Transport & Logistik

Keine Entwarnung für KMU
Das Lieferkettengesetz und seine Folgen

Dr. Thomas Weimann und Sonja Fingerle

Vor rund einem Jahr wurde das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) beschlossen. Ziel des Gesetzes ist die Reduzierung von sogenannten menschenrechtsbezogenen und umweltbezogenen Risiken in der Lieferkette. Es verpflichtet die Geschäftsleitung, Vorkehrungen im eigenen Geschäftsbereich und gegenüber den unmittelbaren Zulieferern, in bestimmten Fällen auch gegenüber mittelbaren Zulieferern, zu treffen. Bei Verstößen drohen unter anderem empfindliche Bußgelder.

Jede „Vogel Strauß“-Politik in Sachen Lieferkettengesetz wird sich früher oder später rächen.

Gesetzliche Regelungen, die die Lieferkette im Fokus haben, sind nicht neu: Aufgrund der europäischen Konfliktmineralien-Verordnung müssen Importeure bestimmter Mineralien (Zinn, Tantal, Wolfram, Gold) bereits seit Anfang 2021 Sorgfaltspflichten in der Lieferkette erfüllen. Das LkSG hat aber einen deutlich weiteren Ansatz und verlangt von den betroffenen Unternehmen einen erheblichen Aufwand, allein schon durch die verpflichtende Risikoanalyse, die Einführung eines Risikomanagementsystems, die Grundsatzerklärung (bislang auch als Code of Conduct bezeichnet) und die Maßnahmen gegenüber Lieferanten.