Bauen & Immobilien

Kein Mauerblümchen
Begrünte Fassaden zahlen sich aus

Sind nicht nur Dächer, sondern auch Fassaden begrünt, wirkt sich das insbesondere in Städten positiv auf das Klima der näheren Umgebung sowie die Artenvielfalt aus. Eine  Immobilie heizt sich zudem weniger auf, Pflanzenwände filtern Schadstoffe und dämmen Lärm. Ein solches innovatives Bürobau-Projekt setzt gerade die Drees & Sommer SE in der Nähe von Stuttgart um.

Auf einer Fläche von mehr als 100 Quadratmetern erstreckt sich die Grünfassade am „OWP12“-Büroneubau in Stuttgart-Vaihingen über drei Geschosse mit einer Höhe von zwölf Metern. „In vielen Städten, und so auch in Stuttgart, wird die Fassadenbegrünung künftig in Bebauungsplänen festgeschrieben. Wir wollen mit unserem Neubau nicht nur mit gutem Beispiel vorangehen, sondern auch mitwirken, die notwendigen Umsetzungsgrundlagen zu entwickeln. Dafür testen wir am eigenen Gebäude, was hierfür zentral ist“, erklärt Projektleiter Thomas Berner von Drees & Sommer.

Als Plusenergiehaus konzipiert

Photovoltaikanlagen auf dem Dach und an der Südfassade, eine neu entwickelte, hochdämmende Fassadenkonstruktion, Erdwärme über Geothermie-Bohrungen sowie eine begrünte Nordfassade: Wenn Drees & Sommer die neuen Büros bezieht, werden die Mitarbeitenden in einem Gebäude nach Plusenergie-Standard residieren, das mehr Energie erzeugt als im Betrieb verbraucht wird und das so weit wie möglich der Cradle-to-Cradle-Forderung nach Kreislauffähigkeit entsprechen wird. Damit wird es allen künftig erwartbaren Anforderungen in Sachen Nachhaltigkeit gerecht. Und das trifft auch hinsichtlich der Modularisierung und Digitalisierung zu.

Ausgeklügelter Pflanzenmix

Statt einer eintönigen grünen Fläche soll sich an der Fassade nach der Anwachsphase ein lebendiges und dynamisches Bild über das Jahr hinweg ergeben. „Gemeinsam mit dem Planungsunternehmen haben wir für das Gebäude einen Pflanzplan erarbeitet, der elf verschiedenen Pflanzen und sechs verschiedenen Farben enthält. Rein sommergrüne Pflanzen, immergrüne Pflanzen und die Blühphänologie sorgen für ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild“, so Kilian Lingen, Diplom-Biologe der Firma Vertiko, die das Grünkonzept für die neue Büro-Fassade begleitet. 

Obwohl es sich bei der Wand des Bürobaus um eine Nordfassade handelt, sei die Sorge unbegründet, dass die Pflanzen zu wenig Sonne abbekommen. „Notwendig ist eine bestimmte Menge an photosynthetisch aktiver Strahlung. Diese variiert je nach Pflanzenart und liegt bei der richtigen Pflanzwahl auch im Norden ausreichend vor. Wichtig ist jedoch die Möglichkeit, Wasser zuzuführen, wenn nicht ausreichend Regen zur Verfügung steht“, sagt Lingen. Bewässert wird die Grünfassade mit Regenwasser, das in drei Zisternen auf dem Gebäudedach gesammelt und über ein Freispiegelgefälle verteilt wird. 

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