Aktuelles
23. März 2021

Die Unternehmerfamilie stärkt Familienunternehmen auf dem Arbeitsmarkt

Die Unternehmerfamilie ist der entscheidende Faktor, wenn es um Mitarbeiterbindung geht. Zu diesem Ergebnis kommt eine zweijährige Forschungsarbeit der Stiftung Familienunternehmen.

In der Corona-Krise rückt das Personalmanagement in den Fokus der Unternehmen. Sie stehen vor der Aufgabe, die begehrten Fachkräfte zu halten und zu motivieren. „Wer sich jetzt gut auf dem Arbeitsmarkt positioniert, wird nach dem Ende der Krise umso schneller wieder durchstarten können“, sagt Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen. „Das ist eine der wichtigsten Lehren aus der Finanzmarktkrise 2008.“

Entscheidungsfaktor Personalentwicklung

Eine zweijährige Forschungsarbeit der Stiftung Familienunternehmen zeigt, dass Familienbetriebe dafür bestens gerüstet sind. Dafür untersuchte die Technische Universität München unter Leitung von Prof. Dr. Alwine Mohnen empirisch zahlreiche Aspekte des Personalmanagements in Familienunternehmen: Von der Gewinnung von Fach- und Führungskräften über die Weiterbildung und Entsendung von Mitarbeitern bis hin zur Mitarbeiterbindung.

 

  • 5.375 Befragungsdaten von Bewerbern, Mitarbeitern, Personalverantwortlichen und Geschäftsführern
  • Familie als prägendes Element im Familienunternehmen
  • Die Unternehmerfamilie ist der entscheidende Faktor, um Mitarbeiter zu binden
  • Je stärker der Familieneinfluss, desto größer ist die Identifikation mit dem Unternehmen

 

Das zeigt sich in der aktuellen Pandemie. Einige Gesellschafterfamilien haben Solidaritätsfonds für die Belegschaft eingerichtet, in die sie eigenes Geld einzahlen, andere stockten das Kurzarbeitsgeld auf oder unterstützen Studierende. In vielen Fällen stammt das Geld von der Gesellschafterfamilie.

Vorteile von Familienunternehmen

Die von der Familie geprägte Unternehmenskultur trägt auch zu einer positiven Wahrnehmung bei Jobbewerbern bei. Diese verbinden mit ihrem potenziellen Arbeitgeber in erster Linie eine positive Arbeitsatmosphäre (82,1 Prozent). Auch die Möglichkeiten von eigenverantwortlichem Arbeiten (78,3 Prozent) sowie der Unternehmensethik (73,7 Prozent) werden von den Bewerbern höher als bei anderen Unternehmensformen eingeschätzt. Insgesamt schneiden Familienunternehmen in elf von 14 Kriterien besser ab.

Maßnahmen Mitarbeiterbindung

Diese Arbeitsplatzcharakteristika sind auch für eine langfristige Mitarbeiterbindung von Bedeutung, zeigen die Umfragen. Fach- und Führungskräfte sehen eine gute Arbeitsatmosphäre als das wichtigste Kriterium für den langfristigen Verbleib im Unternehmen. Erst danach kommen die Punkte „Karrierechancen“, „Tätigkeit“ und „Vergütung“.

Weiterbildungschancen

Insgesamt sind Familienunternehmen bestens aufgestellt, um die Corona-Krise wie auch den Fachkräftemangel gut zu meistern: „Familienunternehmen punkten vielfach mit einer überlegenen Unternehmenskultur, die den Mitarbeitern nicht nur Karriere bietet, sondern auch persönliche Entwicklung“, fasst Heidbreder die Studienergebnisse zusammen.

 

Hier geht es zum Download der Studie „Personalmanagement in Familienunternehmen: Recruiting, Arbeitsbedingungen, Weiterbildung“.

Quelle: Stiftung Familienunternehmen

 

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Deutschland rutscht im Länderindex Familienunternehmen weiter ab

Studie: Männer dominieren die Topetagen großer Familienunternehmen

Positive Auswirkungen der Familienunternehmen in Landkreisen