Aktuelles
8. Dezember 2020

Top-500-Familienunternehmen – Frauenquote an der Spitze sehr niedrig

Eine aktuelle Auswertung der Top-500-Familienunternehmen in Deutschland durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und die Intes-Akademie für Familienunternehmen hat ergeben, dass sich der Frauenanteil in der Führungsspitze dieser Firmen bei lediglich 13,6 Prozent bewegt.

Eine aktuelle Auswertung der Top-500-Familienunternehmen in Deutschland durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und die Intes-Akademie für Familienunternehmen hat ergeben, dass sich der Frauenanteil in der Führungsspitze dieser Firmen bei lediglich 13,6 Prozent bewegt. Das heißt: Knapp 9 von 10 der Top-500 Familienunternehmen haben keine Frau in dieser Position. Damit liegt die Quote weit unter dem Ergebnis der Allbright-Studie, die bei den Top-100-Familienunternehmen eine Quote von 29 ermittelte. „Das ist kein Schönheitsfleck. Jetzt ist die Next Generation gefragt, die Unternehmen auch in diesem Punkt in die Neuzeit zu holen“, fordert Intes-Geschäftsführer Dr. Dominik von Au. Die meisten Familienunternehmen unterliegen allerdings nicht der kürzlich von der Bundesregierung beschlossenen Frauenquote, da nur die wenigsten börsennotiert und mitbestimmt sind. „Die Quote ist ein richtiges Signal, obwohl sie nicht an den Kern des Problems geht, sondern nur Symptome behandelt. Mit der geringen Attraktivität der MINT-Fächer bleibt ein großes strukturelles Problem“, unterstreicht von Au. Bei vielen anderen Ursachen, wie der unzureichenden Individualisierung von Arbeitszeitmodellen und der schwierigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, könnten jedoch insbesondere auch die Familienunternehmen vorangehen und von sich aus zeigen, dass es bessere Wege als die Quote gebe, dem Ziel einer erhöhten Diversität in Führungsgremien nachzukommen.

Von Au zeigt sich mit Blick in die Zukunft optimistisch, dass sich an diesem Ungleichgewicht in den kommenden Jahren etwas ändert und verweist auf die globale NextGen-Studie 2019 von PwC, an der nahezu 1.000 NextGens (darunter ein Drittel Frauen) teilnahmen. „Es zieht die weiblichen Nachfolger in Familienunternehmen immer stärker in die Verantwortung“, so von Au. Ob Frau oder Mann, rund 81 Prozent von ihnen strebten grundsätzlich eine – wie auch immer ausgekleidete – führende Rolle im Familienunternehmen an. Das gelte für die globale Auswertung, aber auch für die Befragung unter deutschen NextGens. Auffällig sei aber auch, dass weibliche NextGens in Familienunternehmen sich weniger häufig als ihre männlichen Kollegen in der CEO-Rolle sehen würden. Mit Blick auf die kommenden Jahre wollen nach der PwC/Intes-Untersuchung über 70 Prozent der männlichen NextGens ganz konkret in eine CEO-Position, aber nur rund 30 Prozent der weiblichen. Frauen sehen sich demnach tendenziell eher in der Rolle der aktiven Gesellschafterin mit einer Position im Aufsichtsgremium. „Die weiblichen NextGens, die in solche Aufsichtsgremien aufrücken, sollten ihre starke Position in diesen Gremien nutzen, um auf eine höhere Diversität in der Geschäftsführung hinzuwirken“, so der Intes-Geschäftsführer.