Energie & Umwelt
Die News Dezember 2022

Die drei Dimensionen des Lichts

Wie nachhaltige Beleuchtung Gesundheit und Leistung fördert

Intelligente Lichtlösungen mit dem Menschen im Fokus steigern nicht nur das Wohlbefinden am Arbeitsplatz, sondern offenbaren auch Einsparpotenziale für ein nachhaltiges Arbeiten. Als "Nervensystem" verwandelt die vernetzte Lichtinfrastruktur Gebäude in lernende Organismen. Auf den Menschen und die Umwelt ausgerichtetes Licht erhöht die Gebäudequalität, das Wohlbefinden darin, und ist ein Garant für echte Nachhaltigkeit.

Carina Buchholz
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Faruk Pinjo

Wie gut ein Büro, eine Lagerhalle oder eine Werkstatt ausgeleuchtet ist, wirkt sich nicht nur auf die Atmosphäre aus. Die Forschung zeigt, dass das Licht auf insgesamt drei Arten Einfluss auf den Menschen nimmt: visuell, emotional sowie biologisch. Diese drei Aspekte der Lichtwirkung adressiert der Lichtspezialist Zumtobel im Rahmen seiner Active-Light-Philosophie. Sie rückt den Menschen in den Fokus von Beleuchtungskonzepten und unterstützt seine Gesundheit und Erlebniswelt durch dynamische Beleuchtung, die sich dem Tageslicht und dem Anlass anpasst. Auch das Wechselspiel mit weiteren Einflussfaktoren, die im Raum auf einen Menschen einwirken, findet bei den entsprechenden Beleuchtungssystemen Beachtung.

Licht für die Arbeit, den Körper und die Seele

Mit der visuellen Lichtwirkung wird beschrieben, wie gut das Licht die jeweilige Sehaufgabe unterstützt. Mitarbeitende im Büro müssen beispielsweise Schriften auf Monitoren ebenso wie auf Papierunterlagen ohne Anstrengung erkennen können. Im Lager oder Rechenzentrum müssen die Etiketten für gute Lesbarkeit ausgeleuchtet sein. Im Einzelhandel wiederum treffen zwei zentrale Sehaufgaben aufeinander. Hier lenkt das Licht einerseits den Blick der Kundschaft auf die Ware, andererseits unterstützt es die Arbeit des Personals. Die Norm DIN EN 12464-1 zeigt anhand von Mindestwerten detailliert auf, welche visuellen Kriterien die Beleuchtung einer Arbeitsstätte erfüllen muss.

Die Anforderungen an New Work, wie hier bei Infobip in Kroatien, fordern häufig eine komplette Lichtsanierung, denn heute wird das Büro und somit auch das Licht vielfältiger, um den passenden Raum für Kommunikation und Kreativität zu schaffen. Faruk Pinjo

Wer in einem grell und kalt ausgeleuchteten Büro arbeiten musste, kann ein Lied davon singen: Die Beleuchtung bestimmt maßgeblich, wie sich ein Raum auf die menschlichen Emotionen auswirkt. Wenn Licht, Architektur und Einrichtung einer Arbeitsstätte miteinander harmonieren, empfinden Mitarbeitende diese als stimmig. Diese Harmonie erzeugt positive Emotionen. Für die Kreativität und Kommunikation können Überraschungseffekte und Abwechslung förderlich sein, umgesetzt durch dynamische Lichtsteuerung. Doch Licht wirkt nicht nur auf das Gemüt ein, sondern über die lichtempfindlichen Rezeptoren auf der Netzhaut auch unmittelbar auf den Körper. Die Lichtfarbe und -intensität zur richtigen Zeit unterstützen die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, und damit den Schlaf- und Wach-Rhythmus des Menschen. So kann passende Beleuchtung die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, die Kreativität sowie das allgemeine Wohlbefinden unterstützen. Besonders wichtig ist die biologische Lichtwirkung beispielsweise für Unternehmen und Einrichtungen im Schichtbetrieb. Es gilt, die Konzentration während der Arbeit aufrechtzuerhalten – ohne den Schlafrhythmus durcheinander zu bringen. Die Normen DIN SPEC 5031-100 sowie DIN SPEC 67600 geben Empfehlungen für eine biologisch unterstützende Lichtplanung.

Wenn am Schreibtisch die Sonne aufgeht

Im Sinne eines nachhaltigen, menschenzentrierten Beleuchtungskonzepts kann und soll Kunstlicht das natürliche Tageslicht niemals vollständig ersetzen, sondern nur ergänzen. Durch den wandernden Sonnenstand und das Spiel von Sonne und Wolken entsteht eine einzigartige Dynamik, die Emotionen im Menschen erweckt und als Taktgeber für den Biorhythmus dient. Grundsätzlich wirken sich die Lichtverhältnisse draußen unmittelbar auf die Bedürfnisse nach Kunstlicht in Innenräumen aus, wie auch die Lichtforschung immer wieder zeigt.

Die Studie „Double Dynamic Lighting“ der Aalborg University in Kopenhagen beschäftigt sich mit der Frage: Wie kann man die Dynamik des Tageslichts auf Innenräume wie Büros übertragen, um das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu steigern? Hier eröffnet die Lichtsteuerung vielfältige Möglichkeiten. Intelligente Sensorik überwacht die Tageslichtmenge und ermittelt, wie viel Kunstlicht „nachdosiert“ werden muss, um die Lichtversorgungslücke zwischen Außen- und Innenräumen zu schließen. Möglich machen dies modulare, leicht veränderbare Lichtinfrastrukturen. In diese lassen sich intelligente Sensoren integrieren, um die Dynamik der Natur an den Arbeitsplatz zu holen. Im Rahmen des Active-Light-Konzepts schafft Zumtobel dynamisch Lichtlösungen im Einklang mit dem Tageslichtverlauf. Diese erhöhen nicht nur das Wohlbefinden, sondern verbessern auch den CO2-Fußabdruck einer Arbeitsstätte, da das Licht gezielt und sparsam dosiert werden kann.

Die lernende Architektur

Die Anpassung des Kunstlichts an den tatsächlichen Bedarf ist nur eine von vielen Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit, die Smart Lighting bietet. Intelligente IoT-Sensoren, die über digitale Services ausgewertet werden, verraten, wie sich ein Gebäude noch weiter optimieren lässt. Bewegungssensoren sowie Raumbelegungsanalysen melden dem Gebäudemanagementsystem, welcher Raum wie stark beheizt und beleuchtet werden muss. Aber auch die Reinigung lässt sich anhand dieser Belegungsanalyse bedarfsorientiert steuern. Damit ist das Potenzial der Sensorinformationen jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. IoT-Sensorik bietet die Chance, die Sinne des Menschen in einer ganzheitlichen Raumgestaltung zu berücksichtigen. Schließlich zählen für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz nicht nur die Optik, sondern auch die Akustik, die Luftqualität und die Wärme.

Die energetische Optimierung eines Bestandsgebäudes während der Nutzungsphase ist ein kurzfristiger Benefit. Auf Basis der Erkenntnisse aus der Sensoranalyse lassen sich neue Gebäude planen, die nicht nur kurzfristig energieeffizient, sondern wahrhaftig nachhaltig sind. Schließlich fällt der Großteil des Energieaufwands für ein Gebäude lange vor dem Bezug an. Diese sogenannte „graue Energie“ übersteigt bei Weitem den Energieverbrauch während der Nutzungsphase. Umso wichtiger, dass Gebäude möglichst langfristig genutzt werden. Kurzum: Nachhaltig ist nicht das Gebäude, das während der Nutzung am wenigsten Energie verbraucht, sondern das, in dem sich Menschen über Jahrzehnte gerne aufhalten. Im Zuge der Beleuchtungssanierung eröffnet sich somit eine Chance, die Beleuchtung komplett neu zu denken – für einen flexiblen, intelligenten und menschenzentrierten Arbeitsplatz.

Kurz vorgestellt

Gutes Licht ist das Geschäft von Zumtobel. Das Unternehmen mit Hauptsitz im österreichischen Dornbirn entwickelt, fertigt und vertreibt Lichtlösungen – von Lichtkomponenten über Lichtmanagementsysteme bis hin zu Komplettlösungen. Diesem Portfolio liegt folgende Philosophie zugrunde: Das richtige Licht kann im Zusammenspiel mit der Architektur zu jeder Tages- und Nachtzeit die richtige Atmosphäre schaffen. Individuell auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten, wird Licht zum Erlebnis.

Seit November 2020 dient das neue Zumtobel-Lichtforum in Dornbirn als ein Mekka der Licht-Innovation. Auf 4.000 Quadratmetern ist eine Plattform und Begegnungszone für den interdisziplinären Austausch entstanden. Die Ausstellungsfläche macht die neuesten Produkt- und Systeminnovationen rund um das Licht in allen Facetten erlebbar.

Darüber hinaus engagiert sich Zumtobel auf vielen Ebenen für ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften. So honoriert der österreichische Lichtspezialist mit dem „Zumtobel Group Award – Innovations für Sustainability and Humanity in the Built Environment“ innovative Architekten und Ingenieure.

www.zumtobelgroup.com

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