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Die Zukunft ist digital
Es braucht neue Kompetenzen

Diotima Neuner-Jehle

Bücher, Medikamente oder Coaching – das Spektrum der Waren und Dienstleistungen im Online-Handel ist riesig. Ebenso die Möglichkeit, mit Kunden digital zu kommunizieren und interagieren. Mittelständische Unternehmen verpassen viele Chancen und auch Interessenten, wenn sie sich dem Trend verschließen.

E-Commerce und Online-Marketing sind nicht neu. Die Pandemie hat den Druck, Geschäftsmodelle zu digitalisieren, jedoch enorm beschleunigt. Wer schon vor COVID-19 einen Online-Shop hatte oder in der Vermarktung Online-Kanäle nutzte, war im Lockdown eindeutig im Vorteil. Aber auch diejenigen, die jetzt erst voll durchstarte möchten, kommen nicht zu spät, denn eines ist sicher: Die Uhr lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Verbraucher werden nie mehr ganz zu ihren alten Kauf- und Kommunikationsgewohnheiten zurückkehren – egal, ob im B2B- oder B2C-Geschäft. Wer jetzt die vielleicht etwas ruhigere Zeit nutzt und sich mit digitalen Entwicklungen beschäftigt, die das Unternehmen voranbringen, ist gut auf die Nach-Corona-Zeit vorbereitet. Eine tragfähige Strategie beschränkt sich nicht auf Technologien, sondern nimmt auch die Fähigkeiten in den Blick, die Mitarbeitende aktuell und zukünftig benötigten. Denn sie setzen den Wandel letztlich um und müssen „digital denken und handeln“ lernen. Was viele nicht wissen: Mit dem Qualifizierungschancengesetz fördert die Bundesagentur für Arbeit nun auch verstärkt Unternehmen, die ihre Mitarbeiter angesichts des digitalen Wandels weiterbilden möchten und müssen.

Neue Wege, zu Kunden finden

Mit digitalen Geschäftsmodellen steigt die Produktivität, weil Unternehmen beispielsweise einen Teil der Prozesse digital abwickeln und sogar automatisieren können. Sie erschließen sich bei der Vermarktung neue und größere Zielgruppen, auch über die Landesgrenzen hinaus. Außerdem erfüllen sie mit dem Schritt in die digitale Welt schlicht den Wunsch von Kundinnen und Kunden, die heute erwarten, dass Anbieter online vertreten und ansprechbar sind. Dies bedeutet nicht, dass die Produkte und Dienstleistungen nur noch über den digitalen Vertriebsweg verkauft werden. Oft entfaltet gerade die Kombination beider Möglichkeiten eine hohe Schlagkraft. Beispielsweise, wenn im Handel ein Online-Shop mit der Möglichkeit stationär einzukaufen oder bestellte Produkte abzuholen, kombiniert wird. Auch bei einem ausschließlich digitalen Geschäftsmodell geht der Kontakt zum Kunden nicht verloren – vorausgesetzt, Unternehmen geben diesen die Möglichkeit zur Interaktion. Dies kann klassisch über eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse im Online-Shop oder auf der Webseite geschehen oder noch besser über eine integrierte Chat-Funktion, über die sich Kunden mit einer Servicefachkraft unterhalten können. Unter Umständen eignen sich auch soziale Medien. So kann zum Beispiel ein Twitter-Account für den Kundenservice helfen, sehr schnell auf Kundenanliegen zu reagieren.

Mitarbeitende fit machen

Technische Fragen sind das eine. Auch die Prozesse hinter der digitalen Kulisse der Website oder des Shops verändern sich – mit erheblichen Auswirkungen auf die Aufgaben von Mitarbeitenden. Sie müssen sich in der digitalen Welt sicher bewegen können. Das bezieht sich nicht nur auf die Anwendung der Programme, sondern auch auf eine veränderte Art der Zusammenarbeit, Kommunikation oder Projekte zu steuern. Ein Beispiel ist das Marketing: Print-Werbemittel und -Kommunikationskanäle haben in vielen Branchen im Marketing-Mix nicht mehr dasselbe Gewicht oder stehen gleichrangig neben digitalen Kommunikationswegen. Soziale Medien haben sich auch im B2B-Geschäft etabliert und den klassischen Kanälen eines voraus: Kunden können spontan auf eine Information oder Ansprache reagieren, ebenso wie das Unternehmen. Hier lauert aber auch der eine oder andere kommunikative und rechtliche Stolperstein. Marketing- und Kommunikationsverantwortliche müssen sie kennen, um sicher in den Netzwerken zu navigieren. So ist es beispielsweise wichtig zu wissen, welche sozialen Medien die relevanten Zielgruppen nutzen und wie die gewünschten Botschaften diese erreichen. Auch die Tools, mit denen sie den Erfolg einer Kampagne messen oder möglicherweise kritische Diskussionen im Auge behalten können, gehören zur Klaviatur von Marketingverantwortlichen.

Weiterbildung für die digitale Fitness

Die Schlagzahl neuer Vertriebs-, Kommunikationsinstrumente sowie Arten der Zusammenarbeit bleibt hoch. Parallel zur Beschäftigung mit der Digitalstrategie lohnt es sich daher, in die „digitale Fitness“ der Mitarbeitenden zu investieren. Das Spektrum möglicher Weiterbildungen ist breit, je nach dem, in welche Richtung sie sich entwickeln möchten, beziehungsweise in welchem Organisationsbereich sie arbeiten. Plant das Unternehmen, in den Online-Handel einzusteigen oder ihn auszubauen, bietet sich beispielsweise das Training „E-Commerce Basics“ der Dekra-Akademie an. Es vermittelt praktisches Wissen rund um E-Commerce und Online-Shops und Teilnehmende lernen auch, wie sie einen Online-Shop oder eine Webpräsenz aufbauen. Die Umschulung „Kaufmann/-frau im E-Commerce (IHK)“ führt sogar zum Berufsabschluss und deckt alle wichtigen Bereiche rund um den Internethandel ab. Fachkräfte in der Marketingkommunikation können sich hingegen via E-Learning zum „Social Media Manager Dekra“ weiterentwickeln.

Attraktive Fördermodelle

Vielen Arbeitgebern und Fachkräften ist nicht bewusst, dass es mit dem Qualifizierungschancengesetz viele Fördermöglichkeiten für Weiterbildungen gibt, die helfen, in einer sich verändernden Arbeitswelt erfolgreich zu sein. Die oben erwähnten Fachgebiete sind nur wenige Beispiele für ein breites Spektrum an Themen, die die Bundesagentur für Arbeit fördert. Sie decken alle Unternehmensbereiche ab, von der Lagerlogistik über Sprachen bis hin zu Büromanagement. Auch Trainings in sogenannten Engpassberufen mit Fachkräftemangel, etwa im IT-Bereich, berücksichtigt das Qualifizierungschancengesetz. Abhängig von der Unternehmensgröße übernimmt die Bundesagentur für Arbeit bis zu 100 Prozent der Kosten für die Weiterbildung und die Lohnfortzahlungskosten bis zu 75 Prozent. Die geförderten Trainings eignen sich auch für alle, die eine berufliche Umorientierung planen oder die Rückkehr ins Arbeitsleben mit einem zukunftssicheren Beruf. Informationen zu den im Artikel erwähnten förderfähigen Qualifizierungen der Dekra-Akademie finden sich auf der Homepage des Dienstleisters.

www.dekra-akademie.de/digitale-arbeitswelt und

www.dekra-akademie.de/qualifizierungschancengesetz

Kurz vorgestellt

Die Dekra Akademie GmbH, eine Tochter der Dekra SE, versteht sich als individueller Berater und ganzheitlicher Prozessbegleiter für Qualifizierung. Langjähriges Know-how und Erfahrung aus der Bildungsberatung werden genutzt, um gemeinsam mit Partnern neue Qualifizierungskonzepte zu entwickeln. Mit ihrer praxis-, kunden- und qualitätsorientierten Ausrichtung bereitet die Dekra-Akademie jährlich mehr als 100.000 Teilnehmende auf veränderte oder neue berufliche Anforderungen vor.

www.dekra-akademie.de