Standpunkt

Im Zweifel für den Steuerpflichtigen
Ein Standpunkt von Astrid Hamker

Wer ein Unternehmen erbt, muss weniger Erbschaftsteuer zahlen, vorausgesetzt die Lohnsumme sinkt nicht — das war jedoch während der Pandemiebekämpfung oft nicht zu schaffen. Eine erste Regelung hat grundsätzlich Abhilfe geschafft, doch es bleibt Handlungsbedarf.

Astrid Hamker ist Präsidentin des Wirtschaftsrates der CDU e.V. Selbst in die Piepenbrock-Unternehmerfamilie hineingeboren, nimmt sie heute nicht nur ihre Gesellschafterrolle in der familieneigenen Pipenbrock-Unternehmensgruppe wahr, sondern sitzt auch in den Aufsichtsräten und Beiräten von namhaften Familienunternehmen wie Tengelmann, Schmitz Cargobull und Dräger.

Unser Ziel ist es, zu einer flexiblen Anwendung der Erlasse zum Umgang mit der Lohnsummenproblematik bei Erbschaften zu kommen, denn der Erhalt von Unternehmen und Arbeitsplätzen muss in der Pandemie im Vordergrund stehen. Familienunternehmen müssen so weit wie möglich vor drohenden Nachversteuerungen im Zuge der Unternehmensnachfolge bewahrt werden. Die Lösung der Lohnsummenproblematik im Rahmen der Erlasse der obersten Finanzbehörden war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wir haben uns als Wirtschaftsrat seit Beginn der Corona-Pandemie für eine solche Lösung eingesetzt, damit der Bestand von Familienunternehmen nicht durch den Abfluss von Liquidität durch nachträgliche Erbschaftsteuerzahlungen gefährdet wird. Für zahlreiche Unternehmen waren die Voraussetzungen der erbschaftsteuerlichen Verschonungsregelungen aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie einfach nicht mehr zu erfüllen. Diese Problematik zu lösen, war daher ein großer Erfolg, der Unternehmen Kapital für Investitionen lässt und Arbeitsplätze sichert.