Finanzierung & Kapital

Flüssig bleiben
KMU-Finanzierung anders angehen

Carl-Jan von der Goltz

Die Herausforderungen an Mittelständler sind durch Corona noch einmal gestiegen. Anstehende Projekte wie Digitalisierung, Nachfolge oder Restrukturierung lassen sich oft nur schwer stemmen. Doch assetbasierte Ansätze wie Sale & Lease Back und Asset Based Credit können für Liquidität sorgen.

Der deutsche Mittelstand steht durch die Covid-19-Pandemie weiterhin stark unter Druck. Dies zeigt auch der Creditreform-Geschäftsklimaindex, der aktuell auf den niedrigsten Wert seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 sank. Vor allem Umsatzeinbußen machen den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu schaffen. So verzeichneten 35,8 Prozent der Befragten zurückgehende Einnahmen. Besonders betroffen ist dabei das verarbeitende Gewerbe: Hier gab es bei 48,6 Prozent der Befragten Umsatzeinbrüche. Das schlägt sich auch auf die Investitionsbereitschaft der Firmen nieder, die mit 45,5 Prozent erstmalig seit 2014 unter die 50-Prozent-Marke sinkt – ungünstige Voraussetzungen für die KMU, denn in vielen Fällen müssen jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Innovativ sein, Nachfolge regeln

Gerade der Lockdown hat gezeigt, wie wichtig zeitgemäße Technologien und Geschäftsmodelle heute sind: Unternehmen, die ihre Digitalisierung in den vergangenen Jahren vorangetrieben hatten, kamen häufig glimpflicher durch die Ausnahmesituation. Deshalb sollten gerade Händler, Produzenten und Verarbeiter jetzt in ihre digitale Infrastruktur investieren – das kann, je nach Branche, vom Aufbau einer starken E-Commerce-Präsenz bis hin zu vernetzten Produktionsmaschinen reichen. Auch im anstehenden Generationenwechsel liegt eine Herausforderung für den Mittelstand. Ein erheblicher Teil der Unternehmen sucht dringend einen Nachfolger – viele Firmeninhaber sind bereits jenseits der 60. Eine Lösung innerhalb der Familie ist oft aber nicht in Sicht. Entsprechend prüfen viele Firmen einen Management-Buy-out oder eine externe Nachfolge. Hierfür brauchen mögliche Übernehmer jedoch eine sichere Kaufpreisfinanzierung. In der Unterstützung von Übernahmen halten sich viele Geldgeber allerdings bedeckt.

Restrukturierung nötig, Finanzierung schwierig

Infolge von Corona müssen sich viele Unternehmen neu strukturieren. Dies geht oft nur über eine Veräußerung von Standorten oder Unternehmensteilen, die unwirtschaftlich geworden sind. Findet sich ein Käufer, können durch eine solche Transaktion oft Arbeitsplätze und wertvolles Know-how erhalten werden. Der strategische Käufer kann sich zudem Synergien erschließen, seine Marktposition verbessern oder in neue Branchen vordringen. Beobachter sehen diese – wie viele andere M&A-Formen auch – derzeit allerdings unter Druck. Denn die strategischen Käufer haben oft selbst mit den Auswirkungen von Corona zu kämpfen und müssen ihre liquiden Mittel für die Stabilisierung des eigenen Geschäfts einsetzen. Eine klassische Bankenfinanzierung ist bei allen genannten Herausforderungen derzeit meist schwierig, denn sowohl Investitionen in neue Geschäftsmodelle als auch Nachfolgen oder Restrukturierungen bergen für Kredithäuser oft nur schwer kalkulierbare Risiken. Und Risikovermeidung sowie eine Top-Bonität der Kreditnehmer ist aufgrund der strengen gesetzlichen Regulierung das oberste Gebot der Geldhäuser. Doch mit Sale & Lease gib es eine Leasing-Finanzierung, die mittelständische Betriebe auch in Sondersituationen und bonitätsunabhängig unterstützt.

Aus Maschinen Liquidität gewinnen

Durch das assetbasierte Sale & Lease Back können verarbeitende und produzierende Betriebe mit umfangreichem Maschinen-, Anlagen- oder Fuhrpark Liquidität im Rahmen einer reinen Innenfinanzierung erzeugen. Dazu verkaufen sie ihre werthaltigen Objekte an einen Finanzierer und leasen diese direkt im Anschluss zurück. Sind die Objekte größtenteils abgeschrieben, können zudem oft auch stille Reserven gehoben werden. Die Unternehmensbonität spielt bei der Sale-&-Lease-Back-Finanzierung kaum eine Rolle. Hier steht klar das Anlagevermögen im Zentrum: Es muss mobil, werthaltig und fungibel sein. Unternehmen benötigen also einen gängigen Maschinenpark – Einzelmaschinen oder Prototypen scheiden aus. Für ein vorläufiges Sale-&-Lease-Back-Angebot reicht den Anbietern meist eine Schreibtischbewertung der vorhandenen Maschinen. Konkretisiert sich eine gemeinsame Finanzierung, wird ein unabhängiges Maschinengutachten eingeholt. Unmittelbar nachdem die Assets verkauft wurden, beginnt das Leasing – dabei muss keine Maschine die Halle und kein Fahrzeug seinen Einsatzort verlassen, das Tagesgeschäft wird zu keiner Zeit unterbrochen.

Das Lager besichert Kredite

Nicht alle Mittelständler verfügen jedoch über umfassendes Anlagevermögen, etwa Händler. Doch auch hier gibt es eine assetbasierte Lösung – Asset Based Credit. Bei diesem Ansatz dient das Umlaufvermögen in Form des Fertigwaren- und/oder Rohstofflagers neben Maschinen und Anlagen als Sicherheit für einen kurzfristigen Kredit. Die Bonität eines Unternehmens spielt auch hier eine Nebenrolle. Wichtig ist, dass es für die Lagerware einen Marktpreis und einen breiten potenziellen Abnehmerkreis gibt.

Kurz vorgestellt

Die bankenunabhängige Finanzierungsgesellschaft Maturus Finance wurde 2005 in Hamburg gegründet. Die Gesellschaft bietet innovative Lösungen in der Unternehmensfinanzierung mit dem Ziel, mittelständischen Unternehmen bonitätsunabhängig Liquidität zuzuführen oder zu vermitteln. Dafür ist die Gesellschaft deutschlandweit und in Österreich im Einsatz. Das Unternehmen konzentriert sich bei seiner Arbeit auf produzierende Betriebe mit umfangreichem Maschinenpark oder Händler mit werthaltigem Waren- oder Rohstofflager. Eine detaillierte und zeitnahe Bewertung der jeweiligen gebrauchten Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge sowie des Warenlagers bildet das Fundament für die Finanzierungs- und Vermittlungsangebote von Maturus Finance. Im Vordergrund steht dabei die Werthaltigkeit und Fungibilität der Anlage-Objekte und die Sekundärmarktfähigkeit der Waren und Rohstoffe.

Maturus Finance begleitet im Rahmen von Sale-&-Lease-Back-Finanzierungen von 400.000 bis circa 15 Millionen Euro, in Einzelfällen auch darüber hinaus. Mittelständische Produktions- beziehungsweise Handelsunternehmen, die über umfangreiche Waren- und Rohstofflager verfügen, können im Rahmen der Inanspruchnahme eines „Asset Based Credits“ ihr marktgängiges Umlaufvermögen als Sicherheit nutzen. Bei diesem Ansatz können werthaltige, marktgängige Rohstoffe und Handelsgüter zur Besicherung kurzfristiger Spezialkredite verwendet werden. Auch der gebrauchte Maschinenpark, eine Grundschuld oder Sachwerte können als Grundlage für ein solches Darlehen herangezogen werden. Die Laufzeiten dieser Finanzierungen betragen drei bis 18 Monate und können zur Ablösung von Verbindlichkeiten, Vorfinanzierung von Aufträgen, zur Überbrückungsfinanzierung und für viele andere Opportunitäten eingesetzt werden.

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