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8. April 2021

Hybridform erwünscht

Welche Konzepte bevorzugen Arbeitnehmer? Stirbt der Bürojob oder sogar der Nine-to-Five-Job aus? Die Jobplattform Stepstone führte zu diesen Themen eine Befragung durch.

Rund 28.000 Menschen wurden zu bevorzugten Arbeitsmodellen nach Corona befragt, darunter auch etwa 2.000 Recruiter*innen und Manager*innen, die für Personal zuständig sind. Die Ergebnisse der Studie seien repräsentativ für die Erwerbsbevölkerung.

Persönliche Kontakte bleiben wichtig

Fast jeder Zweite hat im vergangenen Jahr das Büro gegen das Homeoffice getauscht. Besonders die Zeitersparnis sei dabei von Vorteil, da tägliche Pendelei zum Arbeitsplatz wegfällt. Dies gaben 74 Prozent der Befragten an. Doch das Büro ist noch nicht begraben: Zwei Drittel der Befragten gaben ebenso an, dass ihnen der persönliche Austausch mit Kolleg*innen fehlt. Dementsprechend wollen auch künftig nur 4 Prozent aller Befragten vollständig aus dem Homeoffice arbeiten. „Das Büro wird nach der Corona-Pandemie eine Aufwertung erfahren. Es wird nicht mehr der Platz sein, an dem die Mitarbeiter*innen nur ihre Schreibtischarbeit erledigen. Das geht gut von zuhause aus“, sagt Arbeitsmarktexperte Dr. Tobias Zimmermann. „Vielmehr wird es ein Platz für bewusste Zusammenarbeit und interaktiven Austausch.“

Wahlfreiheit ist relevant

Wenn es um den Arbeitsort und die Arbeitszeit geht, wollen Arbeitnehmende in Deutschland Flexibilität: 83 Prozent der Befragten gaben an, Arbeitsbeginn und -ende frei einteilen zu wollen. Auch über den Arbeitsort würden sie am liebsten zukünftig entscheiden können oder zumindest eine feste Zahl an Homeoffice-Tagen zur Verfügung haben (47 Prozent und 36 Prozent). „Die Unternehmen stehen damit zum Teil vor enormen Herausforderungen, diesem Anspruch gerecht zu werden – das betrifft oft den ganzen Arbeitsprozess und geschieht nicht von heute auf morgen“, so Zimmermann weiter. „Aber: Die Arbeitnehmer*innen haben dafür Verständnis. Eine ehrliche und offene Kommunikation sowie die ernstgemeinte Einbindung der Mitarbeitenden ist deshalb der wichtigste Schritt auf diesem Weg.“

Der Mix macht’s: Hybrid gewinnt

Jedes fünfte Unternehmen sagt, es sei noch nicht ausreichend für flexible Arbeitsprozesse auf breiter Front aufgestellt. „Insbesondere kleinere und mittelständische Industriebetriebe, die häufig über Schichtarbeit organisiert sind, können das oft noch nicht leisten und brauchen noch Zeit, geeignete Modelle zu entwickeln“, sagt Zimmermann. Und vor allem, wenn es um die digitale Infrastruktur geht, sehen viele nach wie vor Nachholbedarf.

Vor der Pandemie ist nicht nach der Pandemie? In mehr als jedem vierten Unternehmen soll die Arbeit von zuhause die Ausnahme bleiben. Fast genauso viele wollen es den Mitarbeiter*innen hingegen vollständig freistellen, von wo sie arbeiten. Nur 5 Prozent setzen fortan vollständig auf Homeoffice. „Für die Jobs, in denen Homeoffice theoretisch möglich ist, gilt: In Zukunft gibt es kein ‚Entweder-oder‘ mehr. Die Mehrzahl der Unternehmen wird auf lange Sicht auf hybride Arbeitsmodelle umstellen, die sowohl die Arbeit im Büro als auch Arbeit von zuhause aus ermöglichen“, stellt Zimmermann fest.

 

Quelle: StepStone 

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