Blickpunkt

Weit mehr als DSGVO und Gleichbehandlung
Compliance im Rekrutierungsprozess

Alexandra Dohmgans

In unserer beruflichen Praxis stellen wir oft fest, dass das Wort „Compliance“ fast ausschließlich mit rein juristischen Themen assoziiert wird und der Einstellungsprozess selten im Fokus dieser Überlegungen steht. Es ist ratsam, anhand verschiedener Szenarien zu prüfen, wie detailliert man Compliance-Standards für die Rekrutierung im Unternehmen definieren möchte.

Neben den rechtlichen Fragestellungen bringt der Compliance-Begriff speziell in der Rekrutierung von Führungskräften noch weitere Aspekte mit, die eher in den Bereich „Code of Conduct“ fallen oder mittelbar aus den Paragrafen zur Abwendung von wirtschaftlichem Schaden vom Unternehmen hervorgehen. Sie sind schwieriger zu greifen und oft mit der Frage „Brauche ich dafür einen Standardprozess?“ verbunden: zum Beispiel der Schutz des Unternehmens vor Betrug oder Imageschäden durch Bewerber oder künftige Stelleninhaber, der Umgang mit Referenzgebern und Informationen zu Bewerbern oder der Prozess für interne Bewerbungen.