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1. April 2021

Homeoffice lässt grüßen: 7 überraschende Fakten zur Haltung

Informationen über eine vermeintlich „korrekte“ Haltung gibt es zuhauf. Neue Erkenntnisse zeigen, dass im Homeoffice mehr im Sitzen gearbeitet wird als im Office. Die Frage, wie man am besten und gesündesten sitzt, um Schmerzen vorzubeugen, tut sich dabei zwangsweise auf.

[md] Diane Slater und ihre Co-Autoren eröffnen in ihrem Artikel „Sit up Straight: Time to re-evaluate“ aus dem Journal of Orthopaedic and Sports Physical Therapy (JOSPT) eine Diskussion über die aktuellen Forschungsergebnisse zum Thema Haltung und Wirbelsäulenschmerzen. Sie benennen sieben überraschende Fakten zur Haltung:

 

  1. Es gibt nicht die eine „korrekte“ Haltung: Es gibt nicht ausreichend Evidenz für die eine optimale Haltung. Ebenso wenig gibt es keine typischen, inkorrekten Haltungspositionen, die Rückenschmerzen verursachen.
  2. Unterschiede in der Haltung sind normal: Jeder Mensch verfügt über eine individuelle Wirbelsäulenkrümmung. Es gibt keine Krümmungsform, die speziell mit dem Auftreten von Schmerzen zusammenhängt. Schmerzen bedeuten nicht direkt, dass die Krümmungsform „nicht normal“ ist.
  3. Die Haltung gibt einen Einblick in den emotionalen Zustand: Die Haltung kann viel über den emotionalen Zustand, die Gedanken und das eigene Körperempfinden einer Person aussagen. Es kann hilfreich sein, die Gründe für gewisse Haltungen zu analysieren.
  4. Es ist nicht gefährlich, eine bequemere Haltung einzunehmen: Je nach Mensch variieren als bequem empfundene Haltungen. Das Austesten verschiedener Haltungen – auch jene, welche oft vermieden werden – und ein Verändern der gewohnten Haltung kann zu einer Verbesserung der Schmerzsymptomatik beitragen.
  5. Die Wirbelsäule ist robust: Sie stellt eine robuste, anpassungsfähige Struktur dar, die in einer Vielzahl von Formen bewegt und belastet werden darf.
  6. Sitzen ist nicht schädlich oder gefährlich: Das Sitzen in ein und derselben Position für mehr als 30 Minuten ist nicht gefährlich oder schädlich. Trotzdem kann es sinnvoll sein, sich zwischendurch hin und her zu bewegen und sonst auch körperlich aktiv zu sein.
  7. Es gibt nicht eine universelle Lösung für alle: Das Screenen von Haltungen und Bewegungen am Arbeitsplatz tagen nicht dazu bei, Schmerzen vorzubeugen. Gewisse Hebetechniken sind aufgrund der natürlichen Wirbelsäulenkrümmung zu bevorzugen. Zum häufigen Ratschlag, eine spezielle Haltung einzunehmen oder auch für ein Bracing des Rumpfes liegt keine Evidenz vor.

Quellen: pain-ed.com; Originalpublikation

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