Bauen & Immobilien

Den Arbeitsplatz per App buchen
SDK setzt bei Neubau auf innovative Umgebung

Hendrik Fuchs

Die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) hat Ende März ihre neue Hauptverwaltung in Fellbach bezogen. Im Fokus stand von Anfang an die Schaffung einer innovative Arbeitsumgebung. Der gesamte Prozess von der Entwicklung bis zur Fertigstellung des Gebäudes wurde von der Albrings + Müller AG begleitet. Die Redaktion sprach darüber mit Senior Consultant Moritz Höfer.

Die neue Unternehmenszentrale der SDK.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Krankenversicherung? In welchen Bereichen hatten Sie bisher die SDK beraten und unterstützt?

Wir von Albrings + Müller arbeiten mit der SDK bereits seit fünf Jahren sehr eng zusammen. Angefangen hat alles mit der Bewertung des Bestandsportfolios des Unternehmens. Auf dieser Basis konnten wir anschließend zusammen die Immobilienanlagestrategie des Unternehmens weiterentwickeln beziehungsweise neu ausrichten. In den vergangenen Jahren haben wir dann als exklusiver Investment Manager der SDK die Immobilienanlagestrategie entsprechend umgesetzt und deutschlandweit einen diversifizierten Immobiliendirektbestand aufgebaut. Darüber hinaus treten wir für das Unternehmen als Bauherrenvertreter und GU-Bauüberwacher für sämtliche Neubau- und Sanierungsprojekte auf dem Campus in Fellbach auf. Im Detail zählt hierzu der Neubau der Hauptverwaltung, der erst kürzlich von den Mitarbeitenden bezogen wurde, der Neubau am Raiffeisenplatz, der nach Fertigstellung an Dritte vermietet wird, sowie die Sanierung der Bestandsgebäude und der Tiefgarage, welche bis vor kurzem noch die Mitarbeiter der SDK beherbergte. Damit decken wir dort ein großes Spektrum unserer Geschäftsfelder ab.

Sie haben den Bau der neuen Hauptverwaltung der SDK in Fellbach direkt neben dem bisherigen Komplex vom Start an betreut. Was waren Ihre wesentlichen Aufgaben?

In der Rolle als Bauherrenvertreter haben wir die SDK beginnend mit der Definition der Nutzeranforderungen, dem anschließenden Architektenwettbewerb, über die Planung und Ausführung bis hin zur Übergabe des fertigen Gebäudes als Sparringspartner unterstützt. Dazu zählten die Strukturierungen des Projekts genauso wie die Vertragsgestaltungen, die Kostenüberwachung und natürlich auch die Einhaltung der Termine. Die Unterstützung und Entlastung des Bauherrn stand dabei immer an oberster Stelle, sowohl fachlich als auch in Bezug auf die Kapazitäten.

Moritz Höfer ist Senior Consultant bei der Albrings + Müller AG.Albrings + Müller
Moritz Höfer ist Senior Consultant bei der Albrings + Müller AG.

Welche neuen, in die Zukunft gerichteten Konzepte der SDK-Bürowelten mussten umgesetzt werden? Was zeichnet das Gebäude aus?

Die neue Hauptverwaltung bedeutet auch Veränderungen für die Mitarbeiter der SDK. Die Einzel- und Gruppenbüros der ursprünglichen Räumlichkeiten gehören der Vergangenheit an. Stattdessen finden sie jetzt große innovative Team-Flächen vor, für die ein Sharing-Konzept entwickelt wurde. Sprich, jeder Mitarbeitende kann im Prinzip seinen Arbeitsplatz flexibel über eine App buchen. Wer möchte, kann man jeden Tag an einem anderen Platz sitzen. Darüber hinaus gibt es viele Rückzugmöglichen, wenn man einmal in Ruhe arbeiten und ungestört sein möchte. Arbeitsplätze auf der Dachterrasse laden zum Arbeiten unter freiem Himmel ein. Sehr innovativ sind die so genannten Scrum Rooms. Das sind Projekträume, in denen Wände bemalt, beschriftet oder mit Post-its versehen werden können. Scrum ist eine agile Methodik im Bereich Projektmanagement, welche flexibel auf diverse Projekte angewendet werden kann. Entsprechend ausgestattete Räume, die bei der SDK auch mit Schaukeln versehen sind, bieten ganze neue Möglichkeiten des Brainstormings und des Austausches. Im Neubau gibt es sogar ein Film- und Tonstudio. Dort lassen sich professionale Image- und Werbefilme produzieren. Abgerundet wird das Ganze mit einem tollen Gastronomiekonzept, das auf gesunde regionale Küche setzt.

In so genannten Scrum Rooms lässt sich sehr agil an Projekten arbeiten.SDK
In so genannten Scrum Rooms lässt sich sehr agil an Projekten arbeiten.

Hervorheben möchte ich zudem das nachhaltige Energiekonzept des Neubaus. Unter anderem wurde dort eine Betonkern-Aktivierung ausgeführt. Sie gilt als innovative Methode zum Kühlen und Erwärmen von Gebäuden und nutzt die Fähigkeit der Decken und Wände im Gebäude, thermische Energie zu speichern und damit Räume zu heizen oder zu kühlen. Beim Neubau in Fellbach sind unter der Bodenplatte 132 Erdwärmesonden platziert, die an eine Wärmepumpe angeschlossen sind. Es wurde dort eine Geothermie-Anlage verbaut, die etwa 90 Prozent der Kühl- und Heizlast abdeckt. Das im Gebäude installierte Blockheizkraftwerk erfüllt also nur eine reine Spitzenlast-Funktion. Das Energiekonzept ist damit sehr nachhaltig aufgestellt.

Welche besonderen Herausforderungen mussten in der Planungs- und der Realisierungsphase gemeistert werden?

Generell war das schwierige Marktumfeld eine besonders große Herausforderung. Die Baubranche boomt nach wie vor und viele Firmen waren und sind über viele Monate hinweg bereits verplant. Dementsprechend hoch waren auch die Preise. Darüber hinaus war mit Beginn der Rohbauarbeiten das Thema Corona allgegenwärtig. Das sorgte immer wieder für Personalausfälle und damit verbundene Lieferengpässe. Obwohl wir mit allen diesen Herausforderungen zu kämpfen hatten, waren wir mit unserem Zeitplan und den Kosten dennoch immer weitgehend auf Kurs. Dazu beigetragen hat auch eine sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unserem Planungsteam und unserem Baupartner. So konnten wir die Kräfte aller Beteiligten optimal bündeln und eine tolle Gemeinschaftsleistung auf die Beine stellen. In diesem Kontext für uns ebenfalls sehr wichtig war, dass wir sehr früh im Projekt mit allen Fachplanern ein zusammengewachsenes Team bilden, damit eine wertvolle Vertrauensbasis entstehen kann. So gab es etwa einen gemeinsamen Workshop, der ganz im Zeichen der Kommunikation und Mediation stand.

Auch (Pausen-)Raum für Ablenkung und Aktivitäten abseits der Arbeit gibt es in der neuen SDK-Hauptverwaltung.SDK
Auch (Pausen-)Raum für Ablenkung und Aktivitäten abseits der Arbeit gibt es in der neuen SDK-Hauptverwaltung.

Auch die sportlich kalkulierte Planungszeit war eine besondere Herausforderung. Was uns hier geholfen hat, war die Implementierung eines Lastplaner-Systems ins Projekt, die von einem externen Berater begleitet wurde. Dadurch konnten wir gezielter und effizienter arbeiten und letztlich die zeitliche Komponente bewerkstelligen.

Welche Projekte mit der SDK stehen in den nächsten Jahren an?

Wir sind momentan noch mit dem SDK-Neubauprojekt am Raiffeisenplatz sehr gut ausgelastet. Das Gleiche gilt für die Sanierung der Bestandsgebäude. Hier sind wir in sehr spannenden Projekten mit dem Fellbacher Unternehmen unterwegs. Darüber hinaus möchten und werden wir dem Unternehmen bei allen Fragen rund um Immobilien beratend zur Seite stehen. Wir haben gemerkt, dass beidseitig ein tolles Team zusammengewachsen ist – und wir haben definitiv Lust auf weitere Herausforderungen.

www.sdk.de

www.am-ag.de