Recht & Steuern
Die News Juli/August 2022

Spenden ins Ausland

Steuerliche Aspekte und gesetzliche Änderungen

Spenden an eine gemeinnützige Organisation können die Einkommenssteuerlast reduzieren. Immer öfter stellt sich jedoch die Frage, ob dies auch für Spenden an eine ausländische Organisation gilt. Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Spenden abzugsfähig und welche Veränderungen haben sich durch die Reform des Gemeinnützigkeitsrecht ergeben?

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Spenden können bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben abzugsfähig sein, wenn diese zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke im Sinne der Abgabenordnung (AO) getätigt werden. Besonderheiten gelten jedoch, wenn die Empfängerkörperschaft in Deutschland nicht steuerpflichtig ist, weil sie im Ausland ansässig ist und in Deutschland keine Einkünfte erzielt. Das Gesetz unterscheidet bei ausländischen Empfängerkörperschaften danach, ob sich deren Sitz oder Belegenheit in einem EU- oder EWR-Mitgliedsstaat oder aber in einem Drittstaat befindet.

Sitz oder Belegenheit in EU- oder EWR-Staat

Spenden sind unter anderem abzugsfähig, soweit sie an eine Empfängerkörperschaft gehen, die in einem EU- oder EWR-Mitgliedsstaat liegt und die steuerbefreit wäre, wenn sie inländische, das heißt deutsche, Einkünfte erzielen würde. Es ist also die fiktive Steuerbegünstigung der Körperschaft zu prüfen. Die praktische Tätigkeit der ausländischen Körperschaft muss im Einklang mit dem deutschen Gemeinnützigkeitsrecht stehen und der Verfolgung gemeinnütziger, mildtätiger und/oder kirchlicher Zwecke dienen. Darüber hinaus muss der jeweilige Sitzstaat der Empfängerkörperschaft grundsätzlich Amtshilfe leisten und die Beitreibung unterstützen.