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04. Januar 2023

Familienunternehmen schaffen in Krise mehr Jobs als Dax-Konzerne

Inhabergeführte Unternehmen schaffen auch in Krisenzeiten neue Arbeitsplätze. Das zeigt ein Vergleich der 500 größten deutschen Familienunternehmen mit dem Deutschen Aktienindex (Dax) im Zeitraum 2011 bis 2020. Während die 26 nicht-familienkontrollierten Konzerne im Dax 30 im ersten Corona-Jahr Beschäftigung abbauten, stellten die 500 größten deutschen Familienunternehmen weiterhin ein.

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Jacob Lund / shutterstock.com

„Gerade mit Blick auf die aktuellen Preis- und Rohstoffkrisen und die Gefahren für die Konjunktur sollte sich die deutsche Öffentlichkeit bewusst sein: Familienunternehmen sind der Stabilitätsanker Deutschlands und tragen maßgeblich zu unserem Wohlstand bei“, kommentiert Prof. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, das Ergebnis. „Die Untersuchung zeigt, dass Familienunternehmen bisher Krisen nachweislich besser überstehen konnten und ihre Belegschaft auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten – gerade am Standort Deutschland. Deshalb ist es essenziell, diese Unternehmensform in der derzeit so angespannten Lage nicht zu benachteiligen.“

1,5 Millionen neue Arbeitsplätze weltweit geschaffen

Da der Dax erst im Herbst 2021 auf 40 Mitglieder aufgestockt wurde, zieht der mehrjährige Vergleich noch den Dax 30 heran – und zwar bereinigt um die dort gelisteten vier Familienunternehmen Beiersdorf, Henkel, Merck und Volkswagen. Laut der Untersuchung bauten die TOP 500 ihre Beschäftigung in Deutschland um 25 Prozent aus, während die DAX-26-Unternehmen die Inlandsbeschäftigung nur um vier Prozent steigerten. Insgesamt schufen die TOP 500 im betrachteten Zeitraum über 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze weltweit, die DAX-26-Unternehmen hingegen rund 390.000. Zum Hintergrund: Als die Stiftung Familienunternehmen die beiden Unternehmensgruppen 2007 erstmals wissenschaftlich untersuchte, hatten sie nahezu die gleiche Beschäftigtenzahl in Deutschland. Auch gemessen am Umsatz wuchsen die TOP 500 stärker als die DAX-26-Unternehmen: Insgesamt erreichten diese ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 3,77 Prozent. Dagegen zeigten die DAX-26-Unternehmen eine Steigerung von 1,69 Prozent.

Stiftung Familienunternehmen

Sechs Millionen Menschen arbeiten bei den TOP 500

Die Studie der Stiftung Familienunternehmen unterstreicht die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Unternehmen in Familienhand. So arbeiteten bei den TOP-500-Familienunternehmen im Jahr 2020 weltweit sechs Millionen Menschen, bei den DAX 26 waren es mit 3,1 Millionen Menschen gut die Hälfte. (Zur Beachtung: Erstmals wurde der Volkswagenkonzern als Familienunternehmen eingeordnet, nachdem Klagen vor dem EuGH bezüglich der Stimmrechtsverteilung endgültig beigelegt sind).

Die Untersuchung wurde im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen vom Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim erstellt und betrachtet die TOP-500-Familienunternehmen nach Umsatz und nach Beschäftigung im Zehn-Jahres-Zeitraum.

Die Studie „Die TOP 500 Familienunternehmen on Deutschland – nach Umsatz und Beschäftigung“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

www.familienunternehmen.de