Nachfolger im Gespräch

Einstieg ohne große Umwege
Der Nachfolgeprozess im Hause Dental Bauer

Hendrik Fuchs

Der Fachhändler Dental Bauer mit Hauptsitz in Tübingen zählt zu den Marktführern in seinem Segment und ist eines der letzten großen im Familienbesitz befindlichen Unternehmen innerhalb der Branche, in dem die Eigentümer noch selbst tätig sind. Und das wird auch noch viele Jahre so bleiben, denn bereits seit 2014 ist mit Jörg Linneweh die nächste Generation an der Spitze des Familienunternehmens aktiv.

Herr Linneweh, aus welchen Beweggründen heraus haben Sie sich damals dafür entschieden, ins elterliche Unternehmen einzusteigen?

Für mich war es eigentlich immer schon klar, dass mich mein Weg eines Tages in unser Familienunternehmen führen wird, denn das ist eine Herzensangelegenheit. Ich habe die Entwicklung aus der Ferne beobachtet und mitgefiebert, wenn wichtige Entscheidungen oder Herausforderungen bevorstanden. In den Ferien habe ich regelmäßig im Betrieb gejobbt und oftmals meinen Vater bei Dienstreisen begleitet. Zudem ist das Metier, in dem wir uns bewegen, sehr spannend und die unternehmerischen Aufgaben in einem Handelsunternehmen sind sehr vielschichtig. Ein weiteres Argument war für mich, eng mit meinem Vater zusammenzuarbeiten. Unsere Vorstellungen der Unternehmensführung sind im Grundsatz gleich, dennoch weichen wir in vielen Punkten voneinander ab. Das bringt ein Unternehmen aber auch weiter und wirkt sich in unserem Fall sehr positiv aus.

Wie haben Sie sich auf die Nachfolge vorbereitet?

Wir haben in der Familie immer schon viel über das Unternehmen gesprochen und mit der Zeit den Austausch intensiviert. Ich wollte aber von Anfang an erst einmal außerhalb des elterlichen Unternehmens meine Erfahrungen sammeln. So arbeitete ich nach meinen Wirtschaftsingenieur-Studium für mehrere Jahre bei einem namhaften Unternehmen aus der Chemiebranche im Bereich Rohstoffeinkauf.

Wie lief der Nachfolgeprozess konkret ab?

Der verlief ruckzuck und ohne große Umwege. Ich bin Mitte 2014 direkt als Geschäftsführer eingestiegen. Es gab lediglich eine Einarbeitungsphase, in der ich alle Abteilungen durchlaufen habe. Ein scheibchenweißer Einstieg, etwa als Assistent der Geschäftsleitung oder in einer ähnlichen Funktion, kam für meinen Vater und mich nie in Frage, denn das Geschäft boomte, es gab viel zu tun und es waren im täglichen Geschäft wichtige Entscheidungen notwendig. Weil wir zu diesem Zeitpunkt stark wuchsen und ein Mitglied der Geschäftsleitung in Ruhestand ging, kam ein halbes Jahr vor meinem Einstieg mit Heiko Wichmann ein weiterer Geschäftsführer in das Unternehmen. Die Verantwortung wird also bei uns auf drei Schultern verteilt. Jeder hat bis heute seine zentralen Funktionen und kümmert sich jeweils um bestimmte Niederlassungen. Bei über 35 Niederlassungen ist diese Konstellation ein Segen, können so Entscheidungen doch zeitnah und flexibel gefällt werden.

Was hat Ihnen das Hineinwachsen in das Unternehmen erleichtert?

Das war ganz klar das Vertrauen, das mir vor allem diejenigen Mitarbeiter entgegengebracht haben, die mich teilweise ja von meiner Jugend her kennen. Die wussten von Anfang an, mich richtig einzuschätzen – dass da mit mir jemand an die Spitze rückt, der alles daransetzt, das Familienunternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Dieses Vertrauen spüre ich tagtäglich auch innerhalb der Geschäftsführung. Wenn ich irgendwelche Fragen habe, kann ich jederzeit an sie herantreten. Diese offene Kommunikation erleichtert vieles.

Was hätte rückblickend besser laufen können?

So wie es gelaufen ist, war es eigentlich gut. Wenn ich so näher darüber nachdenke, hätte ich vielleicht noch länger und näher am Kunden arbeiten können. Das hat mir schon von Beginn an Spaß gemacht und gefällt mir auch heute noch sehr, wenngleich das seltener geworden ist. Meiner Meinung nach hilft diese Erfahrung enorm, erfolgreiche und praxisorientierte Konzepte und Dienstleistungen für den Markt zu entwickeln.

Inwieweit hat sich das Unternehmen verändert, seit Sie an der Spitze mit an Bord sind?

Ging es um die Digitalisierung des Unternehmens, wurde ich bereits vor meinem Eintritt in entsprechende Projekte mit einbezogen. Da sind wir sehr gut aufgestellt, haben aber sicherlich auch noch ein paar Aufgaben vor uns. Was sich aber auch gewandelt hat, ist die Unternehmenskultur. Die Hierarchien sind flacher geworden, Entscheidungen fallen schneller. Das schätzen unsere Mitarbeiter, aber auch unsere Kunden. Mein Vater ist nach wie vor jungdenkend, allerdings hatte er das Unternehmen nicht nur allein, sondern auch in einer anderen Zeit geführt. Die Wahrnehmung von unseren Mitarbeitern und Kunden hat sich zudem auch dahingehend geändert, dass wir mit der Nachfolge signalisiert haben, dass mit mir frisches Blut in der Geschäftsführung ist und das Unternehmen nicht nur eine Zukunft hat, sondern auch in Familienhand bleibt.

Gibt es einen Plan für den Ausstieg Ihres Vaters?

Einen expliziten Exit-Plan gibt es nicht, denn nach wie vor gibt es für uns drei noch sehr viel Arbeit. Uns liegt aber viel daran, die Aufgaben so zu verteilen, dass das Unternehmen erfolgreich weitergeführt werden und gesund wachsen kann. Wir sind in der Lage, schnelle Entscheidungen zu treffen und können ebenso schnell Gesellschafterbeschlüsse herbeiführen, um eine Fortführung sicherzustellen.

Kurz vorgestellt

Das Familienunternehmen Dental Bauer mit einer 130-jährigen Tradition hat seinen Hauptsitz in Tübingen und ist an 35 Standorten in vier Ländern mit über 500 Mitarbeiter im Einsatz. Als Fachhändler für dentale Produkte berät Dental Bauer bei der Auswahl von Produkten namhafter Hersteller und gewährleistet ein fundiertes Know-how in Fragen rund um den Dentalbedarf. Das Wissen um die technischen Prozesse und Herausforderungen eines Praxisalltags wird kombiniert mit dem Vertrieb intelligenter Innovationen und dem Angebot umfassender Serviceleistungen. Der technische Service des etablierten Fachhändlers setzt hierbei Maßstäbe. Für zukunftsweisende Dentalthemen sowie für die digitalen Anforderungen in Labor und Praxis werden Lösungen realisiert. Eine professionelle Begleitung in allen Phasen der Existenzgründung oder bei der Abwicklung der Praxisabgabe, kreative Designkonzepte und effektive Schulungskonzepte ergänzen das Portfolio.

www.dentalbauer.de

 

Inspiriert vom unbeschwerten Lebensstil der 60er-Jahre an den Mittelmeerküsten von Saint-Tropez bis Portofino und dem Charme und der Ästhetik sportlicher Motorboote, hat Dental Bauer eine innovative Designlinie entwickelt, die mit den charakteristischen Merkmalen des Retro-Yacht-Designs spielt und dessen Elemente in modernem Geist interpretiert. In einem umfassenden Designprozess hat das Familienunternehmen – von der Idee zur ersten Skizze, von der technischen Zeichnung bis zum fertigen Möbel – ein Lebensgefühl in eine kreative Form gegossen, um ein für den Dentalbereich außergewöhnliches Produkt zu entwickeln.Dental Bauer
Inspiriert vom unbeschwerten Lebensstil der 60er-Jahre an den Mittelmeerküsten von Saint-Tropez bis Portofino und dem Charme und der Ästhetik sportlicher Motorboote, hat Dental Bauer eine innovative Designlinie entwickelt, die mit den charakteristischen Merkmalen des Retro-Yacht-Designs spielt und dessen Elemente in modernem Geist interpretiert. In einem umfassenden Designprozess hat das Familienunternehmen – von der Idee zur ersten Skizze, von der technischen Zeichnung bis zum fertigen Möbel – ein Lebensgefühl in eine kreative Form gegossen, um ein für den Dentalbereich außergewöhnliches Produkt zu entwickeln.
Zwei Generationen an der Spitze des Familienunternehmens Dental Bauer: Jochen G. und Jörg Linneweh (v.l.)Dental Bauer
Zwei Generationen an der Spitze des Familienunternehmens Dental Bauer: Jochen G. und Jörg Linneweh (v.l.)