Energie & Umwelt

Auf dem Weg zur Klimaneutralität
In fünf Schritten nachhaltiger werden

Nachhaltigkeit gewinnt in der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung – und ist damit für den Mittelstand längst ein wichtiger Wettbewerbsfaktor geworden. Doch das Thema umfasst viel mehr als die Herstellung umweltfreundlicher Produkte. Um wirklich nachhaltig zu agieren und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, bedarf es einer ganzheitlichen Strategie. Engie Deutschland hat dafür den „Real Zero“-Plan für Unternehmen entwickelt.

Die gute Nachricht vorweg: In jedem Unternehmen gibt es eine Vielzahl an Stellschrauben, an denen man drehen kann, um die Umwelt zu schonen, Ressourcen einzusparen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Viel Potenzial bieten zum Beispiel die Firmengebäude in Deutschland. Rund 35 Prozent unseres Energieverbrauchs und 30 Prozent der CO2-Emissionen entfallen auf Immobilien. Die Sanierungsquote hingegen liegt aktuell bei nur einem Prozent, obwohl viele Gebäude vor 2001 errichtet wurden und folglich ein hoher Bedarf für Renovierung und Modernisierung besteht. Gleichzeitig steigt der politische Druck: Sowohl das neue Gebäudeenergiegesetz der Bundesregierung als auch der europäische Green Deal stellen hohe Anforderungen, wie Firmengebäude energieeffizienter und letztlich CO2-neutral werden müssen.

Als strategische Ausrichtung

Deshalb ist klar, dass Unternehmen jetzt ins Handeln kommen müssen, was aber keine einfache Aufgabe ist. Den Kurs der eigenen Firma möglichst schnell zu ändern, erscheint Geschäftsleitung und Führungskräften häufig wie eine kaum zu bewältigende Herausforderung. Viele scheuen sich vor den längeren Planungszyklen und Investitionssummen. Andere sind unsicher, wer den Prozess intern als Verantwortlicher betreuen soll, denn nicht selten fehlt Mitarbeitenden die Erfahrung. Nichtsdestotrotz: Unternehmen brauchen eine ganzheitliche, umsetzbare und glaubwürdige Strategie, um Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimaneutralität zu erreichen. Dienstleister wie Engie Deutschland verfügen über die Expertise, um Firmen fundiert zu beraten und alle notwendigen Prozesse zu begleiten. Eine solche Partnerschaft bringt große Vorteile: Unternehmen können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und sich gleichzeitig klimaneutral ausrichten. Der Dienstleister kümmert sich um alle Schritte von der Analyse und Planung über die Umsetzung bis hin zur Dokumentation.

Das Ziel: die „echte Null“

Wie lässt sich Klimaneutralität im Unternehmen konkret verwirklichen? Dafür hat der Energiedienstleister den „Real Zero“-Plan entwickelt. Dabei im Fokus: der Weg zur echten, physischen Verringerung des CO2-Austoßes. Denn Klimaneutralität ist mehr als das Kompensieren der eigenen Emissionen über Zertifikate und Herkunftsnachweise. Um „Real Zero“ – also die „echte Null“ – hinsichtlich der Emissionen zu erreichen, müssen Unternehmen mess- und nachweisbar Anstrengungen unternehmen. In einem ersten Schritt geht es um die Analyse aller aktuellen Emissionen. Dabei können gemäß des Bilanzierungsstandards des weltweit anerkannten „Greenhouse Gas Protocol“ drei Ebenen betrachtet werden: Bei „Scope 1“ stehen die unmittelbaren Emissionen eines Unternehmens im Fokus, während „Scope 2“ den Strom- und Wärmebezug externer Lieferanten einbezieht. Am vollständigsten verfährt „Scope 3“: Hier finden auch die gesamte Lieferkette, das in den Vorprodukten enthaltene COund „versteckte“ Emissionen für Dienstreisen und Arbeitswege Berücksichtigung. Diese auf den ersten Blick nicht ersichtlichen Emissionen aufzuspüren, birgt für Unternehmen großes Potenzial auf ihrem Weg zur Klimaneutralität.

Klimaneutral in fünf Schritten

Sind mit der Analyse die derzeitigen Emissionen identifiziert, geht es an die Planung – ebenfalls in enger Abstimmung zwischen Engie Deutschland und dem Kunden. Denn so wie die Analyse für jedes Unternehmen individuell ausfällt, gestaltet sich auch die Planung stets nach Einzelfall. Die Experten erarbeiten eine maßgeschneiderte Strategie, die die jeweiligen baulichen und personellen Gegebenheiten berücksichtigt. Grundsätzlich gehen sie dabei in fünf Schritten vor:

  • Energieeffizienz
  • Grüne Wärme und Grüne Kälte
  • Grüner Strom
  • Logistik und Mobilität
  • Kompensation

Schritt 1: Die Energieeffizienz verbessern

Im ersten Schritt steht die Energieeffizienz im Fokus. Den eigenen Energieverbrauch reduzieren – das ist für Unternehmen der größte Hebel, um CO2-Emissionen zu senken. Im Prinzip geht es wie im Privathaushalt darum, die Stellschrauben zu identifizieren, anhand derer sich Energie einsparen lässt. Da der Anspruch im Unternehmenskontext natürlich komplexer ist, helfen Monitoring, Energiemanagement und smarte Anwendungen dabei, Anlagen effizienter zu nutzen.

Schritt 2: Grüne Wärme und Grüne Kälte einsetzen

Auf den ersten folgt der zweite Schritt – nämlich erneuerbare Energien zu erzeugen und zu nutzen. Dank Verfahren wie Solar- und Geothermie, der Nutzbarmachung von Biomasse und Flusswasser sowie der Wärmerückgewinnung können Unternehmen sich von zentralen Versorgungsstrukturen abkoppeln und ihren eigenen grünen Kreislauf etablieren.

Schritt 3: Grünen Strom nutzen

Schritt 3 birgt weiteres Potenzial für Unternehmen, um der „Real Zero“ näherzukommen: die Erzeugung von Strom on- oder off-site. Zu den gängigsten Technologien zählen Photovoltaik sowie Wind- und Solarenergie. Auch Blockheizkraftwerke eignen sich gut, um Strom und Wärme mit hoher Energieeffizienz am Standort zu produzieren.

Schritt 4: Logistik und Mobilität umstellen

Logistik und Mobilität stellen den vierten Schritt im „Real Zero“-Plan dar. Unternehmen mit einer eigenen Flotte finden in diesem Bereich enormes Optimierungspotenzial. Dazu gehören die Umstellung auf Elektrofahrzeuge und die Installation von Ladestationen. Oft unterschätzt, aber wirksam ist die Förderung nachhaltiger Mobilität auf dem Arbeitsweg – etwa mit E-Bikes, Fahrrädern und dem ÖPNV.

Schritt 5: Mit Kompensation Lücke schließen

Bleibt der fünfte Schritt: die Kompensation der Emissionen über Zertifikate. Diese bietet sich nur an, wenn die physisch und prozessual veränderbaren Faktoren aus den Schritten 1 bis 4 erschöpft sind. Erst dann sollten Unternehmen ihre Restemissionen über Zertifikate ausgleichen.

Langfristig überzeugen

All dies zeigt deutlich: Schon heute stehen innovative Ideen und vielfältige Lösungen bereit, wie Unternehmen sich klimaneutral ausrichten können. Zwar ist die Bandbreite der möglichen Maßnahmen groß und komplex – aber davon sollten Unternehmen sich keinesfalls abschrecken lassen. In der Praxis lohnt es sich, zunächst einzelne Projekte anzugehen. Sind diese erfolgreich, stehen die Vorzeichen gut, um unternehmensintern den Rückhalt für die Gesamtstrategie zu stärken. Als Partner kann Engie Deutschland dabei unterstützen, indem die Experten umfangreiche Garantien geben und mit Contracting-Lösungen die Finanzierung der notwendigen Investitionen und deren Betrieb für viele Jahre übernehmen. So können Unternehmen mit dem „Real Zero“-Plan Ziele wie Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und Umweltschutz erreichen – und in der Folge positive Ertragseffekte, ein gutes Image und eine Steigerung des Unternehmenswertes erzielen.

Stefan Schwan