Portraits
30. August 2010

Jung-Unternehmer starten durch

Mehr Kauflaune mit Business-TV & Radio

Die Unternehmensgründer Sven Kühne (li.) und Dominik Rimkus.

Mit einer guten Idee, bestem Know-how und Mut zum Risiko haben die beiden Stuttgarter Sven Kühne (41) und Dominik Rimkus (28) im Frühjahr 2010 die Firma Moodmusic UG gegründet. Das Entertainment-Unternehmen konzentriert sich auf drei Geschäftsfelder: Business-Radio, Digital Signage und Web-Solutions.

Die richtige Musik macht Laune

„Wir wollen Unternehmen im B2C-Bereich helfen, mit individuellen und emotionalen Musik- und Video-Angeboten den Verkauf zu steigern“, sagt Firmengründer Sven Kühne. Untersuchungen haben nämlich erwiesen, dass Musik und bewegte Bilder beim Menschen unterschiedliche Empfindungen wecken. Männer lieben eher die markanten und eckigen Töne, Frauen stehen auf warme, angenehme Klänge, sprich Smooth-Soft-Pop. Bewegte Bilder erhöhen die Aufmerksamkeit.

Erste Erfolge gibt es schon. So werden zum Beispiel sämtliche Olymp-Stores und -Franchisestore mit einem auf die Hemdenmarke abgestimmten Audiokonzept von Moodmusic ausgestattet. Das Unternehmen konnte durch ein überzeugendes zielgruppenorientiertes Konzept den Wettbewerb für sich entscheiden und versorgt künftig rund 40 Filialen unter anderem auch in Ungarn, Österreich, Holland und Spanien mittels digitaler Store-Beschallung mit modernster Technologie. Zielgruppe sind „Männer im Olymp“, eine vorwiegend zwischen 25- und 60-jährige Kundschaft, die mit Mainstream-Pop von Bryan Adams über Madonna bis zu Lena unterhalten werden soll. Dadurch sollen das Einkaufserlebnis gesteigert und der Wiedererkennungswert erhöht werden.

Generell gibt es technisch dafür zwei Varianten. Möglich sind zum Beispiel lokale Lösungen für Einzel- oder Mehrkanalbetrieb für bis zu 15 Filialen. Oder ein oder mehrere Internet-Radiokanäle, die zentral überwacht und zuverlässig an alle weltweiten Standorte übertragen werden können. Die Einspeisung von Werbung und Geräuschen, zum Beispiel Vogelgezwitscher in einer Outdoor-Abteilung oder Meeresrauschen im Badeshop ist ebenso jederzeit möglich.

Einfache Technik, spannende Inhalte

Auch aus dem Bereich des Business-TV melden die Gründer erste Erfolge: So liefert das Unternehmen für die Gigasaurier-Ausstellung in Frankfurt, initiiert vom Senckenberg-Naturkundemuseum, Technik und Know-how im Bereich Digital Signage (digitales Informationssystem) und betreibt das Content-Management-System für die Video-Wand und die einzelnen Bildschirme. Kühne: „Dank Business-TV kann man nachweislich nicht nur die Verweildauer in den Geschäften verlängern, sondern auch Kunden in die Geschäfte locken, wenn sie spannende bewegte Bilder im Schaufenster sehen.“

Wichtig sind dabei abwechslungsreiche Programme, spannende Bildschirmaufteilungen und zielgruppengerechte Animation. Auf Wunsch integriert Moodmusic auch die aktuellen Nachrichten, zum Beispiel von n-tv. Der Anwender profitiert durch eine besonders einfache Technik. Statt umständlicher Verkabelungen und Aktualisierungen über eine IT-Infrastruktur, werden die Inhalte über eine UMTS-Card gesendet. Einfach „plug and play“.

Und weil die Inhalte aus Business-TV und Radio auch in den jeweiligen Internet-Auftritten effizient genutzt werden können, gestaltet das Unternehmen auf Wunsch auch die neuen Web-Auftritte mit den jeweiligen Radio- und Video-Programmen.

Schwarze Zahlen in wenigen Monaten

Gestartet sind die beiden Jung-Unternehmer im häuslichen Arbeitszimmer. Mittlerweile haben sie schon einen Dachstock belegt. Der Plan scheint aufzugehen. „Wir haben zuerst in die Technik investiert“, erklärt IT-Spezialist Rimkus. „Deshalb habe wir für den Start ganz bewusst die Unternehmensform der UG gewählt.“ Kühne, der über jahrelange Erfahrung im Vertrieb, Consulting und Einzelhandel verfügt, erzählt: „Die Banken haben unserer Idee nicht so recht vertraut und stehen sich bei der Vergabe von Geldern zur Zeit selbst im Weg. Öffentliche Förderung haben wir infolgedessen auch nicht bekommen und uns im Nachhinein auch nicht mehr gekümmert. Der Kunde war und ist unser Ziel. Das war wichtiger als bürokratische Konzepte. Die risikoreiche Rechnung ging auf. Auch haben wir keine Investoren an Bord, das erleichtert uns, Entscheidungen schnell und effizient zu treffen. In unserer Firma steckt nur unser privates Kapital. Seit August schreiben wir schwarze Zahlen, auch dank unserer schlanken Kostenstruktur. Damit sind wir äußerst konkurrenzfähig.Wir halten unser Geld zusammen und zahlen Rechnungen grundsätzlich in zehn Tagen. Dann macht das Business auch allen Beteiligten Spaß.“

„Das Interesse an kundenspezifischen Inhalten in den Shops ist groߓ, freut sich Rimkus. „Wir wollen keine XXL-Firma werden“, stellt Kühne klar. „Für uns ist auch der Spaß bei der Arbeit wichtig. Wir wollen uns Spontaneität und Aufrichtigkeit erhalten.“ Besondere Maßstäbe legen die beiden Gründer an ihre Kunden-Beziehungen. „Wir möchten zu unseren Kunden eine partnerschaftliche Beziehung aufbauen. Ein Kunden-Lieferanten-Verhältnis, bei dem es nur um den günstigsten Preis geht, scheint uns für die Art von Dienstleistung, die wir anbieten, nicht ausreichend und nicht erstrebenswert“, sagt Kühne. „Wir müssen verstehen, wie die Produkte auf Kunden wirken, welche Wünsche sie bedienen und dafür ein spezifisches Konzept entwickeln. Das klappt nur in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Kunden.“

www.moodmusic.de