Rezensionen
12. Juli 2015

Der Weg zur Traumfirma

„Traumfirma. Traumfirma sucht Traummitarbeiter/-in. Traummitarbeiter/-in sucht Traumfirma“ – so der Titel des Buchs von Georg Paulus. Der Autor gründete 2004 das Unternehmen Traumfirma, das er heute gemeinsam mit Christine Sönning führt. Das Duo begleitet Firmen und Menschen auf ihrem „Weg zur Traumfirma, zu Traumchefs und zu Traummitarbeitern“ wie Paulus sagt: „Unser Anliegen ist es, mehr ‚Liebe‘ in die Businesswelt zu bringen.“ Wer dahinter Esoterik vermutet, wird schnell eines Besseren belehrt, denn dem gelernten Industriekaufmann geht es ganz real darum, Unternehmen zu höheren Umsätzen zu führen. Seiner Ansicht nach kann das nachhaltig nur funktionieren, wenn der Mensch im Mittelpunkt des unternehmerischen Denkens und Handelns steht.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Das ist für Paulus die „effektivste und effizienteste Managementmethode, die es gibt“ und Grundvoraussetzung dafür, dass ein Unternehmen zur Traumfirma wird. Damit das gelingen kann, sollte sich der Leser das Prinzip „Was man sät, das wird man ernten“ zu Eigen machen. Jeder, so Paulus, ist sozusagen seines eigenen Glückes Schmid und wer die Welt nur negativ betrachtet und anderen auch so gegenübertritt, dem werden die anderen ebenfalls so gegenübertreten. Um eine positive Grundhaltung zu gewinnen, ist es nach seiner Ansicht notwendig, die Dinge vom Standpunkt des anderen aus zu betrachten, die eigene Denkweise und Erfahrung in Frage zu stellen und neue Wege zu gehen, die Schuld nicht bei anderen zu suchen – Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Das untermauert Paulus mit zahlreichen Beispielen aus der Unternehmenswelt, die jeder Leser aus eigener Anschauung kennen dürfte.

Eine entscheidende Rolle komme dabei den Chefs, Unternehmern und Führungskräften zu, denn jeder Chef habe die Mitarbeiter, die er verdiene (und umgekehrt). Paulus schreibt: „Traummitarbeiter wollen keine sturen Befehlsempfänger sein, sind aber durchaus bereit, die an sie delegierten Aufgaben zu erfüllen, wenn sie einen Sinn darin sehen.“ Bevorzugt seien Unternehmen mit einer Philosophie, die diesen Sinn deutlich mache, Unternehmen, die einen positiven Beitrag für Menschen, Tiere oder Pflanzen leisteten und in denen Teamarbeit groß geschrieben werde. Wer in einer solchen Traumfirma arbeiten könne, sei motiviert und innovativ.

Wenn es innen stimmt, kommt auch der Kunde

Die Traumfirma, so Paulus, ist letztlich erfolgreich, weil es gelingt, den positiven Spirit, der alle Beteiligten eint und leitet, auf die Kundenbeziehungen zu übertragen. Und nur mit Kunden werden Umsätze generiert. Der Kunde sei letztlich der Arbeitgeber jedes Chefs und jedes Mitarbeiters. Wenn es gelinge, alle Kunden (auch die unbequemen) so zu behandeln, wie man selbst von ihnen behandelt werden möchte, könne man sich von anderen Unternehmen abheben und letztlich den Umsatz steigern.

„Der Kunde entscheidet unbewusst aus dem Bauch heraus. Auch wenn Argumente noch so überzeugend scheinen – wenn er sich nicht gut fühlt, kauft er nicht“, ist Paulus überzeugt. Chefs und Mitarbeiter mit einer positiven Grundeinstellung und mit der Fähigkeit, die Kundensicht einzunehmen, schaffen es viel besser, dieses Wohlgefühl und damit auch Vertrauen aufzubauen.

Die Redaktion meint: Ein nützliches Buch für alle, die mit ihrer Arbeit, ihrem Unternehmen, ihrem Chef, ihren Mitarbeitern oder ihren Kollegen unzufrieden sind. Auch wenn die Ansätze manchmal ungewöhnlich scheinen, gibt das Buch doch sehr handfeste Handlungsvorschläge in Richtung zu einem besseren und erfolgreicheren Unternehmen. Man muss sich nur darauf einlassen. (-ap)

Traumfirma, Danke-Verlag, ISBN 978-3-9808635-1-3, € 21,–

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