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16. Juni 2020

Neue Studie bestätigt: Familienunternehmen hinken Digitalisierung hinterher

Eine aktuelle Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management bestätigt, dass Familienunternehmen in Deutschland der digitalen Entwicklung hinterherhinken.

Eine aktuelle Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management bestätigt, dass Familienunternehmen in Deutschland der digitalen Entwicklung hinterherhinken. Blockchain, KI, Digitalisierung oder Social Media sind demnach diesen Betrieben eher fremd. Grundsätzlich fühlen sich 55% der deutschen Familienunternehmen auf die digitale Transformation vorbereitet. Allerdings nutzt nur eine kleine Minderheit Technologien wie Cloud Computing (38%) oder Big Data (19%). Anwendungen der Künstliche Intelligenz kommen lediglich bei 5% der Unternehmen zum Einsatz.

Blockchain oder KI fast gar nicht im Einsatz

Professorin Nadine Kammerlander, Leiterin des Lehrstuhls Familienunternehmen an der WHU, die diese Studie inhaltlich begleitet hat, erklärt: „Erschreckend ist, dass selbst in der Anwendung der Basis-IT nur knappe Mehrheiten diese Anwendungen überhaupt im Einsatz haben.“ Zu diesen Anwendungen der Basis-IT zählt die WHU unter anderem ERP-Systeme, elektronischer Rechnungsversand, Nutzung von Social Media oder digitales CRM-Management. Wegweisende Technologien wie Blockchain, Künstliche Intelligenz oder auch Big Data und Industrie 4.0 seien nach den Ergebnissen der Studie bei Familienunternehmen nur selten im Einsatz.

Unternehmen verpassen wichtige Trends

Viele Familienunternehmen agieren nach Ansicht der WHU hier ganz nach ihrer DNA: Erst wenn sie vom Einsatz einer Technologie vollends überzeugt seien und glauben, dass sich diese auch rechnet, investieren sie. Das sei eine legitime Strategie. Allerdings führe es gleichzeitig dazu, dass sie keine Erfahrungen mit den neuen Trends und Technologien abseits von Vorträgen und Presselektüre sammeln können. „Was heute im öffentlichen Diskurs nahezu omnipräsent erscheint, hat lediglich eine Minderheit der Familienunternehmen in Deutschland im Einsatz“, so Kammerlander weiter.

Befragt wurden 1.444 deutsche Unternehmen, davon 689 Unternehmen in mehrheitlichem Familienbesitz und 755 im Nicht-Familienbesitz. 92% der Antwortgeber waren Führungskräfte, davon 53% Mitglieder der Geschäftsführung beziehungsweise des Vorstands und 34% jeweils Vorsitzende dieses Gremiums. (unternehmeredition.de)