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30. September 2020

Erste Ausstellung zu Familienunternehmen in Ostdeutschland verlängert

Angesichts des 30. Jubiläums der Deutschen Einheit präsentiert die Stiftung Familienunternehmen die erste Ausstellung, die sich der Geschichte der Familienunternehmen in Ostdeutschland widmet.

Konkrete Beispiele, unveröffentlichte Dokumente und Zeitzeugenaussagen dokumentieren dort den Prozess der Verdrängungen und Enteignungen, aber auch den Neuanfang nach der Wende.

Die Ausstellung baut auf umfangreichen Forschungsarbeiten auf. Eine im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen unter Leitung des Historikers Dr. Rainer Karlsch (IfZ – Institut für Zeitgeschichte München-Berlin) verfasste Studie zeigt auf, wie eine einst reiche Landschaft an starken Familienunternehmen durch Krieg, Besatzung und Sozialismus Schaden nahm, nach dem Sturz der SED aber wieder zum Motor für Wachstum und Beschäftigung wurde. Dr. Karlsch ist wissenschaftlich Verantwortlicher für die Ausstellung.

Volkswirtschaftliche Untersuchungen zeigen indes, dass Familienunternehmen wieder das tragende Fundament der Wirtschaft in den neuen Bundesländern sind. 92 Prozent der Unternehmen in den neuen Bundesländern sind Familienunternehmen – der Anteil liegt höher als im Westen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier würdigt die hohe Bedeutung der Familienunternehmen für den Aufbau Ost: „Familienunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft. Sie haben einen maßgeblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung in den neuen Bundesländern geleistet. Gerade der Blick auf die Biographien ostdeutscher Unternehmerinnen und Unternehmer zeugt von einem unerschütterlichen Gestaltungswillen und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Diese Eigenschaften stehen beispielhaft für das, was unser Familienunternehmertum auszeichnet.“

Die Ausstellung „Verdrängung, Enteignung, Neuanfang: Familienunternehmen in Ostdeutschland von 1945 bis heute.“ ist bis zum 23. Oktober noch in Berlin zu sehen, danach geht die Ausstellung auf Wanderschaft innerhalb Deutschlands.

Die Stiftung Familienunternehmen bietet auch einen virtuellen Rundgang an. Sie beinhaltet die wichtigsten Dokumente der Ausstellung. Mehr Informationen gibt es hier. (ots)