Nachfolger im Gespräch
Die News März 2022

Jeder hat seine Rolle gefunden

Generationswechsel bei Schera auf gutem Weg

Das Familienunternehmen Schera mit Sitz im unterfränkischen Großwallstadt hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, sich mit seinen hochwertigen Damenhosen im Premium- und Luxussegment zu etablieren. Der Generationswechsel ist in vollem Gange. Wir sprachen darüber mit Nachfolger David Schellenberger, der zusammen mit seinem Bruder das Unternehmen in die zweite Generation führen wird.

Hendrik Fuchs
Lesezeit: ca. 7 Minuten
Schera GmbH

Brigitte, David, Tobias und Ralf Schellenberger (v.l.)

Was zeichnet die Schera GmbH aus?

Uns zeichnet aus, dass wir ein Familienunternehmen sind – entsprechend denken und handeln wir. Bei uns steht immer ein langfristiger und nachhaltiger Erfolg statt eines kurzfristigen Gewinndenkens im Vordergrund. Das hat uns auch dorthin gebracht, wo wir heute stehen: ein Unternehmen der Bekleidungsbranche, das sich mit seiner Spezialisierung auf Hosen für Frauen und den Marken „Raffaello Rossi“ und „Seductive“ einen Namen gemacht hat. Wir lassen unsere Produkte ausschließlich in Europa fertigen und kommen selbst aus der Produktion. Lange Jahre haben wir für andere Marken im Segment Frauenbekleidung genäht. Erst als die Produktion in Deutschland unwirtschaftlich wurde, entschlossen sich meine Eltern, eigene hochwertige Marken aufzubauen.

Ihre Eltern haben das Unternehmen zwei Jahre nach Ihrer Geburt gegründet. Inwieweit hat das Ihre Kindheit, Jugend und Ihr Erwachsenwerden geprägt?

Die Firma war natürlich immer präsent und für meinen Bruder und mich nichts Ungewöhnliches. Als ich sechs Jahre alt war, bauten meine Eltern ihr Wohnhaus direkt neben den Firmensitz. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie viel Spaß ich beim Spielen mit den Rollständern und den vielen Knöpfen im Unternehmen hatte. Das war auch die Zeit, in der die ersten Computer Einzug in die Firma hielten, was mich unheimlich faszinierte. Geprägt haben mich vor allem die Gespräche am Esstisch, sowohl wenn sich meine Eltern miteinander, als auch mit ihren Freuden, unter denen es viele Selbstständige gibt, unterhalten haben. Die Integration von Themen rund um Arbeit und Beruf war für mich von Anfang an selbstverständlich und ist es heute noch – ich habe Spaß am Leben und am Unternehmertum. Als Jugendlicher half ich dann hin und wieder mit, Briefe zu kuvertieren sowie Hosen und Stoffballen aus den Lkws auszuladen. Kurz nach meinem Abitur und am Anfang meines Studiums konnte ich meine Eltern auch immer wieder dabei unterstützen, erste digitale Projekte im Unternehmen umzusetzen, etwa die Einrichtung eines B2B-Shops.