Finanzierung & Kapital
Die News November 2022

In der Energiekrise und danach

Mit objektbasierter Liquidität Freiräume schaffen

Die Entwicklung der Energiekosten bedroht immer mehr Familienbetriebe. Einschnitte wie Produktionsstopps scheinen unausweichlich. Doch es gibt Alternativen, etwa die objektbasierte Finanzierung. Sie setzt auf stille Reserven im mobilen Anlagevermögen, Umlaufvermögen oder bei Immobilien von Familienunternehmen und macht Liquidität für Energieeinkauf, Investitionen, Restrukturierung und mehr frei.

Carl-Jan von der Goltz
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Allein im August waren die Energiepreise laut Destatis um 139 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat angestiegen; Strom hatte sich um fast 175 Prozent verteuert. Wie sehr Familienbetriebe unter Druck stehen, verdeutlicht eine gemeinsame Befragung der Verbände „Die Familienunternehmer“ und „Die Jungen Unternehmer“. Demzufolge ist die Energiekrise für 24 Prozent der Unternehmen direkt existenzbedrohend oder eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit. Die indirekten Folgen, etwa fehlende Rohstoffe oder Vorprodukte, bedrohen sogar 42 Prozent der Befragten. Nicht wenige Betriebe sehen sich zu drastischen Einschnitten gezwungen: 27 Prozent reagieren kurzfristig mit einer zeitweisen oder dauerhaften Einstellung der Produktion, mit ihrer Verlagerung ins Ausland oder ihrer Drosselung. Noch mehr Befragte, 48 Prozent, planen solche Maßnahmen für die nächsten Monate. Hinzu kommt: Die Energielieferverträge laufen für 36 Prozent der Befragten im nächsten halben Jahr aus. 45 Prozent sagen bereits jetzt, dass die Konditionen in neuen Gasverträgen mittelfristig für sie nicht mehr tragbar sind – beim Strom sind es 39 Prozent.

Die Situation zeigt, wie dringend Familienunternehmen derzeit auf Liquidität angewiesen sind. Produktionsstopps oder Drosselungen werden die Herausforderungen letztlich nicht lösen. Dadurch gehen Umsätze verloren und die Geschäftsmodelle vieler Betriebe stehen auf dem Spiel. Denn weitere Aufgaben wie Generationswechsel, Fachkräftebedarf und digitale Transformation warten nicht. Da ein Bankkredit als Lösung eine optimale Bonität voraussetzt und Banken angesichts der Krise ohnehin restriktiv agieren, braucht es Alternativen. Diese können für Familienunternehmen beispielsweise in objektbasierten Finanzierungen wie Sale & Lease Back oder Asset Based Credit bestehen: Sie sind bonitätsunabhängig, schnell einsetzbar und auch für Krisenzeiten geeignet.

Sale & Lease Back unterstützt Restrukturierung

Das Finanzierungsmodell Sale & Lease Back (SLB) unterstützt maschinenreiche Familienunternehmen dabei, Liquidität durch Innenfinanzierung freizumachen. Dazu werden werthaltige, mobile und fungible Maschinen-, Anlagen- oder Fuhrparks verkauft und unmittelbar zurückgeleast. So wird Liquidität für zahlreiche Anlässe vom Energieeinkauf bis hin zur Sanierung frei. Die Produktionsmittel sind dabei nahtlos weiternutzbar.

Die Finanzierung unterstützte auch einen traditionsreichen Werkzeugmaschinenhersteller. Dieser hatte in seinen gewohnten Kundensegmenten in den letzten Jahren starke Verschiebungen erlebt und deshalb eine Neuausrichtung eingeleitet. Mit dem Restrukturierungsprozess reagierte der Betrieb auf Veränderungen in Abnehmerbranchen wie der Schiffbauindustrie oder bei Herstellern aus dem Energiesektor. Im Rahmen der Neuaufstellung kam das Unternehmen auch erstmals mit dem Finanzierungsansatz Sale & Lease Back in Kontakt. Das objektbasierte Modell half dem Werkzeugmaschinenhersteller in der Folge, seine Arbeitsliquidität zu stärken. Denn trotz Kundenanzahlungen bleibt regelmäßig ein hoher Vorleistungsaufwand, der gestemmt werden muss. Aktuell hilft dem Hersteller eine weitere SLB-Finanzierung dabei, die Herausforderungen unter anderem durch die Energiekrise zu bewältigen. Sie stabilisiert die Liquidität des Betriebs und hilft ihm, sich an die Marktsituation anzupassen. Im Rahmen weiterer Modernisierungsmaßnahmen unterstützt Sale & Lease Back auch bei Investitionen.

Den Dreh- und Angelpunkt der Finanzierung bildet eine selbstgenutzte CNC-Großfräse aus eigener Produktion. Die Maschine wurde im Rahmen des SLB verkauft und vom Unternehmen unmittelbar zurückgemietet. Durch den bestehenden Kontakt zum Finanzierer und kurze Abstimmungswege konnte die Finanzierung in weniger als einem Monat realisiert werden. Wichtig war auch, dass die Maschine keine Sonderanfertigung ist, sondern ein marktgängiges Modell, das von zahlreichen Unternehmen genutzt wird.

Spezialkredit für Ausbau eines Mietmodells

Bei Asset Based Credit handelt es sich um kurz- bis mittelfristige Spezialkredite. Statt deren Vergabe rein auf die Bonität eines Familienunternehmens zu stützen, steht hier das Anlage- und Umlaufvermögen im Zentrum. Zur Kreditbesicherung können Maschinen, Anlagen, das Handels- und Fertigwarenlager, Sachwerte oder Immobilien eingesetzt werden.

Der Spezialkredit kam auch einem Familienbetrieb für Land- und Kommunalmaschinen zugute, der ein zeitgemäßes Mietmodell ins Leben gerufen hat. Der Bedarf nach dem kostenschonenden Angebot ist groß; selbst Kunden aus dem Tiefbau, dem Garten- und Landschaftsbau oder kommunalen Dienstleistungen nutzen es immer stärker. Der Erwerb neuer Maschinen wurde aber zusehends schwieriger: Der Mittelständler konnte Banken immer weniger von notwendigen Finanzierungen überzeugen. Für Abhilfe sorgte ein Asset Based Credit. Hier konnten neu angeschaffte Fahrzeuge zugleich als Sicherheiten fungieren. Mit dem Ansatz lassen sich auch einzelne Mietobjekte verkaufen, neue anschaffen und diese nach entsprechender Prüfung als Sicherheiten aufnehmen. Die hohe Wertbeständigkeit der Landmaschinen und deren verlässliche Wartung und Reparatur durch den Familienbetrieb begünstigten die objektbasierte Finanzierung – sie stand bereits nach wenigen Wochen.

Der Objektfokus des Finanzierungspartners ersparte es dem Betrieb, sich mit mehreren Kapitalgebern abstimmen zu müssen. Da vor allem in der Baubranche massive Nachfrage nach dem Mietangebot besteht, hatte das Unternehmen seinen Bestand kurz nach der Erweiterung noch einmal aufgestockt. Ein zusätzlicher Asset Based Credit half dabei.

Kurz vorgestellt

Maturus Finance wurde als bankenunabhängige Finanzierungsgesellschaft 2005 in Hamburg gegründet. Der Fokus liegt auf Alternativen in der Unternehmensfinanzierung, die KMU bonitätsunabhängig zu Liquidität verhelfen. Das Unternehmen ist deutschlandweit und in Österreich aktiv. Die Gesellschaft unterstützt dabei produzierende Betriebe mit umfangreichem Maschinenpark sowie Händler, Dienstleister und Start-ups mit werthaltigem Warenlager. Hohe Kompetenz in der Bewertung von gebrauchten Maschinen, Anlagen oder Fahrzeugen sowie von Handels- und Fertigwarenlagern bildet das Rückgrat des Finanzierungsangebotes. Im Vordergrund stehen dabei die Werthaltigkeit und Fungibilität von Anlagevermögen und die Sekundärmarktfähigkeit von Waren. Maturus Finance begleitet Sale-&-Lease-Back-Finanzierungen in Höhe von 400.000 bis circa 15 Millionen Euro – in Einzelfällen auch darüber hinaus. Zudem werden Unternehmen mit besicherbarem Handels- und Fertigwarenlager, Maschinenpark, Sachwerten oder Immobilien durch den Ansatz Asset Based Credit unterstützt. Die Laufzeit der Finanzierung reicht von drei bis zu 24 Monaten; die Finanzierungssumme von 250.000 bis fünf Millionen.

www.maturus.com

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