Portraits
28. September 2011

25 Jahre Unternehmensplanung

Im September 1986 hat Bernd Pacholczyk die Denzhorn Computer-Service GmbH gegründet. Seitdem hat sich das Familienunternehmen aus Weissach gut entwickelt. „Ich habe in einer Küche angefangen“, erzählt der 63-jährige Unternehmer und lacht. Begonnen hat der gelernte Kaufmann seine Karriere bei Porsche und Drescher.

„Bei Porsche habe ich mich schließlich selbst wegrationalisiert, indem ich meine Aufgabe auf EDV umstellte“, sagt er. Für den damals 38-jährigen, der inzwischen bei Drescher Leiter der Datenverarbeitung und Organisation war, war es keine Frage, sich selbstständig zu machen. „Ich komme aus einer Familie von Selbstständigen“, erzählt Pacholczyk. „Ich wollte mir schon immer die Freiheit nehmen, eigene Ideen zu verwirklichen.“

Bei Denzhorn Computer-Service setzt man auf Teamarbeit.
(klick mich)

Gründungschance ergriffen

Seine ehemaligen Kollegen Günter Denzer und Dietmar Horntrich boten ihm den passenden Einstieg. Unter dem Dach ihrer Denzhorn-Gruppe gründete Pacholczyk seine eigene Firma. „Wir wollten für unsere neu gegründete Unternehmensberatung ein Geschäftsführersystem schaffen, das es dem Unternehmer ermöglichen sollte, vorausschauend seinen Erfolg zu planen, Engpässe zu erkennen und frühzeitig gegenzusteuern“, sagt Günter Denzer, der heute seine eigene Unternehmensberatung „TeamDenzer“ betreibt. „Bernd Pacholczyk war für die Entwicklung der Software der passende Mann.“

Gemeinsam zogen die drei Unternehmer in eine Einliegerwohnung in Weissach. Pacholczyk saß mit seinem PC in der Küche, begann mit EDV-Beratung und strickte an dem Software-Programm, das heute ein vollwertiges Instrument zur Unternehmenssteuerung ist. Es sollte über ein Jahr dauern, bis das Programm – „BPS ONE“ – so weit fertig war, dass man es Unternehmen anbieten konnte, damals noch in DOS programmiert. Denzer und Horntrich, setzten das Programm bei den von ihnen beratenen Unternehmen ein.

Expansion und Krise

1988 zogen die drei Unternehmer aus der Einliegerwohnung in das Industriegebiet Im Neuenbühl. Mit drei Vertriebspartnern wuchs das Unternehmen schnell. Doch dann kam die Krise, die für die Denzhorn-Unternehmen existenzbedrohend wurde. Hinzu kam, dass die Programmierung in DOS sich überlebt hatte. Die Software musste für Windows neu programmiert werden. „1996 hatte ich sechs Mitarbeiter, die ich aber unbedingt halten wollte“, sagt der Unternehmer. „Die Umstellung auf Windows musste möglichst schnell bewältigt werden.“ Die Jahre zwischen 1995 und 1999 waren die schwierigsten, an die sich Pacholczyk erinnert: „Die Aufträge blieben aus“. Um die Krise zu überwinden, suchte der Unternehmer Kunden, die Bedarf an individueller Software hatten. „Wir konnten mehrere Kunden gewinnen und Software für Auftragsabwicklung, Lagerbestandsführung, Fertigungsterminierung und mobile Kundenpflege erfolgreich entwickeln und einführen. Ich habe ums Überleben gekämpft mit allem, was ich hatte und habe 2001 die Wende schließlich geschafft.“

Die Zukunft im Blick

Bernd Pacholczyk (Mitte) hat bereits seine
Kinder Katja und Lars im Unternehmen.

Das Businessplansystem „BPS ONE“ ist kein Buchhaltungsprogramm, sondern ein System zur Unternehmenssteuerung für Unternehmer, Geschäftsführer, Kaufmännische Leiter und Controller.

Es wird kontinuierlich und oft, auch auf Wunsch und Anregung von Kunden, weiterentwickelt. So kamen Module für Vertrieb, Personal, Leasing, Kredite, Verträge, Projektmanagement und legale Konsolidierung hinzu. Pacholczyk ist stolz auf die Flexibilität des Systems, das den Einsatz bei Unternehmen jeder Branche und jeder Größe ermöglicht. Die Ziele für die Zukunft sind klar: „Wir werden unsere Produkte ergänzen und verbessern, unseren Kunden noch mehr Nutzen bieten und ihnen Arbeitsmittel an die Hand geben, die in der Unternehmensplanung und -steuerung Ordnung und Transparenz herstellen“, so der Unternehmer. „So haben wir ergänzend zu unserem Businessplansystem im Jahr 2007 zusammen mit unserem Vertriebspartner ‚HelfRecht Unternehmerische Planungsmethoden‘ die Planungssoftware ‚TarGo‘ für unternehmerische, berufliche und private Ziele entwickelt.“

Ein weiteres Ziel ist es, den Service für die Kunden zu vergrößern. „Wir bieten zwar schon immer Support an“, sagt Pacholczyk, „doch mit unserer gerade gestarteten Akademie, die meine Tochter leitet, wollen wir unser Angebot erweitern und unseren Kunden helfen, die gesamte Bandbreite der Software intensiv zu nutzen. Künftig sollen noch Online-Seminare dazu kommen.“

Nachfolger im Haus

Für seine Firma strebt der Unternehmer wie bisher ein moderates, aber beständiges Wachstum an. Dafür müssen interne Abläufe verbessert werden, denn die Mitarbeiterzahl soll nur langsam wachsen. Mit Tochter Katja, 33, und Sohn Lars, 37, sind die Nachfolger bereits im Haus, auch wenn Pacholczyk selbst noch nicht ans Aufhören denkt. „Mein Bruder und ich ergänzen uns prima“, sagt Katja Pacholczyk, die sich erste Sporen beim Vertriebspartner in Ulm verdiente. „Ich habe mit Programmierung nichts am Hut und für meinen Bruder ist es eine Berufung.“ Der Bruder stimmt zu: „Ich bin ein leidenschaftlicher Software-Entwickler. Gemeinsam bilden Katja und ich ein gutes Team.“

www.bps-one.net