Blickpunkt
Die News 04/2020

Es war einmal…

Innovationsmotor im Mittelstand gerät ins Stottern

Das Gros der mittelständischen Firmen hat sich lange Zeit durch seine enorme Innovationskraft ausgezeichnet. Doch in den vergangenen Jahren ist diese merklich zurückgegangen. Woran liegt das?

Hendrik Fuchs
Lesezeit: ca. 3 Minuten
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Nach dem aktuellen Innovationsbericht der KfW vom Februar 2020 ist es um Innovationen im Mittelstand nicht gut bestellt. „Der Anteil innovativer Mittelständler in Deutschland ist auf einen neuen Tiefststand gefallen“, betonte KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib bei Vorstellung des Berichts. Danach haben nur noch 725.000 der etwa 3,81 Millionen kleinen und mittleren Firmen hierzulande zuletzt innovative Produkte oder Prozesse eingeführt. Die Innovatoren-Quote für die Jahre 2016/2018 lag bei nur noch 19 Prozent. „Der Anteil der innovativen Unternehmen im Mittelstand hat sich seit seinem Höchststand von 42 Prozent aus den Jahren 2004/2006 damit mehr als halbiert“, so Köhler-Geib weiter. Die Summe, die der Mittelstand für Innovationen ausgibt, sei 2018 hingegen erstmals seit 2014 wieder angestiegen und betrage aktuell 34 Milliarden Euro, drei Milliarden mehr als 2017. Damit konzentrieren sich in Deutschland die Innovationsausgaben auf immer weniger Unternehmen.

Niedrigste Quote seit Erhebung

Der aktuelle Rückgang der Innovatoren-Quote ist laut dem Bericht auf eine negative Entwicklung sowohl bei Produkt- als auch bei Prozessinnovationen zurückzuführen. Der Anteil der Unternehmen, die neue beziehungsweise verbesserte Produkte auf den Markt brachten, nahm gegenüber der Vorperiode um zwei Prozentpunkte ab und liegt mit 13 Prozent nun auf dem niedrigsten Wert seit Beginn der Messung der KfW im Jahre 2002/2004. Auch die Prozess-Innovatoren-Quote sank auf 13 Prozent. Das entspricht einem Minus von vier Prozent. „Der Mittelstand zieht sich immer mehr aus der Innovationstätigkeit zurück“, sagte Köhler-Geib „Für die Zukunftsfähigkeit und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist das eine gefährliche Entwicklung – schließlich spielen Innovationen eine große Rolle für Beschäftigung, Wachstum und Produktivität“. Daher sei es notwendig, die Entwicklung von Marktneuheiten und neuen Technologien weiterhin zu stärken: „Vor dem Hintergrund der ambitionierten Innovationsstrategien im Ausland sind dazu erhöhte Forschungsanstrengungen hierzulande notwendig. Die deutsche Wirtschaft kann sich nicht auf ihrem technologischen Vorsprung ausruhen, sondern muss ihre Vorreiterrolle sichern und Zukunftstechnologien entwickeln.“

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