Aktuelles
10. Juli 2020

Konstruktives Miteinander statt Grabenkämpfe

Stellungnahme von Alexander Kögel zur Wahl der IHK-Vollversammlung

Man sollte meinen, dass spätestens die Covid-19-Pandemie den Menschen gelehrt hat, dass wir unsere Gegenwart und Zukunft nur durch ein kreatives, konstruktives Miteinander gestalten und leben können. Doch leider ist das nicht der Fall: Blickt man auf das Verhalten so mancher gesellschaftlichen Gruppierungen, scheint es nichts Erstrebenswerteres zu geben, als Konfrontation und das Zerstören bestehender Strukturen. Seien sie auch noch so hilfreich. Ein Beispiel hierfür ist auch die IHK Region Stuttgart, bei der vom 6. bis 28. Juli 2020 die Wahl der IHK-Vollversammlung ansteht. Ein zukunftsweisendes Ereignis – nicht zuletzt deshalb, da eine kleine Gruppe versucht, diese für die Wirtschaft in der Region ausgesprochen wichtige Institution von innen heraus „Schach matt“ zu setzen.

Wie entscheidend die Arbeit der Industrie- und Handelskammer tatsächlich für die kleinen, mittleren und großen Unternehmen hier im Land ist, hat aber genau die Auswirkungen des Corona-Virus‘ gezeigt. Selten war und ist die IHK so wichtig wie in diesen Wochen und Monaten: Während alle versucht haben bzw. versuchen, die aktuelle Situation im täglichen To-Do zu meistern, übernahm die IHK zum Beispiel im Hintergrund die Organisation der staatlichen Hilfen und deren Verteilung an die zahlreichen großen, mittelständischen und insbesondere die vielen Kleinunternehmen und Selbstständigen. Ein enormer Zusatzaufwand, ohne den viele Unternehmen sicher deutlich länger auf die existenzunterstützenden Mittel hätten warten müssen.

Das ist allerdings nur eines der unzähligen Benefits der IHK, von denen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen profitieren. Und zwar nicht nur in Krisen-, sondern auch und vor allem in „normalen“ Zeiten. Als Geschäftsführer eine Familienunternehmens, das bereits in vierter Generation besteht, weiß ich, wovon ich spreche. Die angebotenen Services – von der umfassenden Beratung über Information und Weiterbildungsangeboten bis hin zur Unterstützung bei der qualifizierten Ausbildung – erleichtern uns das Tagesgeschäft ungemein. Denn wir haben EINE zentrale Anlaufstelle, bei der wir schnell, unbürokratisch und kompetent mit allem, was wir an Wissen brauchen, ausgestattet werden. Für uns Unternehmer in der Region ist die IHK also weit mehr, als eine Interessensvertretung: Sie ist ein engagierter Partner mit Angeboten für alle unternehmerischen „Lebenslagen“.

Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es mir wichtig, eine Lanze für die IHK zu brechen. Und alle Wahlberechtigten dazu zu ermuntern, die Chance zu nutzen, um mit ihrer Stimme diese unparteiische, für alle Wirtschaftsbranchen gleichermaßen engagierte Vertretung ihrer Interessen zu stärken. Denn es ist der gesetzliche Auftrag einer Industrie- und Handelskammer, sich um das Wohl ihrer Mitglieder zu kümmern, sie auch in Notlagen bestmöglich zu unterstützen, Angebote für das Weiterkommen zu entwickeln. Was sie aber nur tun kann, wenn sie von ihren Mitgliedern ebenfalls entsprechend unterstützt wird. Das bedeutet auch, denen, die diese Institution unterhöhlen, Grenzen zu setzen. Die beste Gelegenheit dazu besteht jetzt: Mit ihrer Stimme können sie die Kandidaten ins Parlament der IHK wählen, die sich tatsächlich für die gemeinsamen Belange einsetzen. Sei es die Digitalisierung. Sei es der Umgang mit Mitgliedsbeiträgen. Oder sei es die Vertretung der Wirtschaftsinteressen bei Verwaltung und Politik. Denn die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer soll künftig keine Plattform mehr sein für ideologische Machtkämpfe, sondern für ein gemeinsames Miteinander, um die regionale Wirtschaft zu fördern. Blockade und Ausbremsen war gestern – wer die Zukunft gestalten will, muss sie positiv, konstruktiv, optimistisch und vor allem gemeinsam anpacken!

Alexander Kögel

Geschäftsführer Modehaus Kögel, Esslingen

 

Weitere Informationen:

www.modehaus-koegel.de

www.pro-wirtschaft-stuttgart.de