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10. März 2020

Lapp wächst gegen den Trend

Der Kabelhersteller Lapp konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 zwar ein Umsatzplus von sechs Prozent erzielen, rechnet aber in diesem Jahr mit Umsatzeinbußen.

Trotz eines schwierigen Marktumfeldes konnte das Stuttgarter Familienunternehmen einen Umsatz von insgesamt 222 Millionen Euro verzeichnen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 9,5 Prozent auf 4.650 Beschäftigte. Allerdings verringerte sich das Ergebnis vor Steuern um 17,6 Prozent auf 48,3 Millionen Euro. „Angesichts anhaltender Spannungen im Welthandel und der Eintrübung der Konjunktur, können wir auf das Erreichte sehr stolz sein. Vor allem unsere Strategie, die digitale Transformation gemeinsam mit den Kunden voranzutreiben, trägt erste Früchte. Das zeigt uns, dass wir mit innovativen Lösungen auch in schwierigen Zeiten noch wachsen können“, sagte Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding AG, bei der Vorstellung der Zahlen.

Umsatzanstieg durch Zukäufe & Co.

Der Umsatzanstieg wurde laut Andreas Lapp auch durch strategische Vertriebsinitiativen positiv beeinflusst, zum Beispiel im Marktsegment industrielle Kommunikation. Auch Zukäufe wie die Akquisition von Ceam Cavi Speciali Srl zahlten sich für das Unternehmen aus. Die Kupferpreise und Wechselkurse hatten hingegen kaum Einfluss auf den Umsatz: „Lapp ist gegen den Trend gewachsen. Wäre der Kupferpreis im Jahresdurchschnitt nicht gefallen, hätten wir sogar ein operatives Wachstum von 6,9 Prozent vorweisen können,“ betonte Finanzvorstand Dr. Ralf Zander. Besonders gut liefen die Geschäfte in Europa, aber auch in Afrika und im Nahen Osten. Dort wurde rund 73 Prozent des weltweiten Umsatzes erwirtschaftet. Hier erhöhte sich der Umsatz um knapp acht Prozent auf 889,9 Millionen Euro. Positiv entwickelte sich laut der Geschäftsleitung auch der Umsatz in Deutschland mit 359,8 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 3,4 Prozent.

Solide und robuste Finanzlage

„Trotz der negativen Konjunktureinflüsse stellt sich die Vermögens- und Finanzlage von ausgesprochen solide und robust dar“, bekräftigte Dr. Zander. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 78,2 Millionen Euro (Vorjahr: 89,6 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern beträgt 48,3 Millionen Euro (Vorjahr: 58,6 Mio. Euro). Das Eigenkapital ist um 18,3 Mio. Euro auf 338,5 Mio. Euro gestiegen. Damit liege die Eigenkapitalquote mit 48 Prozent auf konstant hohem Niveau“, betonte der Finanzvorstand. Für das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 geht das Familienunternehmen von einem schwierigen Geschäftsverlauf aus und rechnet damit, dass die großen Unsicherheiten aus der Corona-Krise, dem Brexit sowie der generellen ökonomischen Verlangsamung voraussichtlich zu einer Umsatzreduktion in 2019/20 im Vergleich zum Vorjahr führen werden. Um den finanziellen Spielraum für künftiges Wachstum zu sichern, wird bei Lapp verstärkt auf Kosteneffizienz geachtet. „Es war zu erwarten, dass nach sechs Jahren Wachstum die Konjunkturkurve auch mal wieder nach unten zeigt. Ich bin aber optimistisch, dass die Talsohle bald erreicht ist“, sagte Andreas Lapp.

www.lappkabel.de