Rezensionen
11. Mai 2015

Kreativität trainieren

Zugegeben, das kürzlich in deutscher Sprache erschienene Buch der Brüder David und Tom Kelley mutet manchmal sehr amerikanisch an. Letztlich zählt aber, dass die Autoren den kreativen Prozess in für jeden nachvollziehbare Schritte zerlegen. Ein Übungsteil am Schluss des Buches, bietet die Möglichkeit, die neuen Erkenntnisse gleich auszuprobieren.

„Der wahre Wert der Kreativität zeigt sich erst dann, wenn man den Mut aufbringt, auch nach diesen Ideen zu handeln und sie in die Tat umzusetzen“, schreiben die Autoren. Diesen Satz kann man als Kernsatz des Buches betrachten. Für die Autoren bedeutet Kreativität, Ideen auszuprobieren und umzusetzen, auch wenn man dabei das Risiko des Scheiterns eingeht. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Fähigkeiten eines Teams sehen sie als entscheidenden Baustein für Kreativität.

Die Autoren beantworten die Frage „woher die Ideen nehmen?“, erklären Methoden und Zugangsweisen wie recherchieren, Gegebenes hinterfragen, andere Standpunkte und Perspektiven einnehmen. Perfektionismus sei der Feind alles Neuen, sagen die Kelleys. Besser sei es zum Beispiel, schnell und kostengünstig Prototypen zu entwickeln und sie in der Praxis zu testen, auf Feedback zu reagieren und zu korrigieren. Experimentierfreude führe schneller zu Innovationen als der Zwang zur Perfektion. „Allein dadurch, dass man überhaupt aktiv wird, ist man gegenüber 99 Prozent der Menschen bereits im Vorteil“, schreiben sie.

Die Kelleys sind überzeugt, dass Kreativität in der Gruppe am besten gedeiht und dass es Aufgabe der Führungskräfte ist, Kreativität im Unternehmen zu unterstützen und zu fördern. Das beginne bei angenehmen Räumlichkeiten mit dem richtigen Licht und guter Akustik und gehe bis zur Unternehmenskultur. Mitarbeiter müssten erleben können, was es bedeute, kreativ zu sein. (-ap)

Kreativität und Selbstvertrauen. Der Schlüssel zu Ihrem Kreativbewusstsein, Verlag Herman Schmidt Mainz, ISBN 978-3874398596, EUR 29,80