Energie & Umwelt
Die News Mai 2022

Leuchtstofflampe verabschiedet sich

Das Ende einer erfolgreichen Ära naht

Eine defekte Leuchtstofflampe darf nicht in den Hausmüll! Vorsichtig kehren, lüften und den Raum verlassen! So lautet eine Verhaltensanweisung nach dem Brechen einer Leuchtstofflampe im Innenraum. Die Leuchtstofflampe begleitet uns seit mehr als 80 Jahren. Im Lauf der Zeit haben wir das Gefahrenpotenzial der geringen Quecksilberexposition verinnerlicht. Genau dieses Gift wird der alten und äußerst erfolgreichen Lampentechnologie jetzt zum Verhängnis. Die EU-Richtlinie zur Begrenzung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten fordert, dass die allseits bekannten Typen für die Allgemeinbeleuchtung ab Februar 2023 nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen.

Carina Buchholz
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Jens Ellensohn

Die alte Lichtlösung der Post Härkingen (Schweiz) basierte auf Leuchtstofflampen und stand am Ende ihres Lebenszyklus. Mit dem neuen Konzept konnte die Lichtqualität verbessert werden. Integriert wurde eine sensorgesteuerte Lichtlösung.

Der Auslauf der Leuchtstofflampen schon im kommenden Jahr überrascht auch Spezialisten – vor allem hinsichtlich der dünnen T5-Lampen (Durchmesser etwa 16 Millimeter), die in vielen Lichtanlagen im Einsatz sind. Erst vor rund 15 Jahren wurden sie nach und nach durch die gesteigerte Effizienz von LED-Lösungen in der breiten Masse der Allgemeinbeleuchtung abgelöst. Warum steht dann bereits 2023 das Verbot dieser Lampen an? Es liegt an der Art der Lichterzeugung über Quecksilberdampf. Die EU-Richtlinie zur Begrenzung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (engl. RoHS – Restriction of the use of certain Hazardous Substances in electrical and electronic Equipment) verbietet die giftige Quecksilberbeimischung.

Auf der Suche nach Lösungsansätzen

Was tun, wenn in absehbarer Zeit die gebogenen Kompaktleuchtstofflampen oder die stabförmigen Leuchtstofflampen nicht mehr verfügbar sind? Bestandslösungen können unter Einschränkungen angepasst werden. Ansatzpunkte ergeben sich mit Retrofit-Lösungen, die in den vergangenen Jahren beispielsweise durch den Auslauf der Glühlampen vor allem im Wohnbereich Anwendung fanden. In der professionellen Gebäudebeleuchtung wird aus Komfortgründen davon Abstand genommen, etwa aufgrund von Einschränkungen beim Dimmen, Sicherheitsrisiken, unabgestimmtem Thermomanagement mit verkürzten Lebensdauern, unpassende Optiken und dadurch veränderter Lichtverteilung. Vielmehr können aber die Vorteile einer neuen Beleuchtung wie verbesserte Lichtqualität und höhere Nachhaltigkeit durch die Integration der Retrofit-Lampen nicht ausgeschöpft werden.

Manche Leuchtenhersteller für die professionelle Gebäudebeleuchtung bieten vereinzelt Umbausätze für Altlösungen an, häufig als Sonderlösungen. Diese Umrüstung, sofern überhaupt möglich, ist mit Installationsaufwand verbunden. Da den Leuchtstofflampen jeweils passende Betriebsgeräte zugeordnet sind, müssen auch diese meistens ausgetauscht und an die LED-Technologie angepasst werden. Grundsätzlich ist eine Umrüstung ein nachhaltiger Weg für eine langfristige Nutzung der Beleuchtungsanlage. Allerdings sind zu diesem Zeitpunkt viele Komponenten in den Leuchten bereits am Ende der Lebensdauer angekommen, etwa brüchig oder vergilbt. Als Konsequenz der Materialveränderungen bleibt dann neben der Rückführung von getrennten Einzelkomponenten in den Rohstoffkreislauf letztendlich nur die Entsorgung.

Ausphasungstermine für Leuchtmittel licht.de

Lösungen wie das „Tecton“-Lichtbandsystem von Zumtobel, das seit mehr als 20 Jahren durch universelle Einsatzmöglichkeiten und eine kontinuierliche Weiterentwicklung besticht, haben schon bei der Markteinführung nicht zu viel versprochen. „Mit einem 11-poligen, in die Tragschiene integrierten, Stromleitprofil ist das System bereits heute für die Anforderungen von morgen gerüstet“, lautete zur Markteinführung die Botschaft an den Kunden. Zukunftssicherheit und Flexibilität standen im Fokus. Die Leuchten werden eingeklickt, können genauso einfach wieder herausgenommen und durch neue Leuchten mit State-of-the-Art-Technologien ersetzt werden. Auch eine Erweiterung mit Sicherheitsleuchten, Steuerkomponenten und Sensoren wird auf diese Weise möglich. Diese perfekten Bedingungen für einen Austausch findet man nicht immer.

Die Qualität des neuen Lichts

Das Verbot der Leuchtstofflampen ist kein fragwürdiger Angriff auf Investoren und Betreiber. Die normativen Anforderungen des Lichts haben sich seit der Installation der alten Anlagen in vielen Arbeitsbereichen geändert. Mit einer neuen Lösung kann der Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeitenden Rechnung getragen werden. LED-Lösungen sind langlebiger und nachhaltiger. Vielmehr bietet der Auslauf veralteter Lampen aber neue Chancen für eine optimierte ganzheitliche Lichtqualität. Neue LED-Technologien wie tunableWhite passen die Raumatmosphäre von Warmweiß bis Tageslichtweiß komfortabel an die jeweiligen Bedürfnisse des Menschen an. Die Architektur wird zum Leben erweckt. Diese Veränderung der Lichtfarbe wirkt in Verbindung mit Intensität und anderen Parametern aber auch biologisch unterstützend, zum Beispiel über die Stabilisierung der inneren Uhr als Ergänzung zum natürlichen Tageslichtverlauf in Innenräumen. Neue Möglichkeiten der Blendbegrenzung oder der Lichtverteilung im Raum steigern die Wahrnehmungsqualität und das Wohlbefinden bei der Arbeit. Auch die Integration einer Lichtsteuerung, manuell oder automatisiert, über Kabel oder wireless, schafft immer wieder die passende Lichtstimmung für Architektur, Sehaufgabe und die Individualität des Menschen. Mit der Integration von IoT-Sensoren ist das Gebäude gut gerüstet für eine digitale Zukunft. Licht im Gebäudemanagement wird dadurch zum lernenden Ökosystem zur Unterstützung der Menschen, etwa durch Ambient Sensing zur Überwachung der Luftqualität, aber auch für die Betreiber (zum Beispiel durch Space Management für eine effiziente Raum- und Reinigungsplanung). So wird die vernetzte Architektur in eine flexible und erfolgreiche, dadurch auch nachhaltige Zukunft geführt.

Finanzierungs- und Serviceangebote nutzen

Light as a Service (LaaS) stellt sicher, dass die Investoren nicht mit hohen Einmalzahlungen (CAPEX) belastet werden. Finanzielle Ressourcen für das Kerngeschäft bleiben dadurch frei. Eine monatliche Licht-Contracting-Rate gibt finanzielle Planungssicherheit. Dafür übernehmen manche Lichtanbieter für einen bestimmten Zeitraum alle mit der Beleuchtung verbundenen Aufgaben und Tätigkeiten. Maßgeschneiderte Servicepakete decken jede Anforderung ab. Zu Beginn stehen die Bestandsaufnahme und Analyse der Altanlage, Lichtplanung, Lichtsteuerungsplanung. Anschließend wird eine maßgeschneiderte Lösung installiert, die zukunftsfähig, normgerecht und auf die Bedürfnisse des Menschen ausgerichtet ist. Dies wird um eine ausführliche Projektdokumentation sowie Trainings ergänzt. Nach der Inbetriebnahme fungiert der Hersteller als schneller Problemlöser (Service Level Agreements) und kümmert sich zudem um die Wartung, die Kontrolle der geforderten Beleuchtungsstärken oder auch die Anpassung der Leuchtenanordnung, zum Beispiel in Shops. Zusammen mit Förderungen bei der Umrüstung auf LED-Beleuchtung, die regional sehr unterschiedlich ausfallen, verkürzen sich die Amortisationszeiten der neuen Anlage noch weiter. Mit Turnkey Services übernehmen Lichthersteller unabhängig von Finanzierungsangeboten das Projektmanagement aus einer Hand. Durch Experten, die das Projekt begleiten und umsetzen, wird entlang des gesamten Lebenszyklus das beste Licht sichergestellt.

www.zumtobelgroup.com

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