Versicherung & Vorsorge

KMU tun sich schwer
Keine Scheu vor Versorgungswerk &. Co.

Thomas Bischof

Wie schützen wir uns vor Cyberangriffen? Wie gewinnen wir dringend gesuchte Fachkräfte? Wie können wir nachhaltiger werden? Die Gothaer Versicherung hält die druckfrischen Zahlen ihrer diesjährigen KMU-Studie in den Händen und zeigt, mit welchen Trends sich Firmen aktuell beschäftigen und wo es Unterstützungsbedarf gibt. Unsere Botschaft: Auch die kleinen Gewerbe müssen nicht vor den großen Themen zurückschrecken, wenn sie sich erfahrene Partner ins Boot holen.

Wer dieser Tage die einschlägigen Versicherungsmagazine liest, der mag den Eindruck gewinnen, dass sich KMU nur noch mit dem Thema Cybersicherheit beschäftigen. Aber das ist zu kurz gedacht. Wer starker Partner für KMU sein will, der muss auch die vielen weiteren Anlässe erkennen, die das Gewerbe beschäftigen. Deshalb erarbeiten wir jedes Jahr die Gothaer-KMU-Studie – eine Befragung von über 1.000 kleinen und mittelständischen Unternehmen. Unsere Schwerpunkte in diesem Jahr: Welche Risiken fürchten KMU? Wie werben sie im „War for Talents“ um Fachpersonal? Und wie weit sind die Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit?

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Die Angst vor dem Totalausfall

Die neuen Zahlen bestätigen den Trend der vergangenen Jahre: Die größte Sorge haben KMU vor unsichtbaren Angreifern, nämlich Hackern und Computerviren. Insgesamt 46 Prozent der befragten Entscheider gaben an, sich am ehesten um die IT-Sicherheit ihres Unternehmens zu sorgen. Dicht darauf folgt die Angst vor dem Betriebsausfall (43 Prozent). Interessant: Drei Risiken gewinnen seit 2017 mit jedem Jahr an Relevanz. Dazu zählen Hackerangriffe, der Betriebsausfall und der Ausfall von Zulieferern und Dienstleistern – drei Faktoren, die ein Gewerbe unerwartet stillstehen lassen können. Stetig weniger Angst haben die Befragten dagegen vor den klassischen Gefahren wie Einbruch oder Feuer. Erstaunlich finde ich, dass sich die angegebenen Sorgen nicht mit dem in Anspruch genommenen Versicherungsschutz decken. Schauen wir auf den Bereich Cyber: Dem Spitzenreiter unter den unternehmerischen Schreckensszenarios begegnen in unserer Studie durchschnittlich nur 16 Prozent der KMU mit einer Versicherung. Auch die Betriebsschließungs- beziehungsweise die Betriebsunterbrechungsversicherung gewinnt nur allmählich an Zuspruch – 2021 gaben 25 Prozent der KMU an, eine solche Police zu besitzen, nur ein Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Völlig unabgesichert sind die Firmen natürlich nicht: 90 Prozent schützen sich mit einer Betriebshaftpflichtpolice vor finanziellen Forderungen Dritter. Erst mit Abstand folgen dann die betriebliche Gebäudeversicherung (56 Prozent) und die Elektronikversicherung (27 Prozent).

Trumpf Versorgungswerk

Wer wachsen will und langfristig danach strebt, seine (Dienst-)Leistungen zu optimieren, der braucht qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir alle wissen: Längst sind die Zeiten vorbei, in denen nur ein gutes Gehalt eine Jobentscheidung ausmachte. Nein, Fachkräfte wissen um ihren Wert und wünschen sich zusätzliche Anreize. So sprechen wir mittlerweile gar von einem „War for Talent“, dem Krieg um Talente auf dem Arbeitsmarkt. Das bestätigen unsere Umfrageergebnisse: Nach wie vor haben 40 Prozent der befragten KMU Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden und zu binden – diese Zahl hat sich in den vergangenen drei Jahren kaum verändert. Aber was tun die Firmen dagegen?

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Unsere KMU-Studie 2021 zeigt: Je größer das Unternehmen, mit desto mehr Angeboten lockt es junge Fachkräfte. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, ein attraktives Gehalt, Weiterbildungsmöglichkeiten und eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) – im Schnitt bietet das jedes zweite Gewerbe ab einer Mitarbeitergröße von 200. Die Kleinbetriebe mit bis zu zehn Mitarbeitenden sind hier noch nicht so weit. Während 47 Prozent der großen KMU eine bAV anbieten, findet sie sich in nur zehn Prozent der Kleingewerbe. Generell noch weniger etabliert ist die betriebliche Krankenversicherung (bKV) mit insgesamt nur zehn Prozent. Wir sehen hier eine große Chance für KMU, den War for Talent für sich zu entscheiden, schließlich sind bAV und bKV Top-Incentives für Fachkräfte. Warum also diese Versorgungslücke? Unsere KMU-Studie von 2019 gab bereits einen wichtigen Hinweis: Viele Entscheider haben sich mit bAV und bKV deshalb noch nicht befasst, weil ihnen die Informationen fehlen. Genau hier liegt unser Auftrag: Wir wollen zeigen, dass ein Versorgungswerk nicht nur etwas für die Großen ist, sondern jeder Unternehmensgröße einen wichtigen Schub nach vorne bringen kann. Full-Service-Lösungen wie zum Beispiel unsere nehmen dem Betrieb sämtliche Verwaltung der bAV und bKV ab und kümmern sich sogar um die Beratung der Belegschaft – keine eigenen Experten sind nötig.

Tu Gutes und sprich darüber

Nachhaltigkeit – die ist längst kein Trend mehr, sondern ein Auftrag für jeden. Jedem Zweiten (49 Prozent) ist es mindestens sehr wichtig, dass sich sein Unternehmen im Sinne von Klima- und Umweltschutz nachhaltig entwickelt. Wir wollten es genau wissen und haben bei den KMU nachgefragt, welche Schritte sie bereits unternommen haben. Der Spitzenreiter in allen Unternehmensgrößen ist eine effektive Mülltrennung (65 Prozent), gefolgt von Produkten und Lieferanten aus der Region (50 Prozent) sowie die Nutzung von recyceltem Material (46 Prozent). Auch die Nutzung oder Erzeugung erneuerbarer Energien, Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr und Schulungen zur Nachhaltigkeit wurden zu mindestens 27 Prozent genannt. Ein erfreuliches Plus sehe ich beim Thema Fuhrpark: 21 Prozent der KMU mit Firmenwagen verfügen bereits über Elektrofahrzeuge. 2020 waren es noch sieben Prozentpunkte weniger.

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Auffällig ist, dass mit steigender Unternehmensgröße mehr Befragte unsicher sind, ob diese oder jene Klimamaßnahme bereits in ihrer Firma umgesetzt wird. Gewerbe sollten ihre Anstrengungen also noch transparenter kommunizieren. Das kann die Identifikation einer Fachkraft mit ihrem Unternehmen positiv beeinflussen.

Sie wollen ja – aber wie?

Uns interessiert natürlich, wie wir KMU auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit unterstützen können. Wo sehen die Unternehmen ihre größten Hindernisse? Zu teuer, zu wenig Zeit für die Recherche – das gaben im Schnitt 34 Prozent der Befragten an. Zu aufwendig, es fehlt an Umsetzungsideen – da stimmten 24 Prozent zu. Diese Ergebnisse sollten eine Motivation für uns Dienstleister sein. KMU jeder Größe interessieren sich für Nachhaltigkeit und streben sie an, doch sie brauchen Hilfe bei der Umsetzung. Das kann ich gut verstehen. Welcher Blumenladen, welche Software-Agentur hat neben dem Tagesgeschäft noch Zeit, sich mit Nachhaltigkeitsfragen zu beschäftigen? Es braucht also Partner. Und schon wir als Versicherer können mehr helfen, als man denken mag: Wir bieten spezielle Versicherungslösungen für den E-Firmenwagen, beraten zu nachhaltigen Investments und wir versichern seit Jahren nachhaltige Energieanlagen.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich gerade die kleinen Gewerbe noch schwertun, auf die Themen der Großen aufzuspringen, meist aus Zeit- und Kostengründen. Doch den Anschluss verpassen muss niemand. Es gilt, sich Unterstützung ins Boot zu holen, denn die Lösungen für jede Unternehmensgröße sind bereits da.