Blickpunkt
Die News April 2022

Alles andere als „nice to have“

Warum interkulturelle Kompetenz wichtig ist

Interkulturelle Kompetenz gilt als Schlüsselqualifikation und Zukunftskompetenz für dieses Jahrhundert. Wir haben nicht mehr nur globale Handels- und Dienstleistungsmärkte, sondern auch einen immer globaler werdenden Arbeitsmarkt. Quasi jede Führungskraft und jeder Mitarbeitende ist täglich in interkulturellen Kontexten unterwegs und benötigt Handwerkszeug, um an divergierende internationale Handlungsmuster ankoppeln zu können.

Elke Müller
Lesezeit: ca. 2 Minuten
SeventyFour / shutterstock.com

Interkulturelle Kompetenz wird gerne als „nice to have“ eingestuft. Leider haben viele noch nicht verstanden, dass es nicht um Do’s and Don‘ts geht, um Etikette-Regeln oder dass es gar um „Rezepte“ geht, was zu tun sei, damit ein globales Projekt gelingt oder internationale Mitarbeitende nachhaltig integriert werden. Interkulturelle Kompetenz braucht es nicht nur, wenn ein Teil der Belegschaft ins Ausland entsendet wird, sondern als Handlungskompetenz für alle.

Missverständnisse programmiert

In jeder Situation handeln wir mit unserem Gegenüber aus, wie ein angemessenes Vorgehen aussieht. In unserer eigenen Kultur kennen wir die Konzepte, wie wir Konflikte lösen oder wie wir mit Hierarchie umgehen. Wir haben ein bestimmtes Verständnis von Führung und wir lernen eigene Kommunikationsmuster. All diese Herangehensweisen sind kulturell geprägt und werden über unsere Werte vermittelt. Internationale Kollegen und Kunden haben andere Konzepte erlernt, interpretieren Werte anders und somit sind Konflikte, Missverständnisse und Frust programmiert. Interkulturelle Kompetenz ist keine Kompetenz, die man gesondert erlernen kann. So gehören zu unseren allgemeinen Handlungskompetenzen die Fachkompetenz, soziale Kompetenz, etwa Empathie, Team- und Anpassungsfähigkeit, unsere individuelle Kompetenz und strategische Kompetenz, zum Beispiel die Problemlöse- und Entscheidungsfähigkeit. Interkulturelle Kompetenz erstreckt sich über alle vier genannten Bereiche, sprich, wir erweitern diese um den Faktor Kultur und (er-)kennen die Muster, nach denen eine andere Kultur agiert.

Das „Anders“ als weitere Option

Das tun wir, wenn wir unser eigenes Wertegerüst kennen, dieses an andere Gegebenheiten anpassen können sowie ein Bewusstsein für interkulturelle Unterschiede aufbauen. Dazu müssen wir uns Wissen aneignen. Dieses Wissen ist weit mehr als kognitives Wissen, sondern es geht um erfahrungsorientiertes Erlernen anderer kultureller Muster. Interkulturelle Empathie entsteht, wenn wir uns wie auch „die Anderen“ immer wieder reflektieren, die Perspektive wechseln, eigene und fremde Positionen hinterfragen und nicht vorschnell in „richtig“ oder falsch“ einordnen, sondern „anders“ als dritte Möglichkeit immer mit in Betracht ziehen.

www.compass-international.de

Dieser Artikel ist erschienen in