Blickpunkt

Spickzettel mit Dos and Don’ts
Belegschaft für Compliance sensibilisieren

Hendrik Fuchs

Gretsch-Unitas ist eine familiengeführte, international agierende Unternehmensgruppe, die sich mit zahlreichen Compliance-Vorgaben konfrontiert sieht. Im Interview schildert der geschäftsführende Gesellschafter Michael von Resch, wie das Familienunternehmen Führungskräfte und Mitarbeitende für das Thema sensibilisiert.

Ein Blick in die Produktion bei Gretsch-Unitas.

Mit welchen Rahmenbedingen und Anforderungen vonseiten des Gesetzgebers, aber auch der Kunden und Lieferanten in Bezug auf Compliance, müssen Sie sich bei Gretsch-Unitas auseinandersetzen?

Die gesetzlichen Vorgaben sind äußerst vielfältig und nehmen von Jahr zu Jahr zu. Dazu gehören etwa das neue Lieferkettengesetz, das Kartellrecht, die Datenschutzgrundverordnung, das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, die sogenannte Reach-Verordnung, das Vergaberecht oder diverse Umweltgesetze. Darüber hinaus gibt es alle möglichen Arten von Embargolisten. Darin ist staatlich vorgegeben, welche Produkte ich in welche Länder nicht liefern darf. Das bekannteste ist natürlich das Kriegswaffenkontrollgesetz, das uns eigentlich nicht betrifft. Dennoch wollten wir vor einigen Jahren einmal eine Automatik-Karusselltür, wie man sie vom Flughafen kennt, an einen Großkunden nach Kasachstan liefern. Die Drehtür an sich war kein Problem, allerdings der darin verbaute Radarmelder, der den Drehmechanismus aktiviert. Obwohl er nur eine Reichweite von wenigen Metern hatte, also für ein Flugabwehrsystem überhaupt nicht zu gebrauchen ist, durften wir diesen von Deutschland aus nicht an den Kunden schicken. Denn Radarmelder standen leider ohne genauere Spezifizierung auf der Embargoliste. Vonseiten unserer Kunden und Lieferanten sind es eigentlich nur die großen Unternehmen, die von uns verlangen, dass wir ihren Verhaltenskodex unterschreiben. Ein eigener Code of Conduct wurde von Kunden und Lieferanten bis jetzt so gut wie nie eingefordert.