Bauen & Immobilien

Nachhaltig planen, bauen und arbeiten
Warum sich Energieeffizienz mehrfach lohnt

Reinhard Blaurock

Der Klimawandel ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Deshalb gewinnt Nachhaltigkeit in der Gesellschaft eine immer größere Bedeutung und bei vielen Menschen findet ein Umdenken statt. Wenn Sortimente, Geschäftsprozesse und sogar komplette Geschäftsmodelle nach ökologischen Gesichtspunkten auch in Firmen neu ausgerichtet werden, ist das eine Herausforderung und bietet zugleich große Chancen.

Vaude ist in jeder Hinsicht Nachhaltigkeitsführer, auch mit dem Firmensitz.

Etwa 35 Prozent des Energieverbrauchs und rund 30 Prozent der CO2-Emissionen werden in Deutschland von Gebäuden verursacht. Um das Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 zu erreichen, wie es im Klimaschutzplan der Bundesregierung avisiert wird, sind mittelständische Unternehmen gefordert. Den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, heißt Weitsicht zu zeigen. Die Entscheidung für einen energieeffizienten Neubau oder eine energetische Sanierung rechnet sich nämlich mehrfach – im Hinblick auf die Umwelt und um die eigenen Energiekosten zu senken. Überdies: Gerade mittelständische Unternehmen benötigen die bestmögliche Immobilie nicht nur zum Zeitpunkt der Schlüsselübergabe, sondern über deren gesamten Lebenszyklus hinweg. Sie sind nachfolgenden Generationen verpflichtet und brauchen enkeltaugliche Investments. Mehrere energieeffiziente Gebäude und zertifizierte Passivhäuser unterstreichen, dass Vollack, Experte für methodische Gebäudekonzeption und selbst mittelständisch geprägt, gemeinsam mit seinen Kunden nachhaltig in die Zukunft denkt.

Energiebedarf deutlich reduzieren

Ein Beispiel ist der Neubau des Unternehmens Termotek in Baden-Baden. Dank eines nachhaltigen Energiemanagements kann der Spezialist für Flüssigkeitskühlsysteme Ressourcen deutlich effizienter nutzen und etwa 424 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Das entspricht dem Strom- und Heizenergiebedarf von circa 170 Vier-Personen-Haushalten. Im neuen Gebäude mit Produktionshalle, Büros und Sozialbereich wurde die Haustechnik mit der Betriebstechnik gekoppelt. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Rückkühler, Erdkollektoren und Zisterne ermöglicht es, die Energie im und unter dem Gebäude zu halten und bedarfsgerecht zu verteilen. So kann etwa die Energie, die bei der Prüfung der Kühlgeräte entsteht, gespeichert und für die Klimatisierung des Gebäudes genutzt werden. Der Neubau erfüllt den KfW-55-Effizienzstandard und verbraucht im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude 45 Prozent weniger Primärenergie.

Termotek spart mit seinem Gebäude dank vorausschauender Planung eine Menge CO2.Vollack
Termotek spart mit seinem Gebäude dank vorausschauender Planung eine Menge CO2.

Ressourcenschonend bauen

Derzeit erlebt das Bauen mit Holz einen Boom. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und trägt aktiv zum Klimaschutz bei, indem es langfristig CO2 bindet. Eine besondere Stärke ist die werkseitige Vorfertigung der Holzteile. Dadurch können Kosten, zum Beispiel für die Montage, reduziert und Bauzeiten verkürzt werden. Immobilien sind für 60 Prozent des deutschen Mülllaufkommens verantwortlich. Holz ist recycelbar und reduziert so den Müllberg. Für Gebäude aus Holz bedeutet das, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer einfach rückgebaut und einzelne Bauteile wiederverwertet werden können. Kein Wunder, dass sich auch immer mehr gewerbliche Bauherren für den nachhaltigen Baustoff entscheiden – so auch unser Kunde generic.de in Karlsruhe. Für den IT-Dienstleister entsteht aktuell eine neue Arbeitswelt in fortschrittlicher Holzhybrid-Bauweise. Das teils dreigeschossige Bürogebäude ist energetisch optimiert und wird im Passivhaus-Standard errichtet. Damit ist es eines in einer ganzen Reihe schon von Vollack bundesweit realisierter und zertifizierter Passivhäuser, darunter das größte seiner Art in Baden-Württemberg in Karlsruhe und eines der größten Nordrhein-Westfalens in Neuss.

Für „generic.de“ kommt Holz als nachwachsender Baustoff zum Einsatz.Vollack
Für „generic.de“ kommt Holz als nachwachsender Baustoff zum Einsatz.

Digitalisierung nutzen

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Digitalisierung in vielen mittelständischen Unternehmen stark an Bedeutung gewonnen hat. Sie ist der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg und spielt auch für Vollack eine wichtige Rolle. Digitale Innovation beim Planen und Bauen schafft für Kunden einen echten Mehrwert und sorgt dafür, dass sich ihre Investition nicht nur finanziell lohnt, sondern auch auf Nachhaltigkeit einzahlt. Die Architekten und Ingenieure bei Vollack setzen erfolgreich Building Information Modeling (BIM) und Lean Construction (LEAN) ein. Mit BIM werden alle relevanten Daten eines Gebäudes digital modelliert, kombiniert und erfasst. Die Software ermöglicht eine transparent-vernetzte Arbeitsweise, sodass alle am Projekt Beteiligten jederzeit auf die Daten zugreifen können und sich die verschiedenen Gewerke bestmöglich koordinieren lassen. Für Bauherren bedeutet BIM, dass Projekte in puncto Zeit, Qualität und Kosten deutlich effizienter umgesetzt werden können. Zudem ist die Datentransparenz dank BIM auch für das spätere Facility-Management ein enormer Mehrwert. Mit LEAN wird der Ansatz beschrieben, den Mehrwert für den  Kunden durch kontinuierliche Verbesserung und das Eliminieren von Verschwendung in den Prozessen zu steigern. 

Mit Nachhaltigkeit begeistern

Nachhaltig bauen oder revitalisieren, heißt für Unternehmen nicht nur, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen und den Energieeinsatz zu reduzieren, sondern Gebäudelösungen für Arbeitswelten zu realisieren, in denen sich Menschen wohlfühlen, die sie  motivieren, ihr Bestes für das Unternehmen zu geben, und die Sogwirkung für Talente haben. So wie der Firmensitz von Vaude in Tettnang im Allgäu. Durch die Nähe zum Bodensee und den Alpen, Kinderbetreuung, ein Bio-Betriebsrestaurant und eine ikonische zehn Meter hohe Kletterwand punktet der Outdoor-Hersteller beim Employer Branding und begeistert gerade auch junge Bewerber. Denn das Familienunternehmen hat sich vor einigen Jahren für den nachhaltigen Umbau seiner Firmenzentrale entschieden. Dafür wurde ein ganzheitlicher Masterplan für den Umbau, zum Beispiel auch der ehemaligen Lagerhalle in eine moderne Büroarbeitswelt, entwickelt. Vorhandener Stahl wurde wiederverwendet. Die Welt von Vaude belebt Arbeitsprozesse, ermöglicht Begegnung, Kommunikation und Kollaboration und schafft gleichzeitig ein gesundes und behagliches Umfeld, in dem Menschen gerne arbeiten und gestalten. 

Arbeitswelten live zeigt der Vollack-Film „Perspektiven“ auf YouTube.Vollack
Arbeitswelten live zeigt der Vollack-Film „Perspektiven“ auf YouTube.

Mehrkosten amortisieren sich

Bevor Unternehmen wie Termotek, „generic.de“ und Vaude mit ihren Gebäuden Energie- und Betriebskosten sowie CO2-Emissionen einsparen können, müssen sie erst einmal investieren. So fällt für die Einhaltung des Passivhaus-Standards im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard nach EnEV zunächst ein finanzieller Mehraufwand, zum Beispiel für Dämmstoffe oder spezielle Fenster, an. Durch Untersuchungen, die wir an Gebäuden unserer Kunden durchgeführt haben, wissen wir: Nachhaltigkeit rechnet sich. Und auch die Mehrkosten für innovative Energiekonzepte amortisieren sich im Betrieb des Gebäudes nach wenigen Jahren – wie wir und unsere Kunden feststellen: oft früher als gedacht.

www.vollack.de