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6. Dezember 2021

Familienunternehmen zahlen brav Steuern, Dax-Konzerne kaum

Die Steuervermeider sitzen in DAX-Vorständen.

Fast zwei Milliarden Euro mehr haben die Familienunternehmen 2018 an Steuern gezahlt als die nicht-familiengesteuerten DAX-Unternehmen. Betrachtet man nur das Jahr 2018, zahlten die Top 500 Familienfirmen 15,12 Milliarden Euro an Körperschaftssteuern, Einkommenssteuer der Gesellschafter, Gewerbesteuer, Kapitalertragssteuer und Abgeltungssteuer auf ausgeschüttete Gewinne. Die DAX-27 haben dagegen 2018 nur 13,45 Milliarden Euro an den Fiskus abgeführt. Die Differenz beträgt somit 1,67 Milliarden Euro, die familiengeführte Unternehmen in Deutschland mehr zahlen als DAX-Konzerne. Das zeigt das „Schwarzbuch Steuer(un)gerechtigkeit” der Schippke Wirtschaftsberatung, für die Studien und Analysen von Ministerien, Verwaltungen und Forschungsinstituten ausgewertet werden, hier aus Zahlen des ifo Instituts.

Im Durchschnitt lagen die Unternehmenssteuerzahlungen der DAX-27 zwischen 2010 und 2018 bei 11,97 Milliarden Euro. Die Top 500 Familienunternehmen zahlten im selben Zeitraum durchschnittlich 12,1 Milliarden Euro Steuern. Mit Beginn des Vergleichs 2010 stiegen für beide Firmengruppen die Steuern an, seit 2014 liegen die Abgaben der Familienunternehmen jedoch deutlich über denen der DAX-Konzerne und die Schere ging immer weiter auf. 2016 zahlten Familienfirmen 14,29 Milliarden Euro, DAX-Konzerne nur 12,39 Milliarden Euro. 2017 stieg der Betrag für die Familienfirmen auf 15,26 Milliarden Euro an, für die DAX-27 nur auf 13,58 Milliarden Euro.

Die Steuervermeider sitzen in DAX-VorständenSchippke Wirtschaftsberatung AG
Die Steuervermeider sitzen in DAX-Vorständen

Ohnehin tragen Familienunternehmen die Hälfte der im Inland fälligen Unternehmenssteuern. Um sie zu entlasten, beschloss der Bundestag im Mai dieses Jahres eine Körperschaftssteuer-Reform. Familienunternehmen dürfen sich künftig wie Kapitalgesellschaften besteuern lassen – das macht nur noch 30 statt 54 Prozent Steuern. Allerdings kommt es nur einem kleinen Teil der Familienfirmen zugute.

Quelle: Schippke Wirtschaftsberatung AG