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2. September 2021

Anpassungsfähigkeit von Familienunternehmen an die Umwelt

Das Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU) wartet mit neuem Praxisleitfaden auf: „Wie Familienunternehmen ihre Anpassungsfähigkeit und damit ihre Wettbewerbsstärke gezielt verbessern können”.

Der Praxisleitfaden zeigt auf, was Familienunternehmen tun können, um in einer sich ständig ändernden Umwelt dauerhaft bestehen zu können.

Oberstes Gebot: Anpassungsfähigkeit

Es ist die Anpassungsfähigkeit, die eine Organisation eine Krise überstehen und sie im Idealfall sogar gestärkt daraus hervortreten lässt. Auch ist es die Anpassungsfähigkeit, die eine Organisation in die Lage versetzt, sich abzeichnende langfristige gesellschaftliche oder technologische Veränderungen frühzeitig erkennen und etwa durch ein angepasstes Produktangebot darauf reagieren zu können. Doch wie genau entsteht Anpassungsfähigkeit? Wie kann sie aktiv entwickelt und in geeigneter Weise ausgespielt werden?

Unternehmensinterne Werte und Unternehmenskultur

Zur Beantwortung dieser Fragen hat der Wittener Alumnus und Ökonom Dr. Thorsten Voigt gemeinsam mit dem Wirtschaftspsychologen Dr. Gregor Nimz Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen unterschiedlicher Branchen, Umsatzklassen und Beschäftigtenzahlen interviewt. In den Gesprächen kristallisierte sich heraus, dass es zentrale Faktoren gibt, die Anpassungsfähigkeit entstehen lassen. Diese Faktoren sind teilweise von der Umwelt vorgegeben, teilweise im Unternehmen verankert und gestaltbar. Die Anpassungsfähigkeit einer Organisation ist den Autoren zufolge das Ergebnis des Zusammenspiels der unternehmensinternen Dimensionen, darunter etwa die gelebten Werte und die Unternehmenskultur. Die Autoren empfehlen, die entsprechenden Dimensionen so zu gestalten, dass sie den Unternehmenserfolg sichern und einen gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Wittener Institut für Familienunternehmen

Vier Prototypen

Wie sich in den Interviews zeigte, kann die Art und Weise des Zusammenspiels der unternehmensinternen Dimensionen sehr unterschiedliche Ausprägungen annehmen. Es ließen sich jedoch vier „Prototypen“ mit jeweils eigenen Fragestellungen identifizieren, die Leserinnen und Lesern dabei helfen sollen, die eigene Anpassung strategisch anzugehen und erfolgreich zu organisieren. Neben der Konfiguration der einzelnen Faktoren führen die Autoren eine weitere, für Familienunternehmen bedeutsame Einflussgröße an: das Selbstverständnis der Unternehmerfamilie und, daran gebunden, die Art und Weise, wie sie welchen Einfluss auf ihr Unternehmen und dessen Entwicklung ausübt.

Anpassungsfähigkeit als Wettbewerbsfaktor

„Die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens ist ein eigenständiger Wettbewerbsfaktor jedes Unternehmens – starre Unternehmen sind langfristig nicht überlebensfähig“, so Voigt. „Sie ist allerdings kein Zufall, sondern kann und sollte ganz gezielt gestaltet werden.“ „Entscheidend ist dabei ein ganzheitlicher Blick auf die Organisation, der die Zusammenhänge z. B. von Marktanforderungen, Strukturen und Kultur im Blick behält“, ergänzt Nimz.

Quelle: Wittener Institut für Familienunternehmen