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15. März 2023

Hohe Beständigkeit bei Familienunternehmen

Die umsatzstärksten Familienunternehmen der Welt konnten ihren Umsatz 2022 im Vergleich zum Jahr 2020 im Durchschnitt um 14 Prozent steigern – die deutschen Top-Familienunternehmen wuchsen langsamer und legten im Durchschnitt um sechs Prozent zu. Asiatische Firmen kamen auf ein durchschnittliches Umsatzplus von 21, die nordamerikanischen von zwei Prozent. Das ist eines der Ergebnisse des Global Family Business Index, der in diesem Jahr zum fünften Mal gemeinsam von der Universität St. Gallen und der Beratungsgesellschaft EY herausgegeben wurde.

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Im Verlauf der vergangenen zwei Jahre ist die Zahl der deutschen Vertreter unter den größten 500 Familienunternehmen der Welt um eines auf 78 zurückgegangen – damit kommen aktuell knapp 16 Prozent der umsatzstärksten Familienunternehmen weltweit aus Deutschland. Nur die USA stellen mit 118 mehr Unternehmen in den Top 500 als Deutschland. Gleichzeitig haben sieben der zehn größten Familienunternehmen der Welt ihren Sitz in den Vereinigten Staaten – darunter der Einzelhändler Walmart auf Rang eins sowie die Holding Berkshire Hathaway auf Rang zwei. Aus Deutschland haben sich wie schon vor zwei Jahren zwei Unternehmen in den Top Ten platziert: die Heilbronner Schwarz Group, zu der unter anderem Lidl gehört, auf Platz vier sowie der Automobilhersteller BMW auf Platz sechs. Zusammen mit dem Autozulieferer Bosch stellen diese Unternehmen zudem die drei umsatzstärksten Familienunternehmen Europas. Die weltweit größten Familienunternehmen erwirtschaften zusammen 8,02 Billionen US-Dollar und beschäftigen rund 24,5 Millionen Mitarbeitende.

„Herausragende Bedeutung für Weltwirtschaft“

„Familienunternehmen haben eine herausragende Bedeutung für die Weltwirtschaft – sie sind ein Garant für Stabilität und nachhaltiges Wachstum, sie vermeiden Übertreibungen und haben in schwierigen Zeiten einen langen Atem“, kommentiert Wolfgang Glauner, Partner bei EY und Leiter der Marktaktivitäten für Familienunternehmen, die Ergebnisse des Rankings. „Bemerkenswert ist, wie gut die Familienunternehmen unterm Strich durch die Pandemie gekommen sind – und dass es relativ wenig Fluktuation im Ranking gab, was ebenfalls auf eine hohe Beständigkeit hinweist.“ Dr. Thomas Zellweger, Professor am Lehrstuhl für Familienunternehmen der Universität St. Gallen, ergänzt: „Mit nur sieben Prozent Neueintritten in diesem Jahr bleibt der Index stabil. Auffallend ist die wachsende Bedeutung Asiens und die Wirtschaftskraft, die diese Familienunternehmen aufweisen.“

Jedes zweite deutsche Familienunternehmen älter als 100 Jahre

Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele erfolgreiche Familienunternehmen, die bereits seit mehreren Generationen existieren: Im Durchschnitt sind die deutschen Top-500-Familienunternehmen 109 Jahre alt, der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck ist mit 354 Jahren das zweitälteste Unternehmen im Ranking. Nur der japanische Baukonzern Takenaka kann auf eine noch längere Historie zurückblicken und wurde vor 412 Jahren gegründet. Immerhin elf der 500 Unternehmen sind mindestens 200 Jahre alt, im Durchschnitt liegt das Alter der analysierten Unternehmen bei 85 Jahren.

Nur sechs Prozent der CEO weiblich

Nachholbedarf besteht weltweit beim Thema Vielfalt: Gerade einmal sechs Prozent der Unternehmenschefs sind Frauen, in Europa und Nordamerika liegt der Anteil weiblicher CEO mit jeweils sieben Prozent geringfügig höher, in Asien mit vier Prozent sogar noch niedriger. Von den 78 deutschen Unternehmen im Ranking werden fünf Prozent – das sind vier Unternehmen – von einer Frau geführt.