Rezensionen
17. Mai 2015

Familienunternehmen in Wirtschaft und Wissenschaft

Mark K. Binz hat sich bundesweit als Anwalt und Berater von Familienunternehmen einen hervorragenden Namen gemacht. Große Bekanntheit erlangte er auch mit dem Mannesmann-Prozess als „Rächer im Nadelstreifen“ im Kampf gegen die Arroganz und Selbstbedienungsmentalität von Topmanagern. Anlässlich seines 65. Geburtstags haben ihm kürzlich zahlreiche Wegbegleiter eine umfangreiche Festschrift mit dem Titel „Familienunternehmen im Fokus von Wirtschaft und Wissenschaft“ gewidmet. Das Werk beschränkt sich dabei – wie man es bei einer in einem juristischen Verlag veröffentlichen Festschrift für einen Anwalt vermuten würde – nicht nur aufs Juristische, sondern bildet die ganze Bandbreite an Themen rund um Familienunternehmen ab. Es geht zum Beispiel darum, wie es Unternehmern gelingt, etwas zu schaffen, das über Generationen hinweg Bestand hat. Keine leichte Aufgabe, wie Familienunternehmer Patrick Adenauer in seinem Beitrag betont. Er sieht die Familienunternehmen intern mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert: „Familienunternehmen sind…keine Inseln der Glückseligen. Natürlich gibt es auch bei ihnen interne Konflikte, Familienstreitigkeiten und Probleme mit der Nachfolge.“ Externe Veränderungen wie demografischer Wandel, Digitalisierung oder die zunehmende Internationalisierung werden ebenfalls thematisiert.

In einigen Beiträgen geht es auch um das Spannungsverhältnis zwischen Familie und Unternehmen. Empfehlenswert zu lesen ist hier vor allem der Beitrag von Binz´ Tochter Rebecca Ramona Binz-Stichter, die aufzeigt, dass es nicht immer nur „Firma first“ heißen darf, möchte der Unternehmer seine Kinder für die Nachfolge gewinnen. Zudem sind viele spannende Unternehmensgeschichten und Beispiele gelungener Nachfolgen im Buch zu finden, etwa von Knauf, Hilti, Freudenberg und Heraeus – alles Unternehmen, denen der Jubilar sehr nahe steht. Wie hoch die Verdienste von Binz zu bewerten sind, zeigen die vielen hochkarätigen Autoren, die ihm mit dieser Festschrift die Ehre erweisen. Mit Götz W. Werner, Reinhold Würth, Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell, Günther Fielmann, Karl Schlecht, Reinhard Zinkann und vielen anderen liest sich die Liste der Autoren wie das Who’s Who deutscher Familienunternehmer und Experten rund um inhabergeführte Firmen.

Da sich das Buch mit vielen für Familienunternehmen wichtigen Aspekten wie beispielsweise Rechtsformen, Nachfolge, Beirat, Eigenkapital oder der öffentlichen Wahrnehmung sehr ausführlich beschäftigt, ist die Festschrift eine spannende Lektüre für einen breiten Leserkreis, seien es Anwälte, Familienunternehmer, potenzielle Nachfolger, Manager, Studenten oder Journalisten.

Verlag C.H.Beck, ISBN 978-3-406-67109-8, 896 Seiten, 179 EUR