Blickpunkt

Gerüchte und Unruhe vermeiden
Verkauf mit Fingerspitzengefühl vorbereiten

Hendrik Fuchs

Das Autohaus Entenmann kann auf eine über 70-jährige Erfolgsgeschichte in Süddeutschland zurückblicken. Im vergangenen Jahr verkaufte Werner Entenmann, seit rund 40 Jahren die zweite Generation an der Spitze, den Familienvertrieb. Die Redaktion sprach mit dem heute 71-Jährigen unter anderem über seine Beweggründe.

Werner Entenmann verkaufte im November 2019 sein Autohaus (120 Millionen Euro Umsatz) mit den vier Standorten Esslingen, Ostfildern-Ruit, Kirchheim/Teck und Göppingen sowie 200 Mitarbeitern an die Horber AHG-Gruppe.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, nach Jahrzehnten aktiver Unternehmerschaft Ihre Firma zu verkaufen?

Das hatte mehrere Gründe: In den vergangenen Jahren ist es aufgrund der Vollbeschäftigung immer herausfordernder geworden, kompetente Führungskräfte zu finden. Erschwerend kam hinzu, dass wir als BMW-Händler von Seiten des Konzerns angehalten waren, dass zum Beispiel Geschäftsführer eine hohe Vertriebsexpertise mitbringen müssen. Ich hatte zwar einen Geschäftsführer im Führungsteam, aber ohne Vertriebsausrichtung. Ein weiterer Grund, den Betrieb zu veräußern, war, dass meine Tochter, die bereits mehrere Jahre mit mir zusammen in der Geschäftsleitung tätig war, ihre große Liebe in Düsseldorf fand, heiratete und dort ihren neuen Lebensmittelpunkt hat. Eine alleinige Leitung des Familienunternehmens kam für sie daher nicht infrage. Zudem haben mich meine Erfahrungen als langjähriger Präsident des BMW-Händlerverbands bereits 2018 dazu veranlasst, die Fühler nach einem potenziellen Käufer auszustrecken. Von Anfang an war mir aber klar, dass ich nur das operative Geschäft verkaufen möchte und die Immobilien in der Hand der Familie bleiben – also ein klassischer Asset Deal.