Planen & Führen

Zu Höchstleistungen anspornen
Mitarbeitende remote stärken

Tina Deutsch

Durch die Corona-Pandemie haben flexible Arbeitsformen Aufwind bekommen. Das Homeoffice ist aus unserer Arbeitskultur nicht mehr wegzudenken. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen können mit funktionierenden Remote-Strukturen an ihrer Arbeitgeberattraktivität feilen. Wer gute Fachkräfte will, sollte wissen, wie man Menschen auf Distanz führt und zu Höchstleistungen anspornt – Businesscoaching kann dabei unterstützen.

Homeoffice funktioniert – sogar über einen langen Zeitraum und abteilungsübergreifend. Das hat die Corona-Pandemie offenbart. Was anfangs für viele KMU ein immenser Kraftakt war, wird schrittweise zum „New Normal“. Mehr als 10 Millionen Menschen arbeiten zu Hause und sind dort produktiver, wie der Digitalverband Bitkom in einer aktuellen Studie feststellte. Sie arbeiten länger, sind aber zufriedener. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer zu Hause arbeitet, spart stressige Pendlerzeiten und ist flexibler, wenn es beispielsweise um die Kinderbetreuung geht. Allerdings bringen die neuen Arbeitsformen auch Herausforderungen mit sich. Die Belegschaft muss lernen, sich im Homeoffice zu strukturieren. Eigenverantwortung ist gefragt, aber auch Führungskräfte müssen neue Methoden für die virtuelle Führung entwickeln, um zukunftsfähig zu bleiben.

Für neue Aufgaben qualifizieren

Wurden Digitalisierungsprozesse vor Corona schrittweise eingeführt, geht es jetzt in vielen Bereichen rasant voran. Diese digitale Beschleunigung kann aber Mitarbeitende überrumpeln, wenn sie sich beispielsweise technisch nicht gut genug geschult fühlen. Denn neue Arbeitsprozesse funktionieren nur dann, wenn sie alle Beteiligten auch befürworten. Das heißt: Unternehmen sollten ihre Belegschaft mitnehmen, sie für neue Aufgaben qualifizieren und sie auf der Abenteuerreise in neue Tools und Techniken eng begleiten.

Soft Skills machen Innovation

Neben dem Fachwissen entscheiden vor allem auch Soft Skills und die Zusammenarbeit im Team über die Innovationskraft eines Unternehmens. Mit anderen Worten: Packen die Mitarbeitenden Probleme lösungsorientiert an, wird das die Produktivität entscheidend erhöhen. Besteht großes Vertrauen im Team, bestärkt das naturgemäß den Mut, neue Ideen umzusetzen. Individuelle Stärken und Teamgeist lassen sich in einem Business Coaching weiterentwickeln. Menschen werden so in die Lage versetzt, gerade in unsicheren Zeiten ihr volles Potential zu entfalten. Dabei ist es ganz gleich, ob Coaching dabei Schlüsselkräfte mit komplexen Aufgabenfeldern unterstützt oder sich an Vorgesetzte mit hohen Entscheidungsbefugnissen richtet.

Virtuelle Teamführung ist erlernbar

Die Zusammenarbeit in virtuellen Teams läuft anders als im Büro. Den Smalltalk in der Kaffeeküche oder das gemeinsame Brainstorming im Chef-Büro gibt es nicht mehr, von der Betriebsfeier ganz zu schweigen. Menschen pflegen Kontakte meist ausschließlich für berufliche Zwecke. Der Abstand zwischen vielen Kolleginnen und Kollegen wird dadurch größer. Das bremst die Teamdynamik und wirkt sich langfristig auf die Kultur des gesamten Unternehmens aus. Für die meisten Führungskräfte ist die Vermittlung eines virtuellen Teamgefühls eine Herausforderung. Sie müssen sich neue Lösungen erarbeiten. In einem Coaching entwickeln Geschäftsführer und Abteilungsleiter die Fähigkeiten, die es braucht, um die kollektive Zusammenarbeit aktiv zu fördern und dabei niemanden aus den Augen zu verlieren.

Führen auf Distanz 

Eine gute Kultur kann beispielsweise über eine wertschätzende Kommunikation gelingen. Mit den richtig gewählten Worten können Führungskräfte unglaublich viel Motivation schaffen. Positives Feedback sollte daher im täglichen Austausch zu einer Selbstverständlichkeit werden. Hinzu kommen aufmerksames Zuhören und das Zeigen von Mitgefühl. Denn dann fühlen sich Mitarbeitende ernst genommen und entwickeln Vertrauen. Klingt simpel, passt aber im zeitkritischen Tagesgeschäft oft nicht auf die Agenda von Führungskräften. Darüber hinaus sollten Vorgesetzte genug Raum für informellen Austausch schaffen. Möglichkeiten sind regelmäßig digitale Teamspiele oder Kaffee-Dates. Über das Zwischenmenschliche entwickelt sich sehr viel Nähe und Vertrauen.

Vertrauen teilen will gelernt sein

Zu einem intensiven Wir-Gefühl gehört ebenso das Erarbeiten von gemeinsamen Zielen, die Menschen dazu motivieren, auch kleinste Aufgaben motiviert anzugehen. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen. Gerade das Loslassen und die Kollegen eigenverantwortlich machen zu lassen, ist oft nicht einfach. Vertrauen muss man sich erarbeiten, heißt es so schön. Das gilt immer für beide Seiten – für denjenigen, der Vertrauen möchte und für den, der Vertrauen geben will. Coaching hilft Führungskräften dabei, mit neuen Blickwinkeln an Dinge heranzugehen, ihren Handlungsspielraum zu erweitern und ihre Instinkte im virtuellen Miteinander zu verbessern.

Gutes Konfliktmanagement

Wenn sich Menschen über die Web-Cam nur in eingeschränktem Maß wahrnehmen, kann es schneller dazu kommen, dass sie verunsichert sind oder sich zurückziehen. Gedanken und Gefühle verschwinden hinter vielen kleinen Bildschirmkacheln. Eine mangelnde Kommunikation kann dazu führen, dass sich Kolleginnen und Kollegen nicht immer einig sind und sich im schlimmsten Fall die Fronten verhärten. Mit der richtigen Herangehensweise können Führungskräfte Differenzen eindeutiger identifizieren und schnell aus dem Weg räumen. Dazu gehört beispielsweise, Konflikte nicht direkt zu bewerten und mit vorgefertigten Lösungen zu kommen. Wesentlich effizienter ist es, allen Beteiligten erst einmal die Möglichkeit zu geben, ihren Ärger loszuwerden und aufmerksam zuzuhören. Denn oft bewirkt schon das „Sich-von-der-Seele-reden“ Erleichterung und Bereitschaft, Streitigkeiten sachlich anzugehen.

Eigenverantwortlicher arbeiten

Mit dem Umzug ins Homeoffice sind häufig auch interne Umstrukturierungen verbunden. Das können neue Teamkonstellationen sein oder das Umverteilen von Aufgaben. In vielen Fällen gehen damit zusätzliche Arbeitsanforderungen einher. Der Wechsel in eine neue Rolle kann anfangs herausfordernd sein. Unterschiedliche Coaching-Techniken wie beispielsweise die Visualisierung oder der Perspektivenwechsel unterstützen Mitarbeitende dabei, sich in der neuen Funktion zurechtzufinden. Die Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung, die mit jedem Coaching einhergehen, stärken dabei automatisch eine eigenverantwortliche und zielführende Arbeitsweise. Mündige Mitarbeiter ermöglichen es der Organisation, flexibel zu agieren und schnell zu entscheiden.

Mitarbeiterqualifizierung macht den Unterschied

Wie Unternehmen aller Branchen und Größen das Homeoffice meistern, hängt im Wesentlichen von der Lernbereitschaft ihrer Mitarbeitenden und Führungskräfte ab. Mit einem Coaching können Menschen resilienter, reflektierter und integrierender handeln und den Zusammenhalt untereinander stärken. Am Ende wird die Mitarbeiterqualifizierung ein entscheidender Vorsprung für die künftige Positionierung von Unternehmen sein.

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