Portraits
4. März 2016

Unternehmer Andreas Lapp feierte 60. Geburtstag

Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter Lapp Holding AG, feierte am 6. März 2016 seinen 60. Geburtstag. Das unternehmerische Denken wurde ihm schon in die Wiege gelegt. Seine Eltern, Ursula Ida und Oskar Lapp, die Gründer der Lapp-Gruppe, haben Andreas Lapp schon sehr früh gelehrt, im Familienunternehmen Verantwortung zu übernehmen. „Als Kinder spielten wir mit den Kabeltrommeln in unserem Garten in Stuttgart-Vaihingen und in den Ferien haben wir im Unternehmen Skintop-Verschraubungen montiert“, erinnert sich Andreas Lapp.

Heute trägt er als Vorstandsvorsitzender Verantwortung für ein weltweit agierendes Unternehmen mit rund 3.300 Mitarbeitern und einem Umsatz von 886 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2014/15). Seit dem frühen Tod des Vaters im Jahr 1987 führt Andreas Lapp zusammen mit seiner Mutter Ursula Ida, der Firmengründerin, und seinem Bruder Siegbert die Unternehmensgruppe weiter. Zusammen machten sie das Familienunternehmen zu einem der führenden Anbieter von integrierten Lösungen und Markenprodukten im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologie. Die Lapp-Gruppe ist damit ein Musterbeispiel eines „Hidden Champion“.

Globales Wachstum und Innovation

Andreas Lapp studierte in Tübingen Jura und Betriebswirtschaft, bevor er ins Unternehmen eintrat. Während sein Vater bereits Auslandsgesellschaften in den USA, Italien und England gegründet hatte, wurde unter Führung von Andreas Lapp die strategische Internationalisierung weiter vorangetrieben. „Unser Erfolgsrezept ist größtmögliche Kundennähe und konsequente Ausrichtung auf den Kundenbedarf“, erklärt der Unternehmer. Und so ist die Entwicklung der Lapp-Gruppe zum Global Player nahezu parallel mit der Internationalisierung der Kunden verlaufen. Zunächst wurden weitere Niederlassungen in Europa gegründet und bereits Mitte der 90er-Jahre wagte das Unternehmen den Einstieg in den asiatischen Markt.

Während andere Unternehmen auf China setzten, war Indien für Andreas Lapp stets ein wichtiger Anker für den asiatischen Raum. Mit aktuell zwei Produktionswerken und einem ausgeklügelten Vertriebsnetz ist Indien bis heute ein Wachstumsgarant für die Gruppe. Neue Landesgesellschaften beispielsweise in Korea, Brasilien, Indonesien, Russland und Südafrika folgten. Eine der größten Investitionen in der Firmengeschichte war der Bau des in der Branche einmaligen Dienstleistungs- und Logistikzentrums in Ludwigsburg, das 2013 eingeweiht wurde und ganz aktuell entsteht die neue Europazentrale am Firmenstammsitz in Stuttgart. Heute gehören zu der Unternehmensgruppe mehr als 40 Vertriebsgesellschaften und 18 Fertigungsstandorte, zudem kooperiert das Unternehmen mit rund 100 Auslandsvertretungen.

Andreas Lapp: „Wir sind mit unseren Werken, Vertriebsniederlassungen und Vertretungen sehr gut aufgestellt. Jetzt geht es darum, unsere Kunden beim industriellen Wandel im Zeitalter von Industrie 4.0 mit unseren innovativen Produkten zu unterstützen. Parallel wollen wir neue Branchen als Absatzmärkte erobern. Im Bereich der Erneuerbaren Energien und der e-Mobility ist uns das schon sehr gut gelungen. Ganz aktuell haben wir für die Lebensmittelindustrie ein maßgeschneidertes Verbindungsportfolio auf den Markt gebracht.“

Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft

Besonders wichtig ist dem Unternehmer die Familienorientierung, die neben „kundenorientiert“, „erfolgsorientiert“ und „innovativ“ als Wert im Unternehmensleitbild verankert ist. Die familiäre Prägung spiegelt sich in vielfältigen Maßnahmen wieder. Für die Weiterbildung der Mitarbeiter hat die Unternehmerfamilie die Lapp-Akademie geschaffen und einmal im Jahr veranstaltet das Unternehmen für die Mitarbeiter beispielsweise ein internationales Fußball- und Volleyballturnier, das jedes Jahr in einem anderen Land stattfindet. Homeoffice-Angebote und Coachings runden das Angebot ab. Wegen ihrer familienbewussten Unternehmenskultur wurde die U.I. Lapp GmbH, die größte Einzelgesellschaft innerhalb der Lapp-Gruppe, mit dem Zertifikat „berufundfamilie“ auszeichnet, das unter der Schirmherrschaft des Bundesfamilienministeriums vergeben wird. Auch 2016 ist die U.I. Lapp GmbH wieder in der Endrunde der prämierten Unternehmen.

Seit Jahrzehnten übernimmt die Unternehmerfamilie auch gesellschaftliche Verantwortung. So wurde 1992 die Oskar-Lapp-Stiftung für die Erforschung von Herzkrankheiten gegründet. Im Verein Kind e.V. unterstützt die Familie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ganz aktuell ermöglicht eine Spende der Familie Lapp in Höhe von 500.000 Euro den Neubau der Betreuungsstätte Bärcheninsel im Stadtteil Dürrlewang. Auch das Bürgerhaus in Möhringen oder der Bau eines Pavillons für die Pestalozzischule in Vaihingen waren erst durch die finanzielle Unterstützung der Familie Lapp realisierbar.

Ganz besonders am Herzen liegt Andreas Lapp der kulturelle Austausch zwischen Deutschland und Indien. Seit 2001 ist er Honorarkonsul der Republik Indien für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. So veranstaltet er im indischen Mumbai einmal im Jahr das schwäbische Weinfest „Stuttgart meets Mumbai“. In Stuttgart unterstützt er maßgeblich das Indische Filmfestival Stuttgart und gründete das Indian Business Center, das indischen Unternehmern hilft, in Deutschland schneller Fuß zu fassen.

Die Tradition fortsetzen

Für die Zukunft ist die Lapp Gruppe gut aufgestellt. Aktuell wird das Unternehmen von Andreas Lapp und drei weiteren familienexternen Vorständen geleitet. Sein Bruder Siegbert E. Lapp ist Aufsichtsratsvorsitzender der Lapp Holding AG, seine Mutter Ursula Ida Lapp ist weiterhin Vorsitzende des Aufsichtsrats der U.I. Lapp GmbH und Ehrenvorsitzende der Lapp Holding AG. Andreas Lapp wünscht sich, dass die Familientradition im Unternehmen weitergeht und auch seine Kinder im Unternehmen Verantwortung übernehmen. „Ich würde mich freuen, wenn auch sie in meine Fußstapfen treten und die Arbeit, die meine Eltern begonnen haben, fortsetzen würden.“

Das könnte Sie auch interessieren: Lapp nimmt neue Branchen ins Visier