, der bei uns ein Investment vorschlägt, setzt sich intensiv in der Partnergruppe damit auseinander und wird sich aufgrund der Beteiligung an unserem Unternehmen auch mit den mittelständischen Firmen, an denen wir uns beteiligen wollen, identifizieren. Wir sind als Mitgesellschafter bei unseren Beteiligungen immer mit im Boot und teilen die Werte des Mittelstands“, so Hertz-Eichenrode weiter.

Bei Familienunternehmen gefragt

Die Zahl der qualitativ hochwertigen Anfragen von mittelständischen Unternehmen sei gleichbleibend hoch, so Hertz-Eichenrode. „Mittelständler mit einer Umsatzgröße ab 20 Millionen Euro sehen in uns weiterhin den idealen Partner. Wir können aufgrund unserer Evergreen-Fonds-Struktur langfristig investieren und den Zeitpunkt des Ausstiegs gemeinsam mit dem Unternehmer planen.“ Die 1979 gegründete Beteiligungsgesellschaft bleibt durchschnittlich acht Jahre beteiligt und hat sich bei Unternehmern und ihren Familien in der D-A-CH-Region eine hohe Akzeptanz mit ihren speziell für mittelständische Unternehmen maßgeschneiderten Beteiligungsmodellen und der Bereitschaft zu langfristigen Engagements erarbeitet.

„Die Anfragen von Familienunternehmen, die ihre Nachfolge mit uns regeln oder einen Gesellschafterwechsel vornehmen wollen, haben auch im letzten Jahr weiter zugenommen“, berichtete Hertz-Eichenrode über die Entwicklung im Geschäftsjahr 2016. „Der Markt bietet außerdem weiterhin beste Bedingungen für Veräußerungen, die wir im ständigen Austausch mit den Unternehmern realisieren. Auch im laufenden Geschäftsjahr 2017 werden wir Veräußerungen realisieren. Schon jetzt können wir sagen, dass wir auch 2017 erneut mit einem sehr ertragsstarken Jahr rechnen dürfen“, so der Vorstand zur Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr. Neben einem Neuinvestment sind 2017 auch weitere neue Beteiligungen in Vorbereitung. Mit über 180 Millionen Euro für Neuinvestitionen sieht sich der Eigenkapitalpartner gut gerüstet.

Finanzinvestor als Nachfolger immer beliebter

2016 hat die Hannover Finanz Gruppe insgesamt über 67 Millionen Euro (Vorjahr: 75 Millionen Euro) in drei Neuengagements und ein Folgeengagement investiert. Bei allen drei neuen Beteiligungen wählte die Gründerfamilie für die Nachfolgeregelung die Beteiligungsgesellschaft als Nachfolger und Mehrheitsgesellschafter.

Zu den neuen Beteiligungen zählt die Achat Hotel- und Immobilienbetriebsgesellschaft, die derzeit 29 Hotels in Deutschland sowie je ein Haus in Österreich und Ungarn betreibt. Auch die Dortmunder Moeschter Group wählte die Hannover Finanz als Nachfolger und Sparringspartner. Der Gründer rückbeteiligte sich im Rahmen eines Owner-Buy-out mit 25 Prozent an dem Unternehmen; das Management ist im Rahmen eines Management-Buy-out beteiligt. Das Familienunternehmen Schiller Fleisch mit Sitz in Bad Vilbel gehört seit 2016 zum Portfolio der Beteiligungsgesellschaft. Auch die Familie Schiller gab das Unternehmen im Rahmen der Nachfolge und Zukunftssicherung an den Eigenkapitalpartner und das

Studie zu Generationenwechsel und Digitalisierung

„Familienunternehmen öffnen sich zunehmend für Beteiligungsgesellschaften. Dabei sind partnerschaftliche Beteiligungsmodelle, die Bereitschaft zu Minderheitsbeteiligungen und eine längere Beteiligungsdauer grundlegende Bedingungen für die Zusammenarbeit mit Familienunternehmern“, stellte Vorstand von Wendorff fest.

Die Ergebnisse der Studie „Zukunftssicherung Familienunternehmen“, die das „WIR-Magazin“ aus dem Hause „Frankfurt Business Media“ für Hannover Finanz, Livingstone, Oppenhoff & Partner und die QSC AG durchführte, zeigen, dass die Herausforderungen des Generationenwechsels im Zusammenhang mit der Digitalisierung inzwischen als Chefsache gesehen werden. Ein Großteil der Befragten sucht laut Studie dringend Fachkompetenz und personelle sowie finanzielle Ressourcen, um die Digitalisierung zu stemmen. Die Studie zeigt, dass ein Wandel zu beobachten ist. Unternehmer öffnen sich inzwischen mehr für Impulse von außen und erwägen Co-Investments, Investitionen in Start-ups oder in eigene Inkubatoren.

„Der Mittelstand sucht vermehrt Sparringspartner. Das kann auch eine Beteiligungsgesellschaft sein, die den Unternehmer über einen Owner-Buy-out dabei unterstützt, seine Nachfolge zu regeln und trotzdem aus der Gesellschafterposition heraus das Unternehmen weiter zu begleiten. Der Weg für die nächste Generation und oft auch in die digitalisierte Zukunft wird dadurch frei. Des Weiteren kann eine Beteiligungsgesellschaft bei Zukäufen von Start-ups, die Digitalisierung als Geschäftsmodell haben, unterstützen“, so von Wendorff zur Zusammenarbeit mit Familienunternehmen und deren Zukunftssicherung.