Planen & Führen

Nichts tun ist keine Option
ESG muss Chefsache sein

Dr. Felix Zimmermann

Das Thema ESG gewinnt im Mittelstand und bei Familienunternehmen zunehmend an Bedeutung. Allerdings stehen viele Unternehmen bei der Entwicklung einer unternehmensindividuellen und strukturierten ESG-Strategie vor großen Herausforderungen. Unklarheit über die spezifischen ESG-Anforderungen für das eigene Unternehmen, fehlende Ressourcen und fehlende Erfahrungen in der Entwicklung einer ESG-Strategie sind die häufigsten Gründe dafür.

Da der angelaufene Umbau der Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit, aber auch mit so vielen substanziellen Chancen und Risiken beziehungsweise Veränderungen für die Unternehmen einhergeht, verträgt dieses Thema keinen Aufschub, sondern bedarf jetzt der aktiven Führung durch das Top-Management.

Risiken bei Finanzierung und Haftung

Auf Grundlage des Pariser Abkommens und der Nachhaltigkeitsziele (SDG) der Vereinten Nationen hat die Europäische Union mit der Verabschiedung des „Green Deal“ einen klaren Maßnahmen- und Zeitplan für den notwendigen Umbau der Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit vorgelegt. Der politische Rahmen ist somit auf europäischer Ebene gesetzt. Für die Unternehmen sind die vereinbarten Maßnahmen unmittelbar relevant, da sie zum einen ihre Finanzierungsmöglichkeiten und zum anderen ihre Berichterstattungspflicht betreffen. Daraus ergeben sich direkte Risiken in den Bereichen Finanzierung, Offenlegung und auch der Haftung. Insbesondere das Thema Finanzierung wird jetzt bei vielen Unternehmen spürbar, da die Geschäftsbanken von der EZB angehalten sind, ESG-Kriterien in das Rating bei ihrer Kreditvergabe zu integrieren.