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9. September 2022

Familienunternehmer Präsident: EZB hat Lage völlig falsch eingeschätzt

Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“, kritisiert die EZB nach ihrer gestrigen Zinsentscheidung: „Die verkündete Zinserhöhung zeugt davon, dass die EZB ein Opfer ihrer seit langem falschen Geldpolitik geworden ist. Sie hat den Flächenbrand der Inflation nicht kommen sehen und die Gefahr noch vor wenigen Monaten generell verneint. Jetzt bleibt ihr nichts anderes mehr übrig, als in die drohende Rezession hinein mit höheren Zinsen die Konjunktur weiter zu bremsen.“ Nicht vergessen werden dürfe, dass die vergangene Zinserhöhung um 50 Basispunkte von der Schaffung eines Zinsausgleichinstruments (TPI) für die Staatsanleihen weniger Länder begleitet wurde. Diese Form der Staatsfinanzierung sei nicht durch das Mandat der EZB gedeckt und werde die Inflation in Europa weiter anheizen, da sie diese Staaten zu weiteren Ausgabenprogrammen verleite. „Frau Lagarde zeigte mit ihrer in den vergangenen Monaten verfehlten Kommunikation, dass sie den von der EZB zu verantwortenden Ernst der Lage viel zu lange völlig falsch eingeschätzt hat. Unternehmen und Bürger verlieren zunehmend das Vertrauen in die EZB-Führung, was sich an stetig steigenden Inflationserwartungen und der Abwertung des Euro ablesen lässt. Die vage angekündigten künftigen geldpolitischen Schritte ändern daran nichts.“ Von Eben-Worlée forderte eine Revision der EZB-Geldpolitik, die unter Christine Lagarde seiner Meinung nach „schlicht nicht mehr möglich ist“.