Portraits
4. Januar 2017

Kurz Aviation: Zeichen stehen auf Wachstum

Die Kurz Aviation Service GmbH gehört in Deutschland zu den größten Dienstleistern im Bereich der General Aviation. Die News-Redaktion sprach mit Geschäftsführer Hagen Kurz über die Zukunftspläne des Familienunternehmens.

Wie hat sich das Geschäft um die private Businessfliegerei in den vergangenen Jahren am Standort Stuttgart entwickelt?

Hagen Kurz: Unsere Dienstleistungen, zu denen die intensive Betreuung von Crews und Passagieren gehört, erfreuen sich seit langem großer Nachfrage. So können wir auf eine sehr stabile Entwicklung in den vergangenen Jahren zurückblicken, und das auf einem relativ übersichtlichen Markt.

Ihr Stammsitz ist das General Business Terminal (GAT) am Stuttgarter Flughafen. Seit 2011 betreibt Ihr Unternehmen auch das GAT am Flughafen Köln/Bonn, 2014 kam Frankfurt hinzu. Welche Rolle spielt welcher Standort?

Den größten Anteil hat nach wie vor unser GAT in Stuttgart. Dort verzeichneten wir 2015 rund 24.000 Flugbewegungen und fertigten in unserem Terminal rund 36.000 Passagiere ab. Damit laufen rund 20 Prozent aller Flüge auf dem gesamten Stuttgarter Flughafen über unser Terminal. In Köln kamen wir immerhin auf 15.000 Flugbewegungen und 17.500 Passagiere, am Frankfurter Flughafen waren es 2015, dem ersten kompletten Geschäftsjahr vor Ort, knapp 1.100 Flüge und 1.000 Passagiere. Am Standort Frankfurt betreiben wir das GAT allerdings nicht alleine. Es bieten noch zwei weitere Dienstleister, von denen einer die Fraport selbst ist, Dienstleistungen rund um die General Aviation an. Im Gegensatz zu Stuttgart ist es in Frankfurt für Kleinmaschinen problematisch aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens entsprechende Slots zu bekommen. Slots sind Zeitfenster innerhalb derer ein Flugzeug starten oder landen darf. Dennoch sehen wir am Flughafen der Mainmetropole noch erhebliches Entwicklungspotenzial.

Darüber hinaus arbeiten Sie auch mit Netzwerkpartnern zusammen. Wie tragen diese Partner zur Wertschöpfung Ihres Unternehmens bei?

Der Großteil der Flüge sind internationale Flüge, teilweise auch von außerhalb der EU. Besonders die internationalen Partner wünschen einen Single Point of Contact, um ihre Flüge nach Deutschland zu organisieren. Dank unseres Netzwerks mit Partnern im gesamten Bundesgebiet, etwa in München, Berlin und Düsseldorf, sind wir in der Lage, in der Breite unseren Kunden ein Komplettpaket anzubieten. Ansonsten könnten wir das nur in Stuttgart, Köln und Frankfurt, wo wir im Bereich Business Aviation an der Spitze stehen. Der Vorteil für den Kunden besteht darin, dass er, unabhängig von seinem Zielflughafen in Deutschland, mit uns nur einen Ansprechpartner hat, der ihn bei der Planung seines Flugs unterstützt. Diesen Ansatz möchten wir in den nächsten Jahren auch international stärker umsetzen.

Welche Pläne gibt es speziell für die Weiterentwicklung des Standorts Stuttgart?

Momentan sind wir dabei, eine Wartehalle auf der Flugfeldseite des GAT zu bauen. Normalerweise können unsere Passagiere relativ schnell ihren Flieger besteigen, aber bei größeren Reisegruppen kann es durch die Sicherheitskontrollen zu etwas längeren Wartezeiten kommen, bis alle diese passiert haben und zum Flugzeug gebracht werden können. Die Wartezeiten wollen wir für diejenigen Passagiere, die die Kontrolle bereits hinter sich haben, mit der neuen Halle so angenehm wie möglich machen. Neuerungen gibt es auch in Bezug auf unseren Fuhrpark. Anfang September haben wir unser erstes E-Fahrzeug in Betrieb genommen. Nach und nach wollen wir unsere gesamte Fahrzeugflotte auf dem Stuttgarter Flughafen auf den umweltfreundlichen Antrieb umstellen.

Auf der Dienstleistungsseite versprechen wir uns mit einem neuen VIP-Service in Stuttgart weitere Wachstumsimpulse. Künftig soll es Passagieren eines normalen Linienflugs gegen eine Gebühr ermöglicht werden, einen Teil unseres Business-Aviation-Service im GAT mit zu nutzen. Dazu zählen etwa eine schnelle Sicherheitskontrolle fernab langer Warteschlangen und die Fahrt mit einer Limousine zum Flugzeug. Voraussetzung ist aber, dass sie nur Handgepäck mitführen. Gerade sind wir noch dabei, Details zu den Sicherheitskontrollen mit der Bundespolizei zu klären. Ich denke, dass dies vor allem für viele Geschäftsreisende eine interessante Option sein wird.

www.kurz-aviation-service.com